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Karl Dall (†79) kurz vor seinem Tod: So erlebte er Berlin 1963

Komiker in "Ku'damm"-Reihe  

Karl Dall kurz vor seinem Tod: So erlebte er Berlin 1963

21.03.2021, 12:16 Uhr | sow, spot on news, t-online

ZDF-Gassenhauer geht in die dritte Runde

Die Geschichte um die Schöllack-Schwestern wird mit "Ku'damm 63" fortgesetzt. Viele Stars wie Uwe Ochsenknecht und Sonja Gerhardt sind dabei. Wir zeigen erste Ausschnitte aus dem Dreiteiler. (Quelle: ZDF)

Ausschnitte aus "Ku'damm 63": Das ist der neue Dreiteiler im ZDF. (Quelle: ZDF)


Karl Dall erzählt in einer Doku zur "Ku'damm"-Reihe, wie er John F. Kennedys Besuch 1963 in Berlin erlebt hat. Außerdem geht es um die Rolle der Frauen und eine Art Sexpflicht in den Sechzigern.

Die dritte Staffel der erfolgreichen Serie "Ku'damm" startet am heutigen Sonntag um 20:15 Uhr im ZDF. Die drei neuen Folgen rund um das Schicksal der alleinerziehenden Berliner Tanzschulleiterin Caterina Schöllack (Claudia Michelsen) und ihrer drei Töchter Monika (Sonja Gerhardt), Helga (Maria Ehrich) und Eva (Emilia Schüle) spielen im Jahr 1963. Die Folgen zwei und drei werden am Montag und Mittwoch gezeigt – hier gibt es eine Übersicht zu den neuen Handlungssträngen.

Was damals alles im realen Berlin los war, davon berichtet die Doku "Ku'damm 63 – Die Dokumentation", die am Sonntag um 21:45 Uhr im ZDF läuft. Darin kommt unter anderem der im November in Hamburg verstorbene Schauspieler und Komiker Karl Dall zu Wort. Der gebürtige Emdener und gelernte Buchdrucker zog im Jahr 1963 nach West-Berlin, und genoss das neue Freiheitsgefühl und das Nachtleben.

"Da konnte man sich die Dröhnung geben"

"Dieses Berlin-Gefühl für uns war, da bin ich auch ganz ehrlich, dass die Kneipen rund um die Uhr aufhatten", erinnert Karl Dall sich in der Doku. "Man bekam eine Flasche Cognac, 'ne richtige 0,7-Flasche für 2,70 D-Mark. Wenn man also von seinem Wochenlohn 'ne Mark übrig hatte, dann hat man die auf den Tisch geknallt und konnte sich mit noch zwei Freunden die Dröhnung geben", erzählt er weiter.

Karl Dall: Der im November 2020 verstorbene Komiker erzählt in der "Ku'damm"-Doku von den wilden Sechzigern in Berlin. (Quelle: ZDF/Mediathek)Karl Dall: Der im November 2020 verstorbene Komiker erzählt in der "Ku'damm"-Doku von den wilden Sechzigern in Berlin. (Quelle: ZDF/Mediathek)

Doch Karl Dall machte nicht nur Party. Er interessierte sich auch für das Zeitgeschehen. Und so stand er am 26. Juni 1963 in der Menschenmenge vor dem Schöneberger Rathaus, als US-Präsident John F. Kennedy anlässlich des 15. Jahrestags der Berliner Luftbrücke seinen berühmten Satz "Ich bin ein Berliner" sagte. Da seien die Berliner ausgeflippt, erinnert sich Zeitzeuge Dall. Schätzungsweise seien eine halbe Million Menschen vor Ort gewesen. "Ich hatte einen ungünstigen Platz, weil da immer die Ohnmächtigen weggetragen wurden oder die Sanitäter mit der Bahre standen. Aber ich war ziemlich dicht an Kennedy dran", so Dall.

Als John F. Kennedy zusammen mit dem damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer und Berlins regierendem Bürgermeister Willi Brandt in einer offenen Limousine durch die Straßen West-Berlins fuhr, "hatten die Berliner ihre Zeitungen zerschnitten und den amerikanischen Regen gemacht", beschreibt Karl Dall die Konfetti-Szenerie. Im November desselben Jahres wurde Kennedy in Dallas, Texas, in einem offenen Wagen erschossen.

Die Frauen und die "Sexpflicht" in den Sechzigern

Ebenfalls thematisiert werden in der "Ku'damm"-Doku die Auschwitzprozesse, die 1963 in Frankfurt am Main begannen und eine "Zeitenwende" in der Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialismus markierten. Außerdem geht es um die schwierige Rolle der Frau in Gesellschaft und Ehe samt einer Art Sexpflicht.

Der länderübergreifende Gesangswettbewerb Grand Prix d'Eurovision de la Chanson, heute besser bekannt als ESC, spielt ebenso eine Rolle wie die freie Kunstszene, die Kunstrichtung Fluxus und die Avantgarde der jungen Wilden – während die Klassische Moderne das Straßenbild prägte. 

Verwendete Quellen:

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