Sie sind hier: Home > Digital > Netzpolitik >

Edward Snowden: Russischer Geheimdienst soll Whistleblower angeworben haben

Angebot vom FSB  

Russischer Geheimdienst wollte angeblich Snowden anwerben

19.09.2019, 11:36 Uhr | dpa

Edward Snowden: Russischer Geheimdienst soll Whistleblower angeworben haben. Ein Zauberwürfel liegt neben Edward Snowdens neuem Buch "Permanent Record: Meine Geschichte": Angeblich soll der russische Geheimdienst versucht haben, den Ex-NSA-Mitarbeiter anzuwerben. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)

Ein Zauberwürfel liegt neben Edward Snowdens neuem Buch "Permanent Record: Meine Geschichte": Angeblich soll der russische Geheimdienst versucht haben, den Ex-NSA-Mitarbeiter anzuwerben. (Quelle: Jörg Carstensen/dpa)

Seit fünf Jahren lebt der Whistleblower Edward Snowden im russischen Exil – nach eigenen Angaben unfreiwillig. Bei seiner Ankunft soll der russische Geheimdienst versucht haben, den Ex-NSA-Mitarbeiter aus den USA anzuwerben. Snowden habe abgelehnt, sagt ein Vertrauter. 

Der Whistleblower Edward Snowden hat nach eigenen Angaben einen Anwerbeversuch des russischen Geheimdiensts bei seiner Ankunft 2013 in Moskau ausgeschlagen. Snowdens russischer Anwalt Anatoli Kutscherena bestätigte der Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch, dass der Geheimdienst FSB Snowden auf dem Airport Scheremetjewo zu einem Gespräch getroffen habe. Der Amerikaner habe ihm später erzählt, dass ein FSB-Mitarbeiter ihm die Zusammenarbeit mit dem russischen Geheimdienst angeboten habe. Snowden habe abgelehnt.

In seiner diese Woche erschienenen Autobiografie "Permanent Record" beschrieb Snowden ein Gespräch, "das sich mit "Komm zu uns und arbeite für uns" zusammenfassen lässt". Eine der Fragen sei gewesen: "Gibt es vielleicht irgendeine Information, irgendeine Kleinigkeit, die Sie uns mitteilen könnten?" – zusammen mit dem Hinweis, dass für jemanden in seiner Situation das Leben ohne Freunde sehr schwer sein werde. Snowden entgegnete demnach: "Wir kommen schon zurecht."

Nachdem der russische Präsident Wladimir Putin, der selbst einst FSB-Chef war, Snowden Asyl gewähren ließ, gab es immer wieder Spekulationen um eine mögliche Zusammenarbeit Snowdens mit dem Geheimdienst in Moskau. Der frühere Mitarbeiter der US-Geheimdienste CIA und NSA wehrt sich seit langem gegen den Eindruck, er kooperiere mit den Russen. Er meidet in Moskau öffentliche Äußerungen, sprach zur Erscheinung des Buchs aber mit zahlreichen westlichen Medien.

Der Ex-Geheimdienstler hatte 2013 Dokumente zu Ausspäh-Aktivitäten des US-Abhördienstes NSA und seines britischen Gegenparts GCHQ an Journalisten gegeben. Auf der Flucht über Hongkong wollte er nach eigenen Angaben nach Ecuador, strandete aber am Moskauer Flughafen, nachdem die US-Regierung seinen Reisepass annulliert hatte. Snowden bekam Asyl in Russland, nach einer Verlängerung aktuell bis 2020.


Dem US-Magazin "Wired" sagte Snowden, er habe seit dem Gespräch am Flughafen keine weiteren Interaktionen mit russischen Geheimdiensten gehabt. Er habe auch keine NSA-Unterlagen nach Moskau mitgebracht. "Alles, was ich habe, ist in meinem Kopf – und ich war nicht bereit, es ihnen zu geben."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
AnzeigeREIFENKONFIGURATOR

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR;

shopping-portal