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Kamera-Tuning fĂŒrs Smartphone

Von dpa
28.08.2018Lesedauer: 3 Min.
PortrÀt auf vier Pfoten: Mit dem Smartphone und der passenden App können durchaus eindrucks- oder stimmungsvolle Fotos gelingen.
PortrÀt auf vier Pfoten: Mit dem Smartphone und der passenden App können durchaus eindrucks- oder stimmungsvolle Fotos gelingen. (Quelle: Silvia Marks./dpa)
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Gelsenkirchen (dpa/tmn) - Unscharf, blass, dunkel: Nicht jedes Smartphone bietet ab Werk eine berauschende FotoqualitÀt. Das kann an einem schlechten Kameramodul liegen, aber auch an der Kamera-App.

Die vorinstallierte Anwendung bietet oft nur einen schmalen Funktionsumfang oder manipuliert die Bilder automatisch, ohne dass der Fotograf es merkt.

"Einige Handys bieten direkt beim Fotografieren mit der Frontkamera automatische Hauttonkorrektur, AugenvergrĂ¶ĂŸerung und Entzerrung an", erklĂ€rt der Foto-Journalist Heico Neumeyer. Das ist gut gemeint, kann aber unnatĂŒrlich wirken. Fotografen wissen mit ein paar manuellen Einstellungen oft viel mehr aus den Bildern herauszuholen.

Verschiedene Smartphone-Kameras können aber auch mit denselben Einstellungen unterschiedliche Ergebnisse liefern. Es empfiehlt sich, mehrere Apps zu testen, um die beste Software fĂŒr das eigene GerĂ€t zu finden.

Foto-Apps fĂŒr Android haben es schwerer als iPhone-Anwendungen. "WĂ€hrend die Entwickler bei Apple ihre Apps nur fĂŒr wenige Kamera-Module optimieren mĂŒssen, gibt es sehr viele unterschiedliche Android-Smartphones von vielen Herstellern mit verschiedensten Kameras", erklĂ€rt Alexander Spier vom Fachmagazin "c't". Das erschwere eine gezielte Optimierung.

Daher hat der Entwickler Mark Harman das Projekt "Open Camera" ins Leben gerufen. Die App auf Open-Source-Basis bietet fast jede erdenkliche Einstellmöglichkeit und kann daher gezielt an das eigene Smartphone angepasst werden. Sogar die BedienoberflĂ€che lĂ€sst sich fĂŒr Rechts- oder LinkshĂ€nder optimieren. Dazu kommen Funktionen wie eine automatische Bildstabilisierung oder HDR. Die kostenlose App wird zudem stĂ€ndig weiterentwickelt. Wer dabei helfen möchte, kann Entwickler Harman per App 2,29 Euro spenden.

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Ebenfalls einen recht großen Funktionsumfang bietet "Manual Camera" von den Geeky Devs Studio. Die App richtet sich recht gezielt an Besitzer einer Spiegelreflexkamera und will den Umstieg auf oder die zeitweilige Nutzung des Smartphone versĂŒĂŸen. Dazu orientiert sie sich bei der BedienoberflĂ€che an Kameras von Canon, Nikon und Co. So werden Blende, ISO oder Belichtungszeit etwa mit einem kleinen RĂ€dchen auf dem Bildschirm eingestellt. Die App kostet 3,29 Euro.

Wem andere Kamera-Apps bislang zu kompliziert waren, sollte "Footej Camera" von Semaphore ausprobieren. Die App hat den Anspruch, das Maximum aus der Smartphonekamera herauszuholen, dabei aber trotzdem einfach zu bedienen zu sein. TatsĂ€chlich ist die BedienoberflĂ€che sehr simpel gehalten und fĂŒr SchnappschĂŒsse optimiert.

In den MenĂŒs sind aber auch zahlreiche Funktionen fĂŒr aufwendigere Bilder versteckt. So erlaubt etwa der Burst-Modus, viele Bilder in rascher Abfolge zu schießen, um Bewegungen optimal einzufangen. Auch animierte GIFs lassen sich erstellen. Die Grundversion ist gratis, die erweiterte Version kostet ab 2,99 Euro.

Auch fĂŒr iOS-GerĂ€te gibt es Alternativen zur Kamera-App von Apple - etwa "Procam 5" von Samer Azzam. Sie bietet den vollen Funktionsumfang fĂŒr Profis, etwa Aufnahmen im unkomprimierten RAW-Format. "RAW erlaubt eine bessere Weiterverarbeitung mit Profi-Software wie Adobe Lightroom", sagt Alexander Spier. Diverse Bildformate unterstĂŒtzt die App (6,99 Euro) ebenso wie die Einblendung von Gitterlinien, die bei der Bildkomposition helfen. Und auch Video-Aufnahmen in 4K-Auflösung sind möglich.

RAW-UnterstĂŒtzung bietet auch die iOS-App "Halide" von Chroma Noir (6,99 Euro). Daneben gibt es einen großen Funktionsumfang, eine aufgerĂ€umte OberflĂ€che und die Möglichkeit, eine Apple Watch als Fernauslöser zu nutzen. Dabei sieht der Fotograf auf der Uhr auch eine Live-Vorschau des Bildes. DarĂŒber hinaus sind auch die manuellen Einstellmöglichkeiten vielfĂ€ltig.

"VSCO" von der Visual Supply Company will mehr als eine App, sondern auch eine Community fĂŒr Fotografen und Filmemacher sein. Bilder und Filme können sofort hochgeladen und diskutiert werden. Artikel und Tutorials ermuntern zum Ausprobieren neuer Techniken. Dementsprechend gibt es laufend neue oder wechselnde Filter in der App. Damit eignet sich "VSCO" auch gut fĂŒr Einsteiger, die sich ausprobieren wollen und den ewig gleichen "Instagram"-Look satthaben. Die App ist kostenlos, ein Zugriff auf alle Inhalte der Community setzt aber ein Jahresabo voraus.

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