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Vodafone will mit O2 Allianz gegen die Telekom schließen

Konkurrenz für die Telekom  

Vodafone will mit O2 eine Allianz schließen

08.05.2019, 16:28 Uhr | dpa

Vodafone will mit O2 Allianz gegen die Telekom schließen. Für schnelles Internet (Symbolbild): Vodafone will den Kabelnetzbetreiber Unitymedia übernehmen und der Telekom noch mehr Konkurrenz machen. (Quelle: imago images/ Jan Huebner)

Für schnelles Internet (Symbolbild): Vodafone will den Kabelnetzbetreiber Unitymedia übernehmen und der Telekom noch mehr Konkurrenz machen. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Vodafone will den Kabelnetzbetreiber Unitymedia übernehmen und der Telekom so noch mehr Konkurrenz machen. Weil die EU-Kommission Bedenken gegen den Deal hat, zieht Vodafone-Chef Ametsreiter einen Joker.

Die Deutsche Telekom könnte beim schnellen Internet einen weiteren bundesweiten Konkurrenten bekommen. Vodafone will sein Kabelnetz dem Rivalen Telefónica Deutschland (O2) öffnen, um die Zustimmung der EU-Kommission zur milliardenschweren Übernahme von Unitymedia zu erreichen, wie der Konzern in Düsseldorf mitteilte.

Vodafone hatte im Frühjahr angekündigt, die Kabelnetze von "Liberty Global" – in Deutschland unter dem Namen Unitymedia im Geschäft – auch in Ungarn, Tschechien und Rumänien für insgesamt etwa 18,4 Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Die EU-Kommission hatte Bedenken gegen den Zusammenschluss in Deutschland geäußert und eine Prüfung des Deals eingeleitet.

Vodafone-Vorstand: Maßnahme gut für Verbraucher

Vodafone habe einen Großhandelsvertrag mit Telefónica geschlossen, sagte Vorstandschef Hannes Ametsreiter. Wenn die EU-Kommission die Unitymedia-Übernahme freigebe, könne Telefónica eigene Kabelprodukte über das Vodafone Netz an 23,7 Millionen Haushalte in Deutschland verkaufen.

Telefónica bekomme so Zugang zu Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 300 Megabit pro Sekunde. Das sei schneller als die aktuell schnellsten VDSL-Angebote im Markt. "Unser Maßnahmenpaket in Deutschland hebt den Wettbewerb auf eine ganz neue Stufe", sagte Ametsreiter. Es sei gut für Verbraucher, Wettbewerb und TV-Kanäle.

Die Telekom sieht die Ankündigungen von Vodafone kritisch. "Der Vorschlag von Vodafone ist offenbar der Versuch, eine Fusion zu retten, die bei der EU-Kommission auf große Bedenken stößt", teilte der Bonner Konzern mit. Durch den Vertrag zwischen Vodafone und Telefónica werde kein einziger zusätzlicher Breitbandanschluss gebaut. "Problematisch könnte sein, dass der Ausbau von Glasfaser bis ins Haus gebremst wird", sagte ein Sprecher. Ein intensiverer Infrastruktur-Wettbewerb zum Ausbau von Glasfaser wäre aber gerade für Deutschland besonders wichtig.

Wissenschaftler: Fusion wird den Wettbewerb beflügeln

United Internet sieht in der Vereinbarung einen "Schritt in die richtige Richtung". Vodafone rüste sein Kabelnetz auf Gigabit-Geschwindigkeiten auf, stelle Telefónica aber nur Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von maximal 300 Megabit zur Verfügung. Das werde den Wettbewerb nicht wirklich beleben. "Ohne den fairen Zugang aller Wettbewerber zum fusionierten Kabelnetz ändert sich nichts an der grundlegenden Problematik der geplanten Übernahme", sagte Vorstandschef Ralph Dommermuth.

Der Wettbewerbsrechtler Professor Justus Haucap von der Universität Düsseldorf beurteilt die Vereinbarung zwischen Vodafone und Telefónica dagegen positiv. "Das wird den Wettbewerb erheblich beflügeln", sagte der ehemalige Vorsitzende der Monopolkommission. Für die Telekom werde es durch einen dritten nationalen Anbieter nicht einfacher.

Vodafone kommt Brüsseler Bedenken auch beim Fernsehen entgegen. Fernsehsender könnten künftig Kundenbeziehungen über das Internet völlig unabhängig von Vodafone und seiner TV-Plattform eingehen. Vodafone verpflichte sich zudem, Sendern die Verbreitung ihrer Inhalte im Internet nicht einzuschränken.
 


Vodafone gehört seit 2014 das Netz von Kabel Deutschland. Der Konzern würde mit der Übernahme auch das verbliebene Kabelfernsehnetz in Deutschland kontrollieren, da Unitymedia große Teile der Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg gehören.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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