Sie sind hier: Home > Unterhaltung > TV >

Hannelore Elsners letzter Film: Das passiert in "Lang lebe die Königin"

"Lang lebe die Königin"  

Hannelore Elsner nahm in letzter Rolle ihr Schicksal vorweg

29.04.2020, 20:32 Uhr | dpa, mbo, t-online

Hannelore Elsners letzter Film: Das passiert in "Lang lebe die Königin". Hannelore Elsner: Am heutigen Mittwochabend läuft ihr letzter Film "Lang lebe die Königin" im Ersten. (Quelle: BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH/Marco Nagel)

Hannelore Elsner: Am heutigen Mittwochabend läuft ihr letzter Film "Lang lebe die Königin" im Ersten. (Quelle: BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH/Marco Nagel)

Vor einem Jahr starb Hannelore Elsner an Krebs. Jetzt kommt ihr Vermächtnis ins Fernsehen. In "Lang lebe die Königin" leistet die damals schon todkranke Schauspielerin fast Übermenschliches. Darum geht es im Film.

Was muss das für ein Gefühl sein, eine todkranke Frau zu spielen, wenn man selbst in dieser gesundheitlich aussichtslosen Situation ist? Am 21. April 2019 starb Hannelore Elsner mit 76 Jahren an Krebs. Kurz zuvor hatte sie noch für ihren letzten Film vor der Kamera gestanden – und eine Krebskranke gespielt. In "Lang lebe die Königin" mimt sie die rabiate und oft gnadenlose Rose Just, die trotz ihrer Krankheit nicht aufhören kann, ihrer Tochter das Leben schwer zu machen.

Dr. Thomas Feiffer (Marcus Mittermeier) behandelt die krebskranke Rose Just (Hannelore Elsner). (Quelle: dpa/Marc Reimann/BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH)Dr. Thomas Feiffer (Marcus Mittermeier) behandelt die krebskranke Rose Just (Hannelore Elsner).

An diesem Mittwoch, eine Woche nach Elsners erstem Todestag, zeigt das Erste nun um 20:35 Uhr den Film, der zum Vermächtnis der großen Schauspielerin geworden ist. Sie starb während der Dreharbeiten zu "Lang lebe die Königin".

Hauptdarstellerin Marlene Morreis erinnerte sich für t-online.de in Tagebucheinträgen an die Arbeit mit Hannelore Elsner. "Wir mochten uns und hatten gegenseitigen Respekt vor unserer Arbeit. Wir hatten viel Spaß am Set, wann immer der Inhalt der Szenen es zuließ, und wir freuten uns auf die verbleibende Zeit."

Schließlich habe sich Elsner krank gemeldet, am folgenden Tag sollte es aber weiter gehen mit den Dreharbeiten. "Dann ist Hannelore bestimmt wieder da, hoffen wir. Sie ist erschöpft, was soll denn sonst sein?", schrieb Morreis. Doch kurz darauf die traurige Gewissheit: "Hannelore ist gestorben. Ich erfahre es von Freunden." Hier können Sie die Tagebucheinträge von Morreis noch einmal nachlesen.

Hannelore Elsner: Die Schauspielerin war am 21. April 2019 gestorben. "Lang lebe die Königin" heißt ihr letzter Film. Darin spielt sie neben Marlene Morreis. (Quelle: BR/ARD Degeto/ORF / Bernd Schuller)Hannelore Elsner: Die Schauspielerin war am 21. April 2019 gestorben. "Lang lebe die Königin" heißt ihr letzter Film. Darin spielt sie neben Marlene Morreis. (Quelle: BR/ARD Degeto/ORF / Bernd Schuller)

Fünf Kolleginnen vollenden Elsners Szenen

Nachdem man die Dreharbeiten aufgrund von Elsners Tod erst einmal abgebrochen hatte, sprangen fünf hochkarätige Schauspielkolleginnen für die Verstorbene ein, um die noch fehlenden Szenen zu vollenden: Iris Berben, Gisela Schneeberger, Hannelore Hoger, Eva Mattes und Judy Winter.

