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Trotz großer Kritik: Scheuer verteidigt Fahrradhelm-Kampagne


Models in Unterwäsche
Scheuer verteidigt umstrittene Fahrradhelm-Plakate

Von dpa
25.03.2019Lesedauer: 2 Min.
"Germany's Next Topmodel"-Kandidatin Alicija als Gesicht der Kampagne "Looks like shit. But saves my life": Die Motive der Kampagne mit leicht bekleideten Models sorgten für heftige Kritik.Vergrößern des Bildes"Germany's Next Topmodel"-Kandidatin Alicija als Gesicht der Kampagne "Looks like shit. But saves my life": Die Motive der Kampagne mit leicht bekleideten Models sorgten für heftige Kritik. (Quelle: Rankin/Runter vom Gas/dpa-bilder)
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Mit einer Kampagne will das Verkehrsministerium Menschen davon überzeugen, beim Fahrradfahren einen Helm zu tragen. Bundesminister Scheuer sieht die Aufregung positiv. Warum wird die Kampagne kritisiert?

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die Fahrradhelm-Kampagne von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mit leicht bekleideten Models heftig kritisiert. "Viele Menschen ärgern sich über so eine Kampagne, viele Menschen fühlen sich überhaupt nicht ernst genommen", sagt ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork.

Es gebe viele Themen, um die sich Scheuer kümmern müsse, zum Beispiel mehr Verkehrssicherheit und das Vermeiden und Verhindern von Unfällen. "Da hätte Herr Scheuer viel zu tun, aber stattdessen kümmert er sich um alberne Kampagnen", sagt Stork.

Vor allem junge Menschen sollen angesprochen werden

Scheuer sieht die Aufregung über die Kampagne positiv. Er freue sich, dass sie von Werbeprofis gut aufgenommen und als mutig bezeichnet werde, sagt der CSU-Politiker. "Da ist das Ziel nämlich schon erreicht, wenn über eine Kampagne diskutiert wird." Es tue ihm leid, wenn sich jemand von der Kampagne verletzt fühle. Auf Twitter schrieb Scheuer: "Das gab es noch nie: In ganz Europa wird jetzt über Fahrradhelme diskutiert. Klar ist: Nur 8 Prozent der jungen Radfahrer tragen Helm. Klar ist auch: Helme schützen vor schweren Kopfverletzungen und retten Leben."

Das Verkehrsministerium will mit der Kampagne, die auch Videos umfasst, vor allem junge Menschen zum Tragen eines Helms animieren. Sie trägt den Titel: "Looks like shit. But saves my life." – auf deutsch: "Sieht scheiße aus. Aber rettet mein Leben." Dabei ist unter anderem "Germany's Next Topmodel"-Kandidatin Alicija. In den sozialen Netzwerken gab es neben Verständnis viele ironische Kommentare, manche User bewerteten die Aktion als "peinlich" oder "sexistisch".

Kampagne kostet 400.000 Euro

Radfahrer und ihre Verbände fordern seit langem etwa mehr Tempo-30-Zonen, Abbiegeassistenten für Lastwagen und besser geschützte Radwege für mehr Verkehrssicherheit.


Die Plakataktion soll am 02. April starten. Die Kampagne wird vom Verkehrsministerium und vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) unterstützt und kostet den Angaben zufolge 400.000 Euro. Eine Sprecherin des Ministeriums sagt, man wolle mit der Kampagne "aufrütteln und polarisieren".

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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