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Experten: So lange werden Diesel-Fahrverbote gelten

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 18.01.2019Lesedauer: 3 Min.
Diesel-Fahrverbotsschild in Stuttgart: Wie lange die Fahrverbote gelten werden, haben Experten berechnet.
Diesel-Fahrverbotsschild in Stuttgart: Wie lange die Fahrverbote gelten werden, haben Experten berechnet. (Quelle: Michael Weber/imago-images-bilder)
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Mindestens acht deutsche Großstädte stehen unmittelbar vor der Einführung von Diesel-Fahrverboten. Wie lange werden sie gelten? Und was bringen sie? Das haben Experten berechnet.

2019 wird das Jahr der Fahrverbote: Acht Städte werden Dieselautos im Laufe des Jahres auf ihren Straßen verbieten. 20 weitere könnten folgen. Es sei denn, die Luftwerte bessern sich vorher schlagartig. Das allerdings dürfte Wunschdenken bleiben, sagen Experten. Und sie haben eine weitere schlechte Nachricht: Die Fahrverbote werden nämlich ziemlich lange gelten – teilweise bis ins Jahr 2024.


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Die Fahrverbote in Deutschland auf einen Blick

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Ist die Luft zu schmutzig, müssen Gegenmaßnahmen ergriffen werden. So schreibt es das EU-Recht vor. Konkret bedeutet das: Die Stickoxid-Belastung darf im Jahresmittel nicht den Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschreiten. Diese Belastung misst das Umweltbundesamt (UBA) an hunderten Messstationen im ganzen Land.

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Das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen unter Prof. Ferdinand Dudenhöffer errechnete anhand dieser Daten: Wie schmutzig war die Luft an den Stationen 2017 und 2018*? Haben sich die Werte also gebessert? Denn nur dann ließe sich wenigstens hoffen, dass Fahrverbote doch noch abgewendet werden.

So gingen die CAR-Experten vor

Das Institut berechnete den Trend anhand von 54 Messstationen. Diese Stationen sind online einsehbar. Und sie haben in den vergangenen drei Jahren sehr hohe – zu hohe – Stickoxidwerte gemessen.

Die Stationen wurden in drei Gruppen eingeteilt:

  • Belastet (40 bis 44 Mikrogramm)
  • Hoch belastet (45 bis 49 Mikrogramm)
  • Extrem belastet (mehr als 50 Mikrogramm Stickoxid im Jahresmittel)

Die Messdaten zeigen, wie sich hier die Luftwerte in drei Jahren verändert haben.

Belastung in 2017 Anzahl der Stationen Messwerte des UBA 2016 Messwerte des UBA 2017 Berechnung des CAR 2018 Veränderung 2017-2018
Extrem belastet 15 61,9 58,5 55,2 -5,7 Prozent
Hoch belastet 20 49,8 47,4 46,0 -2,8 Prozent
Belastet 19 44,8 42,2 41,6 -1,5 Prozent

Die Prognose der CAR-Experten

Anhand der Daten lässt sich eine Prognose erstellen: Wie lange dauert es, bis in den belasteten Zonen die Reinheitswerte eingehalten werden, bis es also keine Grundlage mehr für Fahrverbote gibt? In der Berechnung nehmen die Experten an, dass die Werte noch etwas schneller sinken als bisher. Heißt: Die Ergebnisse sind bereits eine optimistische Betrachtung.

Die Daten des CAR-Instituts sind eindeutig. Sie lassen nur einen Schluss zu: Fahrverbote werden kommen. Und sie werden lange bleiben.

CAR-Prognose: Erst 2021 wird der Stickoxid-Grenzwert in den belasteten Zonen (orange) eingehalten, 2023 folgen die hoch belasteten Zonen (rot) und erst 2024 die extrem belasteten Zonen (dunkelrot).
CAR-Prognose: Erst 2021 wird der Stickoxid-Grenzwert in den belasteten Zonen (orange) eingehalten, 2023 folgen die hoch belasteten Zonen (rot) und erst 2024 die extrem belasteten Zonen (dunkelrot).
  • In den belasteten Gebieten werden die Grenzwerte 2021 erfüllt
  • In den hoch belasteten Gebieten erst 2023
  • Und in den extrem belasteten Gebieten würden Fahrverbote erst 2024 wieder aufgehoben

Die große Frage aber ist: Nutzen die Fahrverbote überhaupt etwas?

Was bringen die Fahrverbote?

Dazu lohnt ein Blick nach Hamburg. Dort gelten seit dem 1. Juni 2018 zwei Fahrverbote. Zwar haben sich dort die Luftwerte verbessert, wie aktuelle Zahlen zeigen. Die CAR-Experten kommen dennoch zu einem ernüchternden Urteil: "Nichtsdestotrotz bleibt die Wirkung des eingeführten Fahrverbots enttäuschend", heißt es in ihrer Einschätzung.

Kritik am Umweltbundesamt

Das Institut kritisiert: Viele wichtige Stationen lassen sich nicht online einsehen. Diese Stationen stehen unter anderem in Bochum, Köln, Essen, Dortmund – in Städten also, in denen Fahrverbote drohen. Ob an diesen Stationen die Luft im Lauf des Jahres 2019 besser wird, lässt sich deshalb nicht unmittelbar beobachten.

Umgekehrt stehen die Daten von Messstationen etwa im Schwarzwald, auf dem Brocken und im Unterharz online – in Gegenden also, wo kaum eine Belastung aufgezeichnet wird und wo auch kein Autofahrer ein Fahrverbot fürchtet.

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