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Diesen Aushang an der Tankstelle müssen Sie jetzt kennen

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Diesen Aushang an der Tankstelle sollten Sie kennen

08.10.2021, 11:03 Uhr | dpa, mab

Diesen Aushang an der Tankstelle müssen Sie jetzt kennen. Neue Anzeige an der Tankstelle: Verbraucher sollen die Preise der unterschiedlichen Kraftstoffe künftig besser vergleichen können. (Quelle: imago images/Jan Huebner)

Neue Anzeige an der Tankstelle: Verbraucher sollen die Preise der unterschiedlichen Kraftstoffe künftig besser vergleichen können. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Stromer, Benziner oder Diesel: Womit würden Sie günstiger fahren? Ein Aushang verrät es auf einen Blick. Er muss an der Tankstelle leicht zu finden sein. Allerdings nicht an jeder. Was Sie ihm entnehmen können – und was nicht.

Dreizehn Zahlen auf einem gelborangefarbenen Aushang sollen Autofahrern zeigen, was sie hätten sparen können: Bestimmte Tankstellen müssen ihren Kunden einen sogenannten Energiekostenvergleich präsentieren.

Darauf zu sehen: die Kosten für 100 Kilometer mit sieben verschiedenen Energieträgern – von Strom über Wasserstoff bis Superbenzin – und für zwei Fahrzeuggrößen. Nur für Wasserstoff bei kleineren Fahrzeugen fehlt mangels Daten ein Wert. Warum gibt es das Plakat, was kann es – und was nicht?

Energiekostenvergleich: Er muss nun an vielen Tankstellen aushängen. (Quelle: BMWi)Energiekostenvergleich: Er muss nun an vielen Tankstellen aushängen. (Quelle: BMWi)

Warum gibt es das Plakat?

Es setzt eine europäische Richtlinie um. Zweck ist, "künftige Kaufentscheidungen der Verbraucher bei der Personenkraftfahrzeugwahl zu unterstützen", wie es im Gesetzestext heißt. Der Gedanke dahinter: Der Verbraucher soll einfach vergleichen können, was ihn die Energie für 100 Kilometer mit verschiedenen Antriebsformen kostet.

Grundsätzlich hält man das auch beim ADAC für sinnvoll, um Transparenz herzustellen und "auch die Kaufentscheidung ein Stück weit zu beeinflussen". Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßt die Kennzeichnung ebenfalls: "Der Vergleich macht deutlich, dass die Elektromobilität für viele Autofahrer nicht nur eine klimafreundliche, sondern auch eine finanziell attraktive Alternative ist", heißt es von dort.

Was zeigt das Plakat?

Dem Plakat – es soll vierteljährlich aktualisiert und kann beim Wirtschaftsministerium heruntergeladen werden – ist beispielsweise zu entnehmen, dass ein Mittel- oder Oberklassewagen mit Superbenzin mehr Sprit- beziehungsweise Energiekosten pro 100 Kilometer verursacht als mit Super E10 oder Diesel. Auch der Vergleich mit Strom, Erdgas H, Autogas und Wasserstoff gelingt mit einem Blick.

Wie kommen diese Werte zustande?

Für jede Antriebsart in jeder der beiden Fahrzeugkategorien werden die drei meistverkauften Fahrzeuge und deren offizieller Verbrauch nach dem aktuellen Fahrzyklus WLTP herangezogen. So erhält man einen Durchschnittsverbrauch pro 100 Kilometer. Zusammen mit dem Preis für den jeweiligen Energieträger ergeben sich dann Kosten pro 100 Kilometer. Beim Preis verwendet das Ministerium den Durchschnittswert vorangegangenen Quartals. Diese Zahlen sind auf dem Plakat aber nicht angegeben.

Wie genau sind die Angaben?

Auch wenn die Werte auf den Cent genau ausgerechnet und angegeben werden, können es aus mehreren Gründen nur grobe Vergleichswerte sein. Zum einen fährt der Verbraucher, der das Plakat beim Tanken liest, wahrscheinlich ein anderes Auto mit einem anderen Verbrauch. Auch sein Fahrstil macht hier einen großen Unterschied.

Zudem werden für die Berechnung nach Auskunft des Bundeswirtschaftsministeriums derzeit die Durchschnittspreise des vorangegangenen Quartals verwendet. Seitdem können sich die Preise stark geändert haben.

Und schließlich ist es – wie der Name schon sagt – nur ein Vergleich der Energiekosten. Andere Kosten rund ums Auto wie Anschaffung, Reparaturen, Versicherung und Steuer bleiben naturgemäß außen vor – obwohl sie den Posten der Energiekosten in der Regel deutlich übersteigen.

Sonderfall Stromer

Besonders anfällig für Verzerrungen ist die Berechnung ausgerechnet bei Elektroautos,. "Es fehlt die Information, dass bei E-Autos der durchschnittliche Haushaltsstrompreis zugrunde gelegt ist", kritisiert der Mineralölwirtschaftsverband MWV. "Öffentliches und vor allem schnelles Laden ist meist teurer, und das reduziert den Preisunterschied zum Benziner erheblich."

Laut Energiewirtschaftsverband BDEW liegt ein typischer Haushaltsstromtarif etwas über 30 Cent pro Kilowattstunde. An öffentlichen Ladesäulen seien es aber eher 39 bis 45 Cent und an Schnellladesäulen sogar 49 bis 79 Cent. Dahinter stecken unter anderem Kosten für die Infrastruktur, Betrieb, Wartung, Flächennutzung und die Zahlungsabwicklung. Doch auch diese Preise müssten berücksichtigt werden, damit die Angaben auf dem Plakat "mit den persönlichen Erfahrungen in Einklang gebracht werden können", fordert der BDEW.

Das Wirtschaftsministerium rechtfertigt die Nutzung des Haushaltsstromtarifs unter anderem damit, dass mehr als 80 Prozent der Ladevorgänge zu Hause stattfänden. Mittelfristig sollen aber auch die Kosten für das Laden unterwegs mit in die Berechnung einfließen.

Wo muss das Plakat hängen?

Tankstellen mit sieben Mehrfachzapfsäulen und mehr müssen es aufhängen oder auf einem Bildschirm präsentieren. Laut Schätzung des Tankstellenverbands ZTG betrifft das allerdings nur etwa 1.500 der 14.500 Tankstellen in Deutschland. Das sei "das einzig Gute" an der neuen Regelung, sagt ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner, der das Plakat für "so überflüssig wie einen Kropf" hält. "Es nutzt mir ja wenig, wenn ich unterwegs bin und tanken muss, und dann erfahre, wie viel ich zu Hause für den Strom gezahlt hätte", kritisiert er.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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