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Japanische Roadstertr├Ąume in Italien

Von dpa
Aktualisiert am 18.09.2020Lesedauer: 3 Min.
Japanischer Roadster mit italienischer Trikolore.
Japanischer Roadster mit italienischer Trikolore. (Quelle: Alvise Armellini/dpa/dpa-tmn./dpa)
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Collazzone (dpa/tmn) - Die malerische Binnenregion Umbrien in Italien beherbergt Perugia, Assisi und andere mittelalterliche Sch├Ânheiten. Als Ziel f├╝r Autoverr├╝ckte war sie bislang nicht bekannt. Doch rund 150 Kilometer n├Ârdlich von Rom k├Ânnte sich das bald ├Ąndern: Mit dem Miataland bietet sich eine besondere Attraktion f├╝r Autonarren an.

In dem Ferienresort gibt es eine Sammlung von 49 Mazda-Roadstern - angeblich die gr├Â├čte MX-5-Kollektion weltweit. Doch hier ist nicht nur anfassen erlaubt, G├Ąste k├Ânnen selbst hinters Steuer und Spritztouren unternehmen. Der japanische Zweisitzer mit Hinterradantrieb rollte erstmals 1989 auf den Markt und wird mittlerweile in vierter Generation verkauft. Er gilt als geistiger Erbe der klassischen offenen Roadster der 1960er Jahre. In Japan ist er auch als Eunos Roadster, in den USA als Mazda Miata bekannt.

Dem Charme des kleinen Japaners erlegen

"Es dauert nur zwei oder drei Stunden, bis man sich in diese Autos verliebt hat. Sie m├╝ssen nichts tun: Das Auto erledigt die ganze Arbeit", sagt Miataland-Besitzer Andrea Mancini. Mit dem Roadster-Fieber ist er infiziert, seit der MX-5 zum ersten Mal in den Ausstellungsr├Ąumen erschien.

Aber seine Leidenschaft teilt er gern: Die G├Ąste seines Ressorts k├Ânnen seine Autos nicht nur betrachten, sondern auch fahren. F├╝r jeden Tag ihres Aufenthaltes k├Ânnen sie einen der Roadster bis zu 60 Kilometer ohne Spritkosten fahren und die umliegenden umbrischen Landstra├čen erkunden.

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Bei unserem Besuch im August 2020 bot sich ein dunkelblauer MX-5 von 1995 zur Spritztour an. Leider im Wortsinn, denn das Verdeck musste wegen eines ungew├Âhnlichen sommerlichen Regensturms leider geschlossen bleiben. Das Gef├╝hl wehender Haare im Wind fiel ins Wasser.

So fuhren wir im trockenen hellbraunen Leder-Cockpit, begleitet vom Quietschen der Scheibenwischer vorsichtig durch nasse Haarnadel-Kurven - immer noch gro├čartig. Die Erfahrung ist f├╝r alle berauschend, versichert Mancini. "Ich habe noch nie jemanden gesehen, der aus dem Auto gestiegen ist und gesagt hat: "Mhm, sch├Ânes Auto, aber..."". Er sagt, dass er nach der Probefahrt regelm├Ą├čig G├Ąste sieht, die auf ihren Handys Anzeigen gebrauchter MX-5 durchst├Âbern.

Sammelwut tut manchmal gut

Der 50-j├Ąhrige R├Âmer ist ganz klar ein Autoverr├╝ckter. Er w├╝rde gerne stundenlang ├╝ber die verschiedenen Motor-, Farb-, Rad- und Sitzspezifikationen sprechen, die seine 49 gepflegten Roadster auszeichnen. "Ich gehe nicht so gern auf die technischen Details ein, sondern erz├Ąhle lieber die Geschichten, wie ich sie bekommen habe", sagt er. "Zum Beispiel werden die japanischen nach England verschifft, und ich fahre sie dann hierher."

Seine Augen leuchten, wenn es um seltene Details geht. Wie es zum Beispiel Jahre brauchte, um den T├╝rkarten-Dokumentenhalter f├╝r das ├Ąu├čerst seltene M2-Modell zu finden. Den kaufte er schlie├člich online zu einem Preis, den er lieber nicht verraten will. Mancini habe keine Favoriten in seiner Sammlung. Aber die M2-Modelle stechen hervor: "Ich habe f├╝nf, und sie sind die einzigen f├╝nf, die es in Europa gibt", sagt er.

Mancinis erster MX-5 war ein schwarzes 1,6-Liter-Modell der ersten Generation, das er 1998 aus zweiter Hand kaufte. Es war eine Inzahlungnahme beim Ford-H├Ąndler, wo er damals arbeitete. Es ist der einzige MX-5, den er jemals verkaufte - was er immer noch bedauert.

Seine Sammlung wuchs in den folgenden Jahren allm├Ąhlich, zun├Ąchst mit Hilfe seiner Familie. "Ich habe meinen Bruder dazu gebracht, einen MX-5 zu kaufen, die H├Ąlfte davon zu bezahlen, und ihn dann sofort gekauft, als er es satt hatte. Dann habe ich meinen Vater dazu gebracht, einen zu kaufen, dann meinen Schwiegervater..."

Urlaubsresort mit riesigem Fuhrpark

Schlie├člich war die Villa au├čerhalb Roms, wo Mancini lebte, voller Autos. "Es war wundersch├Ân, mit einem Garten, aber es war voll mit Autos, wir haben fr├╝her drau├čen geparkt", erinnert er sich. Ein Umzug wurde erforderlich.

Miataland ist seit 2018 in Betrieb. Es verf├╝gt ├╝ber eine gro├če Holzscheune, in der die meisten Autos untergebracht sind. Die sind alle so dicht geparkt, dass es laut Mancini ein paar Tage dauert, bis sie alle ausgefahren sind. "Das ist nichts, was Sie in ein paar freien Stunden tun k├Ânnen", sagt er.

Mancini arbeitet in der Autoindustrie, hat jedoch keine beruflichen Beziehungen zu Mazda: Er ist Vertriebs- und Marketingleiter bei Jaguar Land Rover Italia. Seine Frau habe gelernt, mit seiner Besessenheit zu leben. "Sie f├╝hlt sich jetzt ein bisschen besser dabei, weil es irgendwie Teil einer kommerziellen Aktivit├Ąt ist", sagt Mancini. "Vorher war es f├╝r sie nur eine sinnlose Fixierung."

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