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Twitter führt Leseaufforderung für Artikel ein: Erst lesen, dann teilen

"Erst lesen, dann teilen"  

So will Twitter unüberlegtes Teilen verhindern

21.10.2020, 19:00 Uhr | str, t-online

Twitter führt Leseaufforderung für Artikel ein: Erst lesen, dann teilen. "Die Überschrift erzählt nicht die ganze Geschichte": Twitter testet eine neue Funktion, die Nutzer zum Lesen von Artikeln auffordert, bevor sie diese teilen.  (Quelle: Twitter)

"Die Überschrift erzählt nicht die ganze Geschichte": Twitter testet eine neue Funktion, die Nutzer zum Lesen von Artikeln auffordert, bevor sie diese teilen. (Quelle: Twitter)

Manche Nutzer teilen Artikel, ohne sie gelesen zu haben. Ein Twitter-Hinweis soll sie künftig daran erinnern, vorher den Inhalt zu prüfen. Manche Geisterdebatte könnte so verhindert werden, glaubt die Plattform. 

Eine reißerische Überschrift reicht oft aus, um Leute in Rage zu versetzen und Zusammenhänge in ein falsches Licht zu rücken. Beim Kurznachrichtendienst Twitter ist man überzeugt: Oft könnten Missverständnisse vermieden werden, wenn Nutzer die Texte sorgsam lesen würden, bevor sie diese weiterverbreiten. 

Erst lesen, dann teilen

Seit Mitte Juni testet die Plattform deshalb eine Funktion, die Nutzer zum Lesen animieren soll. Sobald ein Nutzer versucht, einen Beitrag zu retweeten, ohne den darin verlinkten Artikel aufgerufen zu haben, erscheint automatisch ein entsprechender Hinweis. Am Mittwoch soll die Funktion nun weltweit eingeführt werden. 

Tatsächlich habe die Funktion im Test bereits dazu geführt, dass deutlich mehr Nutzer den Link öffneten, bevor sie ihn teilten, teilte Twitter am Mittwoch mit. Das wiederum trage "zu einer fundierteren und überlegteren Kommunikation" bei, sagte Suzanne Xie, die verantwortliche Projektmanagerin bei Twitter.

"Artikel können auf Twitter leicht viral gehen. Das ist einerseits großartig für den schnellen Austausch von Informationen. Es kann aber auch schädlich für einen fundierten Meinungsaustausch sein, besonders wenn Nutzer nicht gelesen haben, was sie gerade twittern", so Xie. 

Die Teilen-Funktion wird dadurch nicht eingeschränkt

Die Funktion betrifft nur Links, die zu Nachrichtenseiten führen. Der Hinweis erscheint auch nicht bei Links, die in den vergangenen sieben Tagen schon einmal über Twitter aufgerufen wurden. Länger zurückliegende Aktivitäten werden nicht erfasst. Twitter prüft auch nicht, ob der Artikel bereits über eine andere App geöffnet wurde. 

Twitter betont, dass die Teilen-Funktion durch den Hinweis nicht eingeschränkt wird. Nutzer können die Lese-Aufforderung einfach ignorieren und den Beitrag teilen, auch ohne den Link zu klicken und den dahinter liegenden Artikel zu lesen. 

Die sozialen Netzwerke bereiten sich derzeit mit verschiedenen Maßnahmen auf den US-Wahlkampf vor. Es wird erwartet, dass die Stimmauszählung länger dauert als gewohnt. Twitter und Facebook wollen verhindern, dass sich einer der Kandidaten vorschnell zum Sieger erklärt oder Zweifel am Wahlergebnis aussät. Auch die Corona-Pandemie stellt die Plattformen vor Herausforderungen. Verschwörungstheorien und Fehlinformationen behindern die Aufklärungsarbeit der Gesundheitsbehörden. 

Verwendete Quellen:

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