• Home
  • Auto
  • Technik & Service
  • Ratgeber
  • Vorsicht bei "Dooring": Die unterschätzte Gefahr für Radfahrer


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextSchweden: Schüsse in EinkaufszentrumSymbolbild für ein VideoHier drohen Überschwemmungen2. Liga live: Früher Schock für den HSVSymbolbild für einen TextNeue Hürde für Windräder geplantSymbolbild für einen TextFeuerwehr entdeckt toten KameradenSymbolbild für ein VideoSturm reißt Gondeln von RiesenradSymbolbild für einen TextMann erschreckt Kuh – Tier totSymbolbild für einen TextEhe-Aus für Ex-TennisprofiSymbolbild für ein VideoAffe ruft PolizeiSymbolbild für einen TextBus stürzt in Aldi-Filiale – kurioses FotoSymbolbild für einen TextToter vor Pizzeria – PolizeieinsatzSymbolbild für einen Watson TeaserErotik-Star offenbart schlimme ErfahrungSymbolbild für einen TextNach der Ernte ist vor der Ernte

Die unterschätzte Gefahr für Radfahrer

Von dpa
Aktualisiert am 28.04.2021Lesedauer: 3 Min.
Autofahrer: Gut jeder zweite Unfall zwischen einem Radfahrer und einem Auto, der mit Parken im Zusammenhang steht, ist ein "Dooring"-Vorfall.
Autofahrer: Gut jeder zweite Unfall zwischen einem Radfahrer und einem Auto, der mit Parken im Zusammenhang steht, ist ein "Dooring"-Vorfall. (Quelle: Goads Agency/getty-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Hunderte Fußgänger und Radfahrer verunglücken jeden Tag in Deutschland. Oft tragen geparkte Autos und plötzlich aufgerissene Wagentüren zu Unfällen bei. Ein Crashtest zeigt, welche drastischen Folgen "Dooring" haben kann.

Der junge Mann ist in eher gemütlichem Tempo auf dem abgetrennten Radstreifen unterwegs, 14 Kilometer pro Stunde. Urplötzlich öffnet rechts von ihm ein Autofahrer die Wagentür. Eine Sekunde – oder vier Meter – bleiben dem Radfahrer, um zu bremsen. Viel zu wenig. Er kollidiert mit der Tür, sein Hals trifft auf die obere Wagentürecke, er stürzt zu Boden, bleibt auf der Fahrbahn liegen.


Für wen sich das E-Bike eignet – und für wen nicht

E-Mountainbike auf Tour im Gebirge: Gerade in schwierigem Gelände spielt es seine Stärken aus. Aber es hat auch Nachteile.
Mountainbike mit E-Motor: Längst werden auch E-Bikes angeboten, die für ganz bestimmte Zwecke optimiert sind.
+5

Im realen Alltag wären es wohl zu gravierenden Folgen für den Radler gekommen, sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Nicht selten gehe es bei solchen "Dooring"-Unfällen tödlich aus. Das "Unfallopfer" am Dienstag in Münster ist nur ein Dummy auf einer Crashtestanlage. Experten wollen aufrütteln.

Viele "Dooring"-Unfälle

Das "Dooring"-Phänomen sei unterschätzt und bisher kaum erforscht, betont Brockmann. Das gelte auch generell für die Rolle, die parkende Autos in negativer Weise für die schwächsten Verkehrsteilnehmer spielten: Fast jeder fünfte Verkehrsunfall eines Fußgängers oder Radfahrers in Deutschland (18 Prozent) hänge mit – meistens legal, seltener ordnungswidrig – geparkten Autos zusammen. Innerstädtisch sei das Problem größer als auf dem Land.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Trauriger Abschied für Benno Fürmann – Tochter zieht weg
Benno Fürmann: Der Schauspieler ist Vater einer Tochter.


Zentrale Zahlen: Bundesweit kamen 2019 jeden Tag zwei bis drei Radfahrer oder Fußgänger im Straßenverkehr ums Leben, 60 wurden tagtäglich schwer und 260 leicht verletzt. Insgesamt verunglückten im vergangenen Jahr 117.528 Menschen, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs waren. Gut jeder zweite Unfall zwischen einem Radfahrer und einem Auto, der mit Parken im Zusammenhang stehe, sei ein "Dooring"-Vorfall, warnt der Experte vom UDV, die zum Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gehört.

