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Apple Watch Series 6 & SE im Test: Das ist die richtige Smartwatch-Wahl

Vergleichstest  

Apple Watch Series 6 & SE: Welche ist die richtige?

Von Jan Mölleken

26.09.2020, 15:56 Uhr
Apple Watch Series 6 & SE im Test: Das ist die richtige Smartwatch-Wahl. Apple Watch Series 6 und SE: Welche Uhr soll man kaufen? (Quelle: Jan Mölleken)

Apple Watch Series 6 und SE: Welche Uhr soll man kaufen? (Quelle: Jan Mölleken)

Seit wenigen Tagen sind die neuen Apple Watches erhältlich: Das Topmodell Series 6 und gut die ausgestattete aber deutlich günstigere Watch SE. Doch welche Uhr sollte man sich kaufen? Wir haben beide Geräte getestet.

Apple hat seine Smartwatch in diesem Jahr mit der Watch Series 6 (ab 418,15 Euro) nicht nur erneuert – sondern mit der Watch SE (291,45 Euro) auch noch ein neues, günstigeres Modell eingeführt. Und das ist auf den ersten Blick so gut, dass man sich fast schon fragt, ob es überhaupt die mindestens 130 Euro teurere Series 6 sein muss. Doch dafür gibt es tatsächlich ein paar gute Gründe. Die beiden Uhren im Vergleichstest:

Das Design der Apple Watch Series 6 hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht geändert. (Quelle: Jan Mölleken)Das Design der Apple Watch Series 6 hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht geändert. (Quelle: Jan Mölleken)

Apple Watch Series 6

In diesem Jahr setzt Apple beim Topmodell eher auf dezente Weiterentwicklungen. Legt man die neue Series 6 neben das Vorjahresmodell, verrät höchstens die Farbe, dass es sich um das aktuelle Modell handelt. Tatsächlich ist Apple hier deutlich farbenfroher geworden. So gibt es die neue Watch als Aluminium-Version nun zusätzlich zu den Ausführungen in Silber, Grau und Rosegold auch als blaues und rotes Modell. Die Edelstahlvarianten erhalten zudem noch die Farbe Graphit und ein helleres Gold. Zusammen mit den zahlreichen Armband-Varianten haben Käufer nun wirklich viele Möglichkeiten, sich die Uhr dem eigenen Geschmack nach anzupassen. Hier ist auch klar: Apples Uhr ist längst nicht mehr nur Gadget, sondern auch Accessoire.

Neue Blutsauerstoff-Messung

Es genügt allerdings auch, die Uhr einfach umzudrehen: Denn auf der Rückseite sind die vier runden Sensoren für die neue Blutsauerstoffmessung zu erkennen. Vier rote und grüne LEDs beleuchten die Haut unter der Uhr, integrierte Fotodioden können an der Farbe des Bluts ablesen, wie viel Sauerstoff darin gebunden ist.

Hier leuchten die roten und grünen Dioden für die Blutsauerstoffmessung (Quelle: Jan Mölleken)Hier leuchten die roten und grünen Dioden für die Blutsauerstoffmessung (Quelle: Jan Mölleken)

Dasselbe Prinzip kennen viele, die im Krankenhaus aus einer Vollnarkose erwachen. Auch dort wird die Sauerstoffsättigung – meist mit einem Fingerklipp – optisch gemessen. Anders als diese Geräte, sind Apples Sensoren aber nicht als medizinisches Gerät klassifiziert – was sicherlich erhebliche Zulassungshürden bedeutet hätte.

Die Messung selbst kann per App gestartet werden und dauert 15 Sekunden. In den allermeisten Fällen wird ein Wert zwischen 100 und 95 ermittelt – in höheren Lagen vielleicht auch etwas niedrigere Werte. Was man aber mit diesem Wert anfangen soll, scheint nicht mal Apple so genau zu wissen. Allerdings sei man dabei, Zusammenhänge mit bestimmten Krankheitsbildern zu ermitteln, erklärte das Unternehmen. Gut möglich also, dass sich die Sensoren in ein oder zwei Jahren noch als wirklich hilfreich erweisen.

Neu ist das Verfahren übrigens nicht, andere Fitnessbänder bieten die Funktion teilweise schon seit Jahren.

