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"Göttinger Ei": Tüftler bauen Superauto aus 30er Jahren nach


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Tüftler bauen "Göttinger Ei" nach

Von dpa
Aktualisiert am 08.03.2021Lesedauer: 2 Min.
Ein Modell vom Experimentalfahrzeug Schlörwagen: Wegen der rundlichen Alu-Außenhaut saß der Fahrer im Schlör-Wagen in der Mitte, nicht wie üblich auf der linken Seite.
Ein Modell vom Experimentalfahrzeug Schlörwagen: Wegen der rundlichen Alu-Außenhaut saß der Fahrer im Schlör-Wagen in der Mitte, nicht wie üblich auf der linken Seite. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa-bilder)
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Es sollte das Auto der Zukunft sein: Jetzt wird das "Göttinger Ei" aus den 1930er-Jahren nachgebaut. Allerdings hatte das skurrile Gefährt den ein oder anderen Schönheitsfehler.

Ein automobiler Aerodynamik-Weltmeister aus den 1930er-Jahren soll neu entstehen: Tüftler aus Hannover bauen das sogenannte "Göttinger Ei" nach. Dabei geht es um den Schlör-Wagen, der in Sachen Aerodynamik bis heute Maßstäbe setzt.

Der Neubau dürfte einige Jahre dauern, wie Horst-Dieter Görg vom Verein Mobile Welten auf dem Gelände des Hannoverschen Straßenbahn-Museums in Sehnde sagte.

Philip Hanebeck (links) und Horst-Dieter Görg verladen den Fahrzeugrahmen, mit dem das Experimentalfahrzeug Schlörwagen nachgebaut werden soll: Der "Schlör-Wagen" aus 1938 soll möglichst originalgetreu gebaut werden.
Philip Hanebeck (links) und Horst-Dieter Görg verladen den Fahrzeugrahmen, mit dem das Experimentalfahrzeug Schlörwagen nachgebaut werden soll: Der "Schlör-Wagen" aus 1938 soll möglichst originalgetreu gebaut werden. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa-bilder)

"Göttinger Ei" war für geringen Luftwiderstand bekannt

Prof. Andreas Dillmann, Leiter des Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen, nannte den Wagen ein "fahrendes Flügelprofil", ähnlich der Tragfläche eines Flugzeugs hat er einen geringen Luftwiderstand. Die erreichten Werte lägen ähnlich wie beim 1-Liter-Auto von VW. "Der Wert ist sensationell niedrig."

Wegen der rundlichen Alu-Außenhaut saß der Fahrer im Schlör-Wagen in der Mitte, nicht wie üblich auf der linken Seite. Der Motor war hinten. Mitte der 30er Jahre habe die damalige Aerodynamische Versuchsanstalt angefangen, an Kraftfahrzeugen zu forschen, erklärte Jessika Wichner, die Leiterin des DLR-Zentralarchivs in Göttingen.

Philip Hanebeck zeigt ein Modell vom Experimentalfahrzeug Schlörwagen, auch bekannt als ·Göttinger Ei: Der Verein Mobile Welten e.V. möchte einen Meilenstein der Technikgeschichte wieder aufleben lassen.
Philip Hanebeck zeigt ein Modell vom Experimentalfahrzeug Schlörwagen, auch bekannt als ·Göttinger Ei: Der Verein Mobile Welten e.V. möchte einen Meilenstein der Technikgeschichte wieder aufleben lassen. (Quelle: Julian Stratenschulte/dpa-bilder)

Verkehrsministerium befürchtete Konkurrenz für VW Käfer

Der Konstrukteur Karl Schlör (1910-1997) entwickelte das "Göttinger Ei" demnach 1938, zeitgleich mit dem VW Käfer wurde es 1939 auf der IAA gezeigt, durfte aber nicht in die Halle, weil das Verkehrsministerium Konkurrenz für den Käfer fürchtete. Kein Wunder: Das "Göttinger Ei" bot Platz für sieben Menschen, verbrauchte weniger und fuhr schneller als der Käfer, wie Wichner sagte.

Was nach dem Krieg mit dem "Göttinger Ei" geschah, sei nicht ganz klar, erklärt Wichner. Sie vermute, der Wagen sei verschrottet worden - die Briten hätten ihn "definitiv" nicht mitgenommen. Nun jedenfalls soll das "Göttinger Ei" erneut entstehen - sogar gleich in zweifacher Ausführung, wie es hieß.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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