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Worauf achten beim E-Bike-Kauf?


Schritt für Schritt erklärt  

Wie teuer ist ein gutes E-Bike?

30.05.2021, 11:43 Uhr
Worauf achten beim E-Bike-Kauf?. Auf dem E-Bike in der Abendsonne (Quelle: Continental)

Auf dem E-Bike in der Abendsonne: 3,5 Millionen von ihnen surren bereits durch Deutschland. (Quelle: Continental)

Nie mehr Angst vor hohen Bergen! Ein E-Bike macht selbst schwierige Strecken zum entspannten Vergnügen. Deshalb satteln immer mehr Radler um auf ein Elektrofahrrad.

Das E-Bike rast von einem Rekord zum nächsten: Fast zwei Millionen Pedelecs wurden im Corona-Jahr 2020 in Deutschland verkauft – mehr als doppelt so viele wie noch 2018. Aber: Gute – und vor allem sichere – E-Bikes gibt es nicht für kleines Geld. Im Schnitt geben die Käufer 2.300 Euro aus. Was ist beim Kauf wichtig? t-online macht Sie sattelfest.

Welches Modell passt zu mir?

Für kürzere Strecken durch die Innenstadt brauchen Sie kein Luxusmodell. Wer aber gern lange Touren durchs Grüne fährt, sollte lieber nicht geizen. Und in schwerem Gelände sollten Sie auf eine Federung nicht verzichten. Sie schont Rücken und Gelenke.

Ein guter Verkäufer hilft im Beratungsgespräch, die Auswahl der Räder einzugrenzen. Er fragt dazu unter anderem nach Ihren Bedürfnissen und Gewohnheiten.

Wie gut ein E-Bike zu Ihnen passt, zeigt dann die Probefahrt. Wichtig ist ein stabiles Fahrverhalten, gerade bei höherem Tempo. Dann nämlich lässt sich der Lenker eines schlechten Modells schwierig kontrollieren – er flattert. Andere E-Bikes zeigen ein schwieriges Kurvenverhalten. In einer ausführlichen Probefahrt zeigt sich, ob das ausgewählte Modell ausgewogene Fahreigenschaften hat und ob Sie sich darauf wohl und sicher fühlen.

Schalten Sie bei der Probefahrt auch einmal die elektrische Unterstützung aus. So merken Sie, wie leicht oder schwer sich das Rad ohne E-Motor fahren lässt. Gerade günstigere oder etwas ältere Modelle haben dann einen hohen Tretwiderstand. Ohne Strom sind einige E-Bikes kaum fahrbar.

Wie teuer ist ein gutes E-Bike?

E-Bikes und ihre Komponenten wie Rahmen und Lenker sind höheren Belastungen ausgesetzt als normale Fahrräder. Auch ihre Bremsen sollten dem hohen Tempo gewachsen sein. Außerdem kommt es auf einen starken Motor und einen hochwertigen Akku an. Das alles hat seinen Preis: Ab etwa 2.000 Euro gibt es gute Modelle.

Ein Preisvergleich lohnt sich gerade bei so einer teuren Anschaffung. Und längst nicht immer finden Sie das beste Angebot im Internet – wo Sie außerdem auf Beratung und Probefahrt verzichten müssen.

Welche Reichweite hat ein E-Bike?

Im realen Betrieb liegen die Reichweiten des Akkus meist zwischen 20 und 80 Kilometern. Seine Kapazität wird in Wattstunden (Wh) angegeben. Je höher dieser Wert ist, desto länger reicht der Strom.

Falls Sie nur gelegentlich eine kleine Runde drehen wollen, genügt ein Akku mit einer Kapazität von 300 bis 400 Wh. Wer gerne lange Touren fährt, wählt am besten einen Akku mit mindestens 500 Wh. Wie lange er Strom liefert, hängt neben der Kapazität von einigen weiteren Faktoren ab:

  • Ihr Körpergewicht
  • Gewicht Ihres Gepäcks
  • Luftdruck der Reifen
  • Streckenbeschaffenheit
  • Wetter
  • Unterstützungsstufe des Elektromotors

