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Unbekannte stehlen Polizei beschlagnahmtes Bitcoinvermögen

Von t-online, jnm

Aktualisiert am 01.05.2021Lesedauer: 2 Min.
Illustration zum Darknet: Der Polizei wurden beschlagnahmte Bitcoin in Millionenhöhe gestohlen
Illustration zum Darknet: Der Polizei wurden beschlagnahmte Bitcoin in Millionenhöhe gestohlen (Quelle: Christian Ohde/imago-images-bilder)
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Offenbar wurde der Polizei in Rheinland-Pfalz ein beschlagnahmtes Bitcoin-Vermögen in Höhe von umgerechnet 36 Millionen Euro gestohlen. Die KryptowÀhrung war der Justiz bei Ermittlungen gegen einen Drogenring in die HÀnde gefallen.

Die KryptowĂ€hrung Bitcoin ist bei illegalen AktivitĂ€ten im Internet ein beliebtes Zahlungsmittel. Das liegt vor allem daran, dass die ZahlvorgĂ€nge anonym abgewickelt werden können. Um einen Bitcoin ausgeben zu können, benötigt man allerdings dessen öffentlichen und dessen geheimen SchlĂŒssel. Die bestehen in der Regel aus einer Folge von 64 Zeichen – unmöglich zu merken weshalb sie in aller Regel in sogenannten Wallets gespeichert sind, also dem digitalen Pendant einer Geldbörse.

Eben solch eine Bitcoin-Geldbörse mit 757 Bitcoins (nach aktuellem Kurs rund 36 Millionen Euro wert) hatte die Polizei 2016 im Rahmen ihrer Ermittlungen gegen den Darknet-Drogenumschlagplatz "Chemical Love" beschlagnahmt, berichtet das IT-Portal heise.de.

Der HauptverdĂ€chtige im Fall wurde 2017 zu 15 Jahren Haft verurteilt – außerdem soll er dem Staat 1,5 Millionen Euro zahlen. Die hĂ€tte sich die Justiz gern vom beschlagnahmten Wallet geholt. Das war allerdings PasswortgeschĂŒtzt und verschlĂŒsselt, sodass die Polizei nicht an die Bitcoins heran kam. Versuche die VerschlĂŒsselung zu knacken, scheiterten.

Nahezu alle Bitcoins wurden heimlich wegĂŒberwiesen

GegenĂŒber heise.de berichtete der Koblenzer Generalstaatsanwalt nun, dass bereits am 1. MĂ€rz 2017 etwa 265 Bitcoins unberechtigt wegtransferiert wurden. Ende 2019 seien erneut 489 Bitcoin auf andere Adressen bewegt worden – ohne dass die Polizei dies verhindern konnte.

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Details dazu, wohin genau die KryptowĂ€hrung verschwunden ist und wie genau es zu den Transfers kommen konnte, wollte der Staatsanwalt gegenĂŒber heise.de allerdings nicht nennen, um ein laufendes Ermittlungsverfahren nicht zu stören.

TatsĂ€chlich ist ein Transfer der WĂ€hrung ohne weiteres möglich, wenn man öffentliche und private SchlĂŒssel der Bitcoins kennt. Ein Wallet ist letztlich nur eine ErinnerungsstĂŒtze. Denkbar wĂ€re es, dass die SchlĂŒssel als Papierausdruck an einem sicheren Ort hinterlegt wurden – und Unbekannte diese nun einfach nutzen konnten. Auch gibt es die Möglichkeit, SchlĂŒssel aus einer Ableitung einer leichter merkbaren Wortfolge zu generieren. Sie könnte möglicherweise auch aus dem GefĂ€ngnis an Dritte ĂŒbermittelt worden sein, mutmaßt heise.de.

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Die Polizei in Rheinland-Pfalz hat nun das Nachsehen. Aktuell seien nur noch vier Botcoins auf der ursprĂŒnglichen Adresse, zu der das Wallet gehört, hinterlegt. Selbst wenn die Polizei noch einen Weg fĂ€nde, das Wallet zu knacken, wĂ€ren von den 36 Millionen Euro nicht einmal mehr 200.000 Euro ĂŒbrig.

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