Verbessertes, helleres Display

Das Display der Uhr wirkt zunächst ebenfalls identisch – doch hier hat Apple an einer entscheidenden Stelle nachgebessert: Schon die Series 5 führte das sogenannte Always-On-Display ein. Vorher zeigte die Apple Watch aus Energiegründen nur etwas auf dem Display, wenn man aktiv auf die Uhr schaute – andernfalls blieb der Schirm häufig dunkel. Mit Always On gibt es nun einen zweiten, energieeffizienten Modus: Schaut man nicht aktiv auf die Uhr, wird ein effizienterer Darstellungsmodus aktiviert: Sich bewegende Elemente werden ausgeblendet und die Helligkeit abgesenkt. Trotzdem ist das Zifferblatt noch sichtbar.

Gerade in hellen Umgebungen oder bei gleißendem Sonnenlicht war das teils aber zu dunkel, um wirklich etwas zu erkennen. Das hat sich bei der Series 6 nun verändert. Im direkten Vergleich ist auch die Spar-Darstellung viel heller und besser ablesbar – ein echter Vorteil. Gleichzeitig soll darunter die Akku-Leistung nicht leiden. Tatsächlich sind uns in der Handvoll Testtage keine spürbare Veränderung bei der Akkulaufzeit aufgefallen.

Im Vergleich zur Series 5 scheinen die Displays der neuen Watches zudem farblich etwas nüchterner und neutraler abgestimmt zu sein. Die Unterschiede sind subtil – uns haben sie aber gefallen.

Mehr Leistung, schnellere Ladezeit

Laut Apple ist der neue S6-Chip in der Uhr etwa 20 Prozent leistungsfähiger als der S5-Chip im Vorgängermodell. Tatsächlich öffnen sich manche Apps auf der neuen Uhr minimal schneller, der Vorteil ist – zumindest jetzt – marginal, da die Series 5 für alle Aufgaben noch absolut ausreichend schnell ist.  Außerdem gehört zum neuen Chip ein verbessertes Altimeter, das nun dauerhaft die Höhe misst. Sie lässt sich nun auch als Komplikation (so heißen die Zusatzelemente im Ziffernblatt) einblenden.

Deutlich relevanter dürfte für viele Nutzer aber sein, dass sich die Apple Watch nun auch schneller aufladen lässt: rund 60 Minuten dauert es, die Uhr auf 80 Prozent zu laden, nach knapp anderthalb Stunden ist sie voll. Beim Vorgängermodell konnte das gut eine Stunde länger dauern.

Das schnellere Laden ist auch nötig, wenn man die neue Schlaftracking-Funktion nutzen möchte. Dann nämlich wird die Uhr auch über Nacht getragen. Im Test hat es bei der Series 6 gut geklappt, sie nach dem Aufstehen ans Ladegerät zu hängen und dann beim Verlassen der Wohnung mitzunehmen. Mit der Series 5, auf der wir dank der Beta-Version von WatchOS 7 zuvor schon einige Wochen das Schlaftracking getestet hatten, klappte das nicht. Hier musste die Uhr stets am Abend, rechtzeitig vorm Schlafengehen geladen werden. Erfreulicherweise weist die Apple-Watch abends rechtzeitig darauf hin, wenn der Akkustand zu niedrig ist, um die Nacht durchzuhalten.

Einige der spannendsten Funktionen, die man auf der Apple Watch Series 6 entdeckt, sind allerdings auch für andere, ältere Modelle verfügbar, da sie Teil vom neuen WatchOS 7 sind. Sie müssen aus Platzgründen an anderer Stelle in einem separaten Artikel erläutert werden.

Apple Watch SE – Ein Best-of der Vorgängermodelle

Den Test der Apple Watch SE kann man recht zügig zusammenfassen, da sie sich, abgesehen von einigen wichtigen Unterschieden im Alltag, sehr ähnlich anfühlt wie die Series 6: Auch sie ist auf den ersten Blick nicht von Series 5 oder Series 6 zu unterscheiden. Sie ist eine Art von Best-of der vergangenen zwei Generationen. Das Display ist eher mit der Series 4 zu vergleichen: Form und Auflösung gleichen dem aktuellen Modell – auf die Always-On-Funktion muss man allerdings leider verzichten.

Äußerlich kaum zu unterscheiden: Die Watch Series 6 (links) und die Watch SE (Quelle: Jan Mölleken)Äußerlich kaum zu unterscheiden: Die Watch Series 6 (links) und die Watch SE (Quelle: Jan Mölleken)

Allerdings ist sie leistungsfähiger als die Apple Watch Series 4: Im Innern steckt nämlich der S5-Chip aus dem Vorjahresmodell, damit fühlt sie sich absolut ausreichend schnell an. Beim WLAN muss man hingegen Abstriche machen: das schnelle 5-GHz-Netz beherrscht die SE im Gegensatz zur Series 6 nicht.