Schlimme Folgen von "Dooring"-Unfällen

"Dooring"-Unfall: Bei einem Crashtest der Unfallforscher der Versicherer fährt ein Crashtest-Dummy auf einem Fahrrad gegen eine geöffnete Tür eines geparkten Autos.
"Dooring"-Unfall: Bei einem Crashtest der Unfallforscher der Versicherer fährt ein Crashtest-Dummy auf einem Fahrrad gegen eine geöffnete Tür eines geparkten Autos. (Quelle: Guido Kirchner/dpa-bilder)

Folgen eines solchen Unfalls können Schürfwunden, Knochenbrüche, Prellungen und noch deutlich Schlimmeres sein. Bei weiteren Tests sei der Dummy auch zwischen Tür und Wagen eingeklemmt worden, berichtet Ralf Bührmann, Versuchsleiter von Crashtest-Servive. Glimpflich ging es jedenfalls auf seiner Anlage bisher nicht aus. Ergebnis auch: Tritt ein Biker mit der durchschnittlichen Radfahr-Geschwindigkeit von knapp 20 km/h in die Pedale, bräuchte er elf Meter Distanz zum Fahrzeug, um rechtzeitig bremsen zu können und einer Kollision zu entgehen. Die sind aber im Realverkehr selten vorhanden. "Der Radfahrer kann an diesem Schicksal fast nichts ändern", stellt auch Brockmann zum "Dooring" fest.

Für Fußgänger sind der Studie zufolge sichtversperrend geparkte Autos beim Überqueren einer Straße das Problem. Und das werde in einer alternden Gesellschaft, in der zunehmend viele Menschen "nicht mehr so gut zu Fuß sind", noch wachsen, prognostiziert Brockmann. Mehr Querungsmöglichkeiten müssten geschaffen werden – etwa Mittelinseln zum kurzen Verweilen, besser noch Zebrastreifen oder Ampeln.

Weniger Parkplätze am Straßenrand gefordert

Und vor allem bei Straßeneinbiegungen sollten Kommunen für eine verbesserte Sicht vor und nach den Zufahrten weniger Parkplätze am Straßenrand erlauben, rät der UDV-Fachmann. Das berge allerdings Konfliktpotenzial: "Über nichts wird so heftig gestritten wie über Parkplätze." Uneinsichtigen Parksündern, die ihre Autos besonders sichtblockierend an Straßenecken abstellten, sei mit häufigerem Abschleppen oder Pollern beizukommen.

Beim "Dooring" sieht die Studie dringend Handlungsbedarf. Die am wenigsten einschneidende Maßnahme wäre nach UDV-Einschätzung: Den Autofahrer sensibilisieren, vor jedem Türöffnen in den Rückspiegel zu schauen und sich in einer 160-Grad-Drehung zu versichern, dass kein Radfahrer naht. Zudem sei mehr Abstand zwischen dem Radstreifen auf der Fahrbahn und dem Parkstreifen nötig. Das sei von großer Bedeutung, weil der Radverkehr immer häufiger auf die Fahrbahn verlegt werde und dort ein höheres Tempo herrsche, erläutert Brockmann.

Nach Berechnungen würden Radler bei einem 70 Zentimeter-Abstand zum Parkstreifen nicht mehr von einer unvermittelt geöffneten Tür erfasst. Und wenn die Fahrbahn dafür zu eng ist? "Dann müssen die parkenden Fahrzeuge weg." Moderne Wagen bräuchten ein Notbremssystem, um Fußgänger zu schützen, empfiehlt Brockmann. Es sei auch "kein Hexenwerk", eine Sensorik so auszugestalten, dass eine Autotür bei herannahendem Radfahrer und Warnton einen Augenblick blockiert werde. Aber: "Hersteller mögen die Idee nicht, weil sie Autofahrer für einen kurzen Moment einsperren würden."

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk
DeutschlandMünsterUnfall
Auto-Themen

t-online - Nachrichten für Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website