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Betriebsende fĂĽr die meisten Blackberrys

Von t-online, jnm

Aktualisiert am 04.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Blackberry-Handy: Der Smartphone-Pionier wirft Facebook in einer Klage Patentverletzungen vor.
Blackberry-Handy: Der Smartphone-Pionier schaltet jetzt die Dienste fĂĽr seine Handys ab. (Quelle: Regis Duvignau/Reuters-bilder)
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Einst galten Sie als die Kommunikationsgeräte der Reichen und Mächtigen – dann machten moderne Smartphones sie obsolet. Heute schaltet Blackberry die Dienste für seine Tastatatur-Handys ab.

Das Tastaturhandy Blackberry war über viele Jahre das Erkennungszeichen für Wichtige und Wichtigtuer: Kaum ein Politiker oder Wirtschaftsboss wurde in den Jahren nach der Jahrtausendwende ohne gesichtet. Noch heuter halten einige Fans an ihren Blackberrys fest – doch spätestens in der kommenden Woche werden die meisten der Geräte wohl tatsächlich ziemlich nutzlos werden.

Dabei war Blackbery einmal der Prestige-Stern am Handy-Himmel: Viele Jahre bevor Apple mit dem ersten iPhone den Smartphone-Boom einläutete bot das Unternehmen RIM (so hieß Blackberry damals noch) Funktionen, die sonst keiner hatte: E-Mails konnten direkt auf dem Blackberry empfangen werden, ein eigener Push-Service stellte sie automatisch zu. Dank integrierter QWERTZ-Tastatur fiel auch das Antworten auf den kleinen Geräten vergleichsweise leicht.

Dass Nutzer auch längere Texte mal über eine Bildschirmtastatur eingeben könnten, erschien den damaligen RIM-Managern völlig abwegig, sodass sie für die ersten iPhones und Android-Smartphones mit Touchscreen nur Spott übrig hatten.

Diese Arroganz mag auch Mitschuld daran tragen, dass das Unternehmen viel zu spät bemerkte, dass es mit seinem eigenen Betriebssystem Blackberry OS ohne nennenswertes App-Angebot keine Chance gegen iOS und Android hatte.

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Im Jahr 2015 sattelte man dann doch noch um und stellte mit dem PRIV das erste Blackberry-Smartphone auf Android-Basis her – nur um die Hardware-Produktion ein Jahr später ganz zu beenden und an den chinesischen Hersteller TCL zu lizenzieren.

2020 war schließlich auch damit Schluss: Blackberry kündigte an, sich nur noch auf Sicherheitssoftware konzentrieren zu wollen. In diesem Jahr gab es dann allerdings noch einmal die Nachricht, dass eine neue Partnerschaft ein Blackberry-Gerät mit 5G-Modem und natürlich echter Tastatur hervorbringen würde. Doch auf der Seite des Partners OnwardMobility heißt es auch jetzt noch "Coming 2021" – das dürfte wohl nicht mehr zu schaffen sein.

Klar ist hingegen, dass das Unternehmen sich nun vollends von seiner Vergangenheit trennen will: So heißt es auf der Website: "Eine kleine Erinnerung, die Dienste für Blackberry 7.1 OS und älter, Blackberry-10-Software, Blackberry Playbook OS 2.1 und frühere Versionen, werden nach dem 4. Januar 2022 nicht länger verfügbar sein".

Damit würden auch Daten- und Telefoniefunktion, SMS und der Notruf "nicht mehr zuverlässig funktionieren". Das betrifft die überwiegende Mehrheit der Blackberry-Geräte, eine genaue Liste kann hier eingesehen werden. Lediglich eine Handvoll von Blackberry-Modellen (PRIV, die KEY-Modelle sowie DTEK50 und DTEK60) sind davon nicht betroffen, da sie Android nutzen.

Wer noch eines der älteren Geräte in Betrieb hat, sollte nun also schnellstens auf ein modernes Smartphone wechseln – und möglichst heute noch verbliebene Daten retten.

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