Auch auf die neue Blutsauerstoffmessung muss man verzichten, genauso wie auf die Möglichkeit, ein EKG am Handgelenk zu machen. Jenseits davon fühlt sich die SE im Alltag aber nahezu genauso an, wie das teurere Schwestermodell. Eine neue Funktion in WatchOS 7 soll die günstigere Watch SE auch für Kinder und Jugendliche interessant machen, die selbst kein iPhone besitzen.

Über die neue Familienkonfiguration können die Smartwatches jetzt auch so eingerichtet werden, dass der Träger selbst kein iPhone braucht – dennoch aber die meisten Funktionen der Uhr nutzen kann. Eltern wissen gleichzeitig, wo sich die Kinder aufhalten oder können über die Apple Watch mit ihnen kommunizieren. Familienkonfiguration soll es außerdem ermöglichen, ältere Menschen besser im Blick zu behalten oder über Stürze informiert zu werden.

Die Watch SE gibt es nur in den Farben Silber, Dunkelgrau und Roségold. Dafür lässt sie sich – wie auch alle anderen Watches mit den neuen Armbändern ohne Schließmechanismus kombinieren. Solo Loop (47,75 Euro) und Geflochtenes Solo Loop (96,50 Euro) heißen die neuen Bänder – sie sind in neun Größen erhältlich. Um die passende Größe zu ermitteln geht man entweder in einen Apple-Store oder druckt sich ein vorgefertigtes Maßband aus. Man kann das Solo-Loop-Armband nachträglich kaufen, oder erhält es direkt im Paket mit der Apple Watch. Die Berichte, nach denen sich ein nicht passendes Armband nur in Verbindung mit der Uhr tauschen ließen, sollten Nutzer im Übrigen nicht verunsichern. Laut Apple können die Armbänder in eine andere Größe getauscht werden, ohne dass auch die Uhr eingeschickt werden müsse.

Welches Modell soll es also sein?

Die Apple Watch ist seit Jahren die meistverkaufte Smartwatch und sowohl die Watch Series 6 als auch die Watch SE zeigen, warum sie in dieser Gerätekategorie noch immer der Maßstab ist, an dem sich die Konkurrenz messen lassen muss. Für iPhone-Nutzer gibt es schlicht keine bessere Alternative, für alle anderen ist sie dagegen weiterhin keine – da ein iPhone weiterhin Nutzungsvorraussetzung ist.

Wer sich jetzt eine neue Apple Watch kaufen möchte, hat im Wesentlichen drei Modelle zur Auswahl: Die neue Watch Series 6 (ab 418 Euro), die Watch SE (ab 291 Euro) oder das ältere Modell Series 3 (213 Euro). Eines wird im Test recht deutlich: Mit der Watch SE gibt es eigentlich keinen Grund, sich eine Series 3 zu kaufen.

Sicher, 77 Euro Preisunterschied machen sich im Portemonnaie bemerkbar – für diesen Aufpreis bekommen Verbraucher aber eine in so vielen Aspekten überlegene Smartwatch, dass man dennoch eigentlich nur zur SE raten kann.

Tatsächlich ist die Watch SE sogar so gut, dass sie für einige Nutzer auch die bessere Wahl gegenüber der neuen Series 6 darstellt: Denn nicht jeder wird im Alltag die Möglichkeit vermissen, ein EKG zu erstellen oder seinen Blutsauerstoffgehalt zu messen. Etwas schmerzlicher ist hingegen der Verzicht auf das Always-On-Display: Der kurze Seitenblick auf die Uhr klappt beim SE oft nicht – hier muss wenigstens kurz der Arm bewegt werden. Auch das etwas gemächlichere Aufladen kann – je nach persönlichen Gewohnheiten – durchaus stören.

Am Ende ist es also eine persönliche Geschmacks- und Budgetfrage. Bei beiden Modellen gibt es fast nichts zu meckern – nur der Akku könnte noch etwas mehr Reserven haben. Zwar reicht er im Normalfall gut über den Tag – wer das Aufladen aber nur einmal vergisst, schaut am nächsten Tag früher oder später auf ein schwarzes Display. Und das ist bei einer Uhr noch ärgerlicher, als bei einem Smartphone.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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