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Innovation kostet: Das Lenovo Thinkpad X1 Fold im Test

Innovation kostet  

Das Lenovo Thinkpad X1 Fold im Test

22.12.2020, 04:02 Uhr | dpa

Innovation kostet: Das Lenovo Thinkpad X1 Fold im Test. Ein unsichtbares, aber hoch entwickeltes Scharnier macht die Displayverrenkungen des Lenovo Thinkpad X1 Fold erst möglich.

Ein unsichtbares, aber hoch entwickeltes Scharnier macht die Displayverrenkungen des Lenovo Thinkpad X1 Fold erst möglich. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa/tmn) - Bei diesem tragbaren Computer kann man das Wort Notebook wörtlich nehmen. Das Thinkpad X1 Fold sieht zusammengeklappt wie ein in Leder gebundenes Buch aus. Ausgeklappt kann das Notebook mit faltbarem Bildschirm auch wie ein Tablet verwendet werden.

Ähnlich wie bei den faltbaren Smartphones von Lenovo oder Samsung kann man dann schon den etwa ein Finger breiten Bereich des Bildschirms erkennen, in dem sich das Display biegt. Doch im Alltag, beim Surfen im Netz, beim Schauen von Videos oder bei produktiveren Anwendungen spielt das quasi keine Rolle mehr, weil man über den Doppelknick hinweg schaut.

Bildschirmtastatur oder Bluetooth-Keyboard

Angenehm ist, dass sich der 13,3 Zoll große Bildschirm je nach Verwendung in unterschiedlichen Öffnungswinkeln arretiert. Klappt man das Gerät im Bereich von 90 bis 120 Grad auf, teilt sich die Bildschirmanzeige. Man muss nun entweder eine Bildschirmtastatur aufs Display zaubern oder ein mitgeliefertes Bluetooth-Keyboard verwenden.

Dieses rastet von einem kleinen Magneten unterstützt ein und erlaubt wackelfreies Schreiben. Sehr praktisch ist, dass die Tastatur auch zwischen beiden Displayseiten transportiert werden kann, wenn man das X1 Fold zuklappt. An der Tastatur befindet sich auch eine kleine Schlaufe, mit der man verhindern kann, dass man den mitgelieferten Bedienstift verlegt.

Wo sind die Umlaute hin?

Anwender in Deutschland, die schnell mit zehn Finger schreiben, werden sich allerdings daran stören, dass Lenovo die Umlaute und Sonderzeichen wie das Pluszeichen oder den Stern (*) auf eine zweite Ebene verbannt hat. Sie können nur mit Hilfe einer Funktionstaste angesprochen werden. Daher müssen sich Vielschreiber noch eine andere Tastatur besorgen, wenn sie mit dem Fold X1 bequem längere Texte schreiben wollen.

Die kompakte Tastatur von Lenovo oder ein vollwertiges Alternativ-Keyboard kann natürlich auch vor das Fold X1 gelegt werden. Dann stehen im geknickten Zustand ähnlich wie beim angekündigten Surface Neo von Microsoft beide Bildschirmhälften zur Verfügung. Ausgestreckt kann dann das gesamte Display als einheitliche Fläche genutzt werden. Ein Ständer, der aus einem ausklappbaren Teil der Lederhülle besteht, sorgt für eine stabile Position.

Zu den technischen Daten: Das Display mit OLED-Technik bietet eine Auflösung von 2048 mal 1536 Pixeln. Dieses Bildseitenverhältnis von 4:3 ist fürs Arbeiten und Lesen ideal, Videos im üblichen Kinoformat werden dagegen mit dicken schwarzen Streifen dargestellt.

Dafür bietet der Bildschirm schöne Farben, ein sattes Schwarz und auch genügend Helligkeit - obwohl das Datenblatt von Lenovo nur 300 Nits Helligkeit anzeigt, was für ein Notebook der Oberklasse kein guter Wert wäre. Tatsächlich ist die Helligkeit aber vergleichbar mit den Macbooks von Apple, deren Displays 500 Nits bieten.

Sparsamer Fünfkern-Prozessor

Als Hauptchip steckt im Fold X1 ein Intel Core-i5 der elften Generation (L16G7) mit vier Kernen für den energieeffizienten Betrieb und einem Kern für Hochleistungsanforderungen. Zum Vergleich: Apples neuer M1-Prozessor kommt mit acht Kernen daher, davon vier Stromsparkerne und vier für Top-Anforderungen.

Mit dieser Ausstattung ist der Fold X1 ein treuer Büroknecht, eine schöne Surfstation und beim richtigen Videoformat auch ein formidabler Bildschirm zum Filmeschauen. Quält man das Gerät aber beispielsweise mit aufwendigen Filter-Jobs in der Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop, hat man weniger Freude damit.

Im Alltag hält der Akku einen ganzen Arbeitstag durch. Die von Lenovo versprochenen elf Stunden waren im Test zwar nicht erreichbar, was aber auch nicht weiter gestört hat. Angenehm fällt auf, dass das Fold X1 im Alltag nicht lärmt. Der eingebaute Lüfter sprang nur bei der äußerst anspruchsvollen Bildbearbeitung an. Die Kühlkörper und Wärmeverteiler, die die Hauptplatine umschließen, sind von den Entwicklern clever designt worden.

Fazit: Das Thinkpad Fold X1 gefällt mit einem innovativen Displaykonzept. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Scharniermechanik funktioniert, wenn man das Notebook zusammenfaltet. Man hat nicht den Eindruck, dass man Teilnehmer eines Experiments mit ungewissem Ausgang ist. Dafür wirkt das Gerät zu ausgereift. Das große Aber: 2700 Euro Anschaffungskosten, mit einem größeren SSD-Speicher (512 GB statt 256 GB) noch 120 Euro mehr. Das ist ein stolzer Preis, um Innovation erleben zu dürfen.

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