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Sachsen-Anhalt fördert den E-Sport und erntet Kritik

Von dpa
Aktualisiert am 17.03.2021Lesedauer: 3 Min.
Der E-Sportler Alexander Förster vom Verein "Magdeburg eSport" trainiert an einem Computer mit einem Rennsportspiel: Sachsen-Anhalt fördert mit dem "E-Sport Hub" einen Knotenpunkt fĂŒr wettbewerbsmĂ€ĂŸiges Spielen am Computer.
Der E-Sportler Alexander Förster vom Verein "Magdeburg eSport" trainiert an einem Computer mit einem Rennsportspiel: Sachsen-Anhalt fördert mit dem "E-Sport Hub" einen Knotenpunkt fĂŒr wettbewerbsmĂ€ĂŸiges Spielen am Computer. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-bilder)
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Das Land Sachsen-Anhalt will mit einem "E-Sport Hub" das wettbewerbsmĂ€ĂŸige Computerspielen professionalisieren und fördern. Dahinter stecken auch wirtschaftliche Interessen.

Mit dem "E-Sport Hub" fördert Sachsen-Anhalt einen Knotenpunkt fĂŒr wettbewerbsmĂ€ĂŸiges Spielen am Computer. Der Hub soll den Wirtschaftsfaktor E-Sport fĂŒr Unternehmen im Land erschließen und die Außendarstellung voranbringen. "Wir haben hier in Sachsen-Anhalt immer noch eine Menge AufklĂ€rungsarbeit zu leisten", sagte die Projektmitarbeiterin beim E-Sport Hub Sachsen-Anhalt Sandra Kilian. "Wir bringen das Thema E-Sport in die Wirtschaft, in Vereine und VerbĂ€nde. Zum Beispiel gibt es UnterstĂŒtzung fĂŒr Vereine, die eigene E-Sport-Sparten aufmachen wollen."


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In Schulen sollen Turniere stattfinden

Es gehe um Fragen wie: Welche Modelle? Wie baue ich mein Team auf? "Dazu beraten wir. In Schulen bieten wir zum Beispiel in Klassen ein Klassenonlineturnier an, damit die SchĂŒler sehen, wie so etwas funktioniert." Laut Kilian gibt es auch Kinder und Jugendliche, die stĂ€ndig spielen und davon trĂ€umen, E-Sportler zu werden. Da mĂŒsse ĂŒber das Berufsbild geredet werden. DafĂŒr gebe es Workshops.

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Zudem sei E-Sport auch ein wirtschaftlicher Aspekt. Unternehmen fragen sich, was kann man mit E-Sport machen, wie erreichen wir die Zielgruppen? "Die Mitarbeiter des eigenen Unternehmens zu Markenbotschaftern zu machen, das ist auch ein Modell", sagte Kilian. In Sachsen-Anhalt gebe es rund 500 aktive E-Sportler, die in fĂŒnf Vereinen organisiert sind.

"Gefahren des E-Sport ernst nehmen"

"Der E-Sport kann so ab zehn bis zwölf Jahren einsetzen, aber das ist eine sehr persönliche Meinung von mir", sagte der VizeprĂ€sident fĂŒr den Breitensport beim E-Sportbund (Berlin), Martin MĂŒller. "Die Gefahren des E-Sport muss man ernst nehmen, aber man darf es nicht verteufeln und mit dem großen Zeigefinger vorangehen. Es geht darum, jungen Leuten beizubringen, dass sie eben nicht nur sinnlos daddeln, sondern dass sie wirklich E-Sport betreiben."

"FĂŒr mich ist E-Sport kein Sport im ursprĂŒnglichen Sinn. Beim realen Sport geht es darum, sich miteinander zu messen, und möglicherweise als Sieger hervorzugehen, und beim E-Sport, insbesondere bei "Counter Strike‘, geht es ums Töten", sagte der Arzt und Leiter des Suchtbereichs am UniversitĂ€tsklinikum Hamburg-Eppendorf, Rainer Thomasius. "Wenn Computerspiele zu frĂŒh und zu viel angewendet werden, beeintrĂ€chtigt das unter anderem die sprachlichen FĂ€higkeiten. Außerdem gibt es bei ĂŒbermĂ€ĂŸiger Nutzung Wahrnehmungs- und Konzentrationsprobleme."

Zehn Prozent der Jugendlichen sind gefÀhrdet

Laut Thomasius ergab im September 2019 eine Umfrage bei den 10- bis 17-JĂ€hrigen, dass zehn Prozent riskant Internetspiele nutzen, und 2,7 Prozent pathologisch das Internet benutzen. Also 535.000 Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 17 mit riskanter Nutzung und 144.500 mit pathologischer Nutzung in Deutschland.

"Es sind wirtschaftliche Interessen, dass man E-Sport so fördert. Spieleanbieter stellen gezielt Psychologen und MedienpĂ€dagogen ein, mit dem Ziel, die Spieler so lange wie möglich im Spiel zu halten, damit sie beispielsweise empfĂ€nglich sind fĂŒr Werbebotschaften", sagte Thomasius.


"Ich finde das Computerspielen am E-Sport sehr interessant, das war aber schon als kleiner Junge so. Das hat mich mehr gereizt als Fußball", sagte der Kommentator und aktive Spieler Marius Lauer. "Die Profis, die ich kenne, haben alle einen strikten Zeitplan, der vorgegeben ist." In diesem Zeitplan seien teambildende Maßnahmen als auch körperliche Maßnahmen, also auch richtiger Sport mit enthalten.

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"Ich trainiere auch bestimmte Muskelgruppen. Wir treffen uns mit anderen, tauschen uns aus und wollen natĂŒrlich auch auf die BĂŒhne. Einmal auf der BĂŒhne in einem Turnier zu spielen, einmal im Mittelpunkt zu stehen und seine Leistung zu zeigen, das ist fĂŒr den E-Sportler unbezahlbar", sagte Lauer.

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