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Das Lenovo Thinkpad X1 Fold im Test

Von dpa
22.12.2020Lesedauer: 3 Min.
Ein unsichtbares, aber hoch entwickeltes Scharnier macht die Displayverrenkungen des Lenovo Thinkpad X1 Fold erst m├Âglich.
Ein unsichtbares, aber hoch entwickeltes Scharnier macht die Displayverrenkungen des Lenovo Thinkpad X1 Fold erst m├Âglich. (Quelle: Zacharie Scheurer/dpa-tmn./dpa)
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Berlin (dpa/tmn) - Bei diesem tragbaren Computer kann man das Wort Notebook w├Ârtlich nehmen. Das Thinkpad X1 Fold sieht zusammengeklappt wie ein in Leder gebundenes Buch aus. Ausgeklappt kann das Notebook mit faltbarem Bildschirm auch wie ein Tablet verwendet werden.

Ähnlich wie bei den faltbaren Smartphones von Lenovo oder Samsung kann man dann schon den etwa ein Finger breiten Bereich des Bildschirms erkennen, in dem sich das Display biegt. Doch im Alltag, beim Surfen im Netz, beim Schauen von Videos oder bei produktiveren Anwendungen spielt das quasi keine Rolle mehr, weil man über den Doppelknick hinweg schaut.

Bildschirmtastatur oder Bluetooth-Keyboard

Angenehm ist, dass sich der 13,3 Zoll gro├če Bildschirm je nach Verwendung in unterschiedlichen ├ľffnungswinkeln arretiert. Klappt man das Ger├Ąt im Bereich von 90 bis 120 Grad auf, teilt sich die Bildschirmanzeige. Man muss nun entweder eine Bildschirmtastatur aufs Display zaubern oder ein mitgeliefertes Bluetooth-Keyboard verwenden.

Dieses rastet von einem kleinen Magneten unterst├╝tzt ein und erlaubt wackelfreies Schreiben. Sehr praktisch ist, dass die Tastatur auch zwischen beiden Displayseiten transportiert werden kann, wenn man das X1 Fold zuklappt. An der Tastatur befindet sich auch eine kleine Schlaufe, mit der man verhindern kann, dass man den mitgelieferten Bedienstift verlegt.

Wo sind die Umlaute hin?

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Anwender in Deutschland, die schnell mit zehn Finger schreiben, werden sich allerdings daran st├Âren, dass Lenovo die Umlaute und Sonderzeichen wie das Pluszeichen oder den Stern (*) auf eine zweite Ebene verbannt hat. Sie k├Ânnen nur mit Hilfe einer Funktionstaste angesprochen werden. Daher m├╝ssen sich Vielschreiber noch eine andere Tastatur besorgen, wenn sie mit dem Fold X1 bequem l├Ąngere Texte schreiben wollen.

Die kompakte Tastatur von Lenovo oder ein vollwertiges Alternativ-Keyboard kann nat├╝rlich auch vor das Fold X1 gelegt werden. Dann stehen im geknickten Zustand ├Ąhnlich wie beim angek├╝ndigten Surface Neo von Microsoft beide Bildschirmh├Ąlften zur Verf├╝gung. Ausgestreckt kann dann das gesamte Display als einheitliche Fl├Ąche genutzt werden. Ein St├Ąnder, der aus einem ausklappbaren Teil der Lederh├╝lle besteht, sorgt f├╝r eine stabile Position.

Zu den technischen Daten: Das Display mit OLED-Technik bietet eine Aufl├Âsung von 2048 mal 1536 Pixeln. Dieses Bildseitenverh├Ąltnis von 4:3 ist f├╝rs Arbeiten und Lesen ideal, Videos im ├╝blichen Kinoformat werden dagegen mit dicken schwarzen Streifen dargestellt.

Daf├╝r bietet der Bildschirm sch├Âne Farben, ein sattes Schwarz und auch gen├╝gend Helligkeit - obwohl das Datenblatt von Lenovo nur 300 Nits Helligkeit anzeigt, was f├╝r ein Notebook der Oberklasse kein guter Wert w├Ąre. Tats├Ąchlich ist die Helligkeit aber vergleichbar mit den Macbooks von Apple, deren Displays 500 Nits bieten.

Sparsamer F├╝nfkern-Prozessor

Als Hauptchip steckt im Fold X1 ein Intel Core-i5 der elften Generation (L16G7) mit vier Kernen f├╝r den energieeffizienten Betrieb und einem Kern f├╝r Hochleistungsanforderungen. Zum Vergleich: Apples neuer M1-Prozessor kommt mit acht Kernen daher, davon vier Stromsparkerne und vier f├╝r Top-Anforderungen.

Mit dieser Ausstattung ist der Fold X1 ein treuer B├╝roknecht, eine sch├Âne Surfstation und beim richtigen Videoformat auch ein formidabler Bildschirm zum Filmeschauen. Qu├Ąlt man das Ger├Ąt aber beispielsweise mit aufwendigen Filter-Jobs in der Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop, hat man weniger Freude damit.

Im Alltag h├Ąlt der Akku einen ganzen Arbeitstag durch. Die von Lenovo versprochenen elf Stunden waren im Test zwar nicht erreichbar, was aber auch nicht weiter gest├Ârt hat. Angenehm f├Ąllt auf, dass das Fold X1 im Alltag nicht l├Ąrmt. Der eingebaute L├╝fter sprang nur bei der ├Ąu├čerst anspruchsvollen Bildbearbeitung an. Die K├╝hlk├Ârper und W├Ąrmeverteiler, die die Hauptplatine umschlie├čen, sind von den Entwicklern clever designt worden.

Fazit: Das Thinkpad Fold X1 gef├Ąllt mit einem innovativen Displaykonzept. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Scharniermechanik funktioniert, wenn man das Notebook zusammenfaltet. Man hat nicht den Eindruck, dass man Teilnehmer eines Experiments mit ungewissem Ausgang ist. Daf├╝r wirkt das Ger├Ąt zu ausgereift. Das gro├če Aber: 2700 Euro Anschaffungskosten, mit einem gr├Â├čeren SSD-Speicher (512 GB statt 256 GB) noch 120 Euro mehr. Das ist ein stolzer Preis, um Innovation erleben zu d├╝rfen.

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