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Abfall aus dem Autofenster: So hoch ist die Strafe

Bundesländer greifen durch  

Abfall aus dem Fenster: So hoch ist die Strafe

25.07.2021, 13:11 Uhr
Abfall aus dem Autofenster: So hoch ist die Strafe. Weg damit: Immer mehr Müll landet auf Deutschlands Straßen. Eine Bananenschale ist schnell verrottet – eine Limo-Dose hingegen erst in Hunderten von Jahren. (Quelle: imago images/Agefotostock)

Weg damit: Immer mehr Müll landet auf Deutschlands Straßen. Eine Bananenschale ist schnell verrottet – eine Limo-Dose hingegen erst in Hunderten von Jahren. (Quelle: Agefotostock/imago images)

Fenster auf und weg damit: Immer mehr Müll landet an Deutschlands Straßenrändern und auf dem Boden der Raststätten. Die Bundesländer haben deshalb teils happige Bußgelder erlassen.

Immer mehr Menschen rücken Umweltschäden und Klimawandel ins Bewusstsein. Und gleichzeitig wachsen die Müllberge entlang unserer Straßen und Autobahnen immer höher. Zu groß sind Faulheit und Gleichgültigkeit, um Snackverpackung und Coladose erst zu Hause wegzuwerfen. Meistens übrigens bei 18- bis 30-Jährigen. Das ergab eine Untersuchung verschiedener Städte, die das Problem anpacken wollen.

Denn dieser Müll braucht teilweise extrem viel Zeit, bis er verrottet.

  • Taschentuch: vier Wochen
  • Papiertüte: sechs Wochen
  • Zigarettenfilter: zehn bis 15 Jahre
  • Plastiktüte: 20 Jahre
  • Coffee-to-go-Becher: 50 Jahre
  • Plastikflasche und Getränkedose: mehrere hundert Jahre

Und in der Zwischenzeit vergiftet er die Umwelt: Bereits das Nikotin eines Zigarettenstummels kann Fische töten, wenn es in einem Liter Wasser aufgelöst wird.

Müllentsorgung kostet viele Millionen

Die Ausmaße des Problems zeigt eine Untersuchung des ADAC: Auf nur 50 Rastplätzen in NRW fielen demnach 10.000 Tonnen Müll pro Jahr an. Und das verursacht neben den Umweltproblemen außerdem enorme Kosten: 9.000 Euro pro Autobahn-Kilometer errechnete die TU Darmstadt bereits im Jahr 2014. Bei rund 13.000 Autobahn-Kilometern in Deutschland ergibt das weit mehr als 100 Millionen Euro. Man darf davon ausgehen, dass in der Zwischenzeit mit den Müllbergen auch die Kosten gewachsen sind.

Denn allen Mühen und aller Aufklärung zum Trotz nimmt der Müll immer mehr zu. Deshalb gibt es Bußgelder, die je nach Bundesland unterschiedlich hoch ausfallen. Denn Umwelt- und Naturschutzrecht sind Ländersache. So beginnen die Bußen in manchen Ländern bei gerade einmal zehn Euro, umgekehrt liegt der Höchstsatz in Hamburg bei 1.000 Euro.

Die Bußen im Überblick

BundeslandGeldbuße für Zigarettenschachtel (Euro)Geldbuße für Glasflasche (Euro)
Baden-Württemberg50-250100-800
Bayern2035-80
Berlin40-8075-800
Brandenburg3040-100
Bremen2020-250
Hamburg35-150250-1.000
Hessen5050
Mecklenburg-Vorpommernkeine Angabenkeine Angaben
Niedersachsen10-5050-100
Nordrhein-Westfalen10-25keine Angaben
Rheinland-Pfalz10-2520-100
Saarland10-10025-150
Sachsen10-4025-200
Sachsen-Anhaltkeine Angabenkeine Angaben
Schleswig-Holsteinkeine Angabenkeine Angaben
Thüringen2020-100

Müll vermeiden: Das können Sie tun

Im Grunde ist es natürlich ganz einfach: Müll gehört in die Tonne und nicht auf die Straße. Um aber gar nicht erst in Versuchung zu kommen, gibt es einige Tipps des ADAC:

  • Nutzen Sie eigene, mitgebrachte Becher für Ihren Coffee to go. Bei vielen Verkäufern gibt es dafür sogar einen kleinen Rabatt.
  • Belegte Brote, Obst und Gemüse sind nicht nur der gesündere Pausen-Snack. Sie erzeugen auch weniger Müll als Schokoriegel und andere Fertigprodukte.
  • Verwenden Sie Frischhalteboxen und Mehrwegverpackungen statt Plastik- oder Alufolie.
  • Während der Fahrt landen Reste im Müllbeutel oder einem Kfz-Abfalleimer statt im Straßengraben.
  • Am Ziel oder während einer Pause können Sie den Müll dann dort entsorgen, wo er hingehört.
Verwendete Quellen:
  • Verkehrsclub ADAC
  • Bundesverkehrsministerium
  • Nachrichtenagentur SP-X
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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