E-Bike, Pedelec und S-Pedelec – die Unterschiede
Jedes Fahrrad mit Elektromotor wird als E-Bike bezeichnet. Und dann unterscheidet man: Kann der Motor das Fahrrad allein antreiben? Oder unterstützt er nur die Trittbewegung des Fahrers? In diesem Fall wird auch vom Pedelec gesprochen. Das Kürzel steht für "Pedal Electric Cycle". Eine weitere Sonderform wiederum ist das S-Pedelec. Hier unterstützt der Motor den Fahrer bis zu Tempo 45. Vorgeschrieben sind deshalb ein Versicherungskennzeichen und ein Helm. Das S-Pedelec gehört außerdem nicht auf den Radweg, sondern auf die Straße. Auch auf Waldwegen und in Fußgängerzonen, die für Fahrräder freigegeben sind, hat es nichts zu suchen. Beim normalen Pedelec unterstützt der Motor den Fahrer nur bis Tempo 25.

Wo sollte der Akku stecken?

Ideal sind E-Bikes, deren Akku im Rahmen verbaut ist (in der Regel am oder im Unterrohr angebracht). Diese Bauweise hat sich inzwischen durchgesetzt. Denn sie sieht nicht nur besser aus als frühere Lösungen. Sondern dadurch liegt der Schwerpunkt des Rades tiefer – es lässt sich besser und sicherer fahren.

Ideal ist ein abschließbarer Akku, den Sie ohne Probleme dem Rahmen entnehmen und zu Hause an der Steckdose aufladen können. In der Regel ist er nach zwei bis fünf Stunden wieder voll geladen. Aufpassen: Einige Modelle haben einen fest verbauten Akku. Sie empfehlen sich nur, wenn sich in Keller oder Garage eine Steckdose befindet. Denn E-Bikes wiegen oftmals 20 Kilogramm und mehr – zu viel, um sie bequem etwa in die Wohnung zu tragen.

Mountainbike mit Hilfsmotor: Längst gibt es E-Bikes für jeden Bedarf und jedes Gelände. (Quelle: Hersteller)Mountainbike mit Hilfsmotor: Längst gibt es E-Bikes für jeden Bedarf und jedes Gelände. (Quelle: Hersteller)

Wo sollte der Motor stecken?

Der Elektromotor steckt entweder an der vorderen oder hinteren Radnabe. Oder er ist in der Mitte am Tretlager angebracht. Jedes dieser Konzepte hat seine Vor- und Nachteile.

Radnabenmotor vorn und hinten

Radnabenmotoren sind klein, leicht und günstig. Sie übertragen die Antriebskraft direkt ans jeweilige Rad. So entlasten sie Kette und Schaltkomponenten.

Allerdings kann der Heckmotor an Bergen überhitzen. In hügeligen Regionen ist er deshalb keine gute Wahl.

Der Frontmotor wiederum verlagert den Schwerpunkt nach vorn, was das Lenken erschwert. Radgabel und Rahmen werden stärker belastet. Das Vorderrad kann durchdrehen und wegrutschen – Sturzgefahr.

Mittelmotor

Er ist am weitesten verbreitet. Der Mittelmotor führt zu einer ausgewogenen Gewichtsverteilung und dadurch zu einem guten Fahrverhalten. Er ist aber teurer und schwerer, belastet Kette und Schaltkomponenten stärker.

Generell gilt: Ob Ihnen die Motorkraft genügt, sollten Sie während der Probefahrt herausfinden – vor allem, wenn Sie häufig im Gebirge oder mit schwerem Gepäck fahren wollen.

Wie lange hält der Akku?

Entscheidend beim Akku ist, wie oft er aufgeladen wird. Im Schnitt hält er 500 bis 1.000 Ladezyklen durch. Bei einem durchschnittlichen Fahrer sind das vier bis fünf Jahre. Danach ist er nicht kaputt, aber seine Speicherkapazität sinkt auf 70 Prozent oder weniger.

Sollte man den Akku pflegen?

Man lagert und lädt den Akku möglichst bei Raumtemperatur, denn Frost und Hitze verkürzen seine Lebenszeit. Wie bei anderen modernen Akkus sind Teilladungen kein Problem. Auch bei einer kurzen Pause auf einer Radtour kann das Nachladen also die Reichweite um etliche Kilometer steigern.  

Ist der Akku austauschbar?

Ja. Ein hochwertiger Austauschakku kostet mehrere hundert Euro und hält ebenfalls 500 bis 1.000 Ladezyklen aus. Wichtig beim Kauf ist, dass der Akku zum Motor und in die Halterung passt.

Verwendete Quellen:
  • Auto Club Europa
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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