Es ist ein Konzept, das US-Regisseur Terry Gilliam schon in Hollywood anwandte, als Heath Ledger 2008 während der Dreharbeiten zu seinem letzten Film "Das Kabinett des Doktor Parnassus" starb. Für ihn sprangen damals Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell ein. Es wurde Ledgers letzter Film und gleichzeitig eine Hommage an ihn.

"Der Beruf hat Hannelore Elsner geliebt"

Genau so ist "Lang lebe die Königin" nun auch Elsner gewidmet. "Hannelore Elsner hat ihren Beruf sehr geliebt", sagt Einspringerin Berben laut ARD-Pressemappe. "Und der Beruf hat auch Hannelore Elsner sehr geliebt. Dass ich in diesem Film eine Szene übernommen habe, die sie nicht mehr spielen konnte, war eine letzte Verneigung vor ihr." Judy Winter sagt: "So haben wir ihr zeigen können, wie sehr wir sie als Schauspielerin geschätzt haben."

Iris Berben ist eine von fünf Schauspielerinnen, die für die verstorbene Hannelore Elsner einspringt: Hier in einer Szene mit Ole Puppe und Günther Maria Halmer. (Quelle: BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH/Luis Zeno Kuhn)Iris Berben ist eine von fünf Schauspielerinnen, die für die verstorbene Hannelore Elsner einspringt: Hier in einer Szene mit Ole Puppe und Günther Maria Halmer. (Quelle: BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH/Luis Zeno Kuhn)

Die fünf Frauen treten nun jede in jeweils einer Szene auf – und zeigen damit auch, was Schauspieldeutschland mit Elsner verloren hat. So herausragend sie alle in ihren eigenen Rollen sicher sind – Elsner spielt sie als Rose, eine zerrissene Persönlichkeit zwischen Lebenslust und erbarmungsloser Härte, posthum an die Wand.

Worum geht es in "Lang lebe die Königin"?

Im Zentrum des Films über die schwerkranke Rose Just (Hannelore Elsner) steht die komplizierte, oft schmerzerfüllte Beziehung zu ihrer Tochter Nina (Marlene Morreis), die bei einem Verkaufssender als Moderatorin arbeitet und verzweifelt um die Anerkennung und die Liebe ihrer Mutter kämpft, sie aber auch dann nicht bekommt, als Rose im Sterben liegt.

Als ihre Mutter erkrankt und eine Spenderniere braucht, entsteht in Ninas Privatleben ein riesiges Chaos. Zwischen dramatischen Lügen und komischen Übersprungshandlungen entwickelt sich für Nina überraschenderweise eine Liebesgeschichte. An Elsners Seite glänzt Günther Maria Halmer als bedingungslos liebender Partner Werner.

Gute Laune: Regisseur Richard Huber und mit den Hauptdarstellerinnen Marlene Morreis, Hannelore Elsner und Hauptdarsteller Günther Maria Halmer. (Quelle: BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH/Marco Nagel)Gute Laune: Regisseur Richard Huber und mit den Hauptdarstellerinnen Marlene Morreis, Hannelore Elsner und Hauptdarsteller Günther Maria Halmer. (Quelle: BR/ARD Degeto/ORF/Neue Schönhauser Filmproduktion GmbH/Marco Nagel)

Eine Tragikomödie soll es sein, deren Tragik das Komödiantische aber auch deshalb überlagert, weil dem Publikum klar sein muss, dass Elsner ihr eigenes Schicksal, ihren eigenen Tod, in ihrer Rolle vorwegnimmt. In ihrer letzten Szene ihres letztes Filmes liegt sie im Sarg. Eine fast unvorstellbare Kraftanstrengung.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Nachrichtenagentur spot on news
  • Pressemappe der ARD
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Weltbild.detchibo.deOTTODeichmannbonprix.deLIDLBabistadouglas.deamazon.de

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: