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Streaming rettet deutsche Musikbranche

Von dpa, arg

20.12.2021Lesedauer: 3 Min.
Streaming ist ein Wachstumstreiber für die Musikindustrie.
Streaming ist ein Wachstumstreiber für die Musikindustrie. (Quelle: Franziska Gabbert/dpa./dpa)
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Deutschlands Musikindustrie trotzt der Corona-Krise: Durch große Erfolge im Streaming-Sektor hat es die Branche bisher recht unbeschadet durch die Pandemie geschafft. Es wird ein deutliches Umsatzwachstum erwartet.

Trotz anhaltender Corona-Krise erwartet die deutsche Musikindustrie ein deutliches Umsatzplus. Für das Jahr 2021 wird ein zweistelliges Wachstum erwartet.

"Wir gehen derzeit grundsätzlich davon aus, dass das sehr gute Wachstum im Streaming-Bereich weitergeht, dass Vinyl weiter seine Fans an sich bindet, und eventuell ist auch die CD nicht mehr so stark rückläufig – wobei das Weihnachtsgeschäft traditionell eine große Rolle spielt", sagte der Vorstandschef des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), Florian Drücke, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Digitalmarkt wächst

Genaue Zahlen gibt der Dachverband zwar erst nächstes Jahr im ersten Quartal bekannt. Drücke zeigt sich aber durchaus positiv und erwartet, dass das Jahr 2021 sich zu einem positiven Geschäftsjahr entwickelt, "für das die Branche auf ein zweistelliges Wachstum hoffen kann."

Laut Jahresbilanz 2020 geht der größte Anteil am Markt mit 63,4 Prozent an Audiostreaming. Der CD-Absatz ging auf 21,6 Prozent zurück, dahinter folgten dann Vinylplatten (5,5 Prozent Anteil) und als Schlusslicht digitale Downloads (4,2 Prozent).

Die Nutzung von kostenpflichtigem Abonnement-Audiostreaming war dabei in jüngeren Bevölkerungsgruppen am höchsten - 16 bis 24 Jahre: 73 Prozent, 25 bis 34 Jahre: 68 Prozent. Insgesamt lag Deutschland beim Musikhören über Bezahl-Streaming weltweit auf Platz vier hinter Mexiko, Schweden und Brasilien.

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Es zeichnet sich auch deutlich ab, dass es trotz Pandemie eine hohe Widerstandsfähigkeit der Musiklabels "durch die Stärke des Digitalmarkts" gebe.

"Wäre das Ganze vor fünf bis zehn Jahren passiert, hätte es uns zerlegt, die Branche wäre in der damaligen Krisensituation im physischen Tonträgermarkt komplett ins Trudeln geraten“, gibt Drücke zu bedenken.

Der BVMI-Vorstand sagte, die Branche habe "seit Jahren ein sehr ordentliches Wachstum" im Streaming-Bereich“, macht aber auch zugleich klar, dass "im Live-Sektor und der Club-Szene eine unfassbare Betroffenheit herrscht. Da ist die Not sehr groß."

Musik entfaltet eine positive Wirkung

Eine Studie des internationalen Branchen-Dachverbandes IFPI ergab, "dass Musik für die Leute einen heilsamen, einen emotionalen Effekt hat, der sie auch durch die Pandemie getragen hat", wie Drücke im dpa-Gespräch erklärte.

Der aktuelle IFPI-Report "Engaging with Music 2021" (43.000 Befragte von 16 bis 24 Jahren aus 21 Ländern) bestätigt diese Einschätzung: Der Musikkonsum nahm besonders in Deutschland erneut zu - von 19,1 Stunden pro Woche (2019) auf zuletzt 19,3 Stunden (weltweit: 18,4 Stunden). Quasi ein wacher Tag nur für Musik - dies entsprach laut IFPI-Berechnung 386 Songs im Dreiminuten-Format pro Woche.

Für die Branche ebenfalls interessant: die in der IFPI-Studie offengelegte Positivwirkung von Musik. 85 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, dass Musik ihnen während der Corona-Pandemie "Freude und Glück bereitet" habe. 76 Prozent berichteten, dass Musik in dieser Krisenzeit "zu ihrem emotionalen Wohlbefinden beigetragen" habe - am häufigsten bei jungen Menschen von 16 bis 19 Jahren.

Livestreams statt Konzerte

Knapp ein Fünftel der Befragten in Deutschland (19 Prozent) sahen sich auf diese Weise zuletzt Musik an. Und 57 Prozent stimmten zu, dass sie auch dann Musik-Livestreams ansehen würden, wenn echte Gigs vor Ort wieder möglich seien. Für 46 Prozent sind Livestreams eine "großartige Alternative", weil sie Schwierigkeiten haben, Konzerte persönlich zu besuchen.

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Gleichwohl: Die gesamte Musikbranche drücke dem Live-Sektor für 2022 nun fest die Daumen, sagte der BVMI-Vorstandsvorsitzende. "Das ist nicht nur direkt und unmittelbar wichtig für die Künstlerinnen und Künstler, sondern das hätte in unserer Branche auch positive Rückwirkungen auf die Planbarkeit von Musik-Veröffentlichungen", erklärte Drücke.

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  • Jan Moelleken
Von Jan Mölleken
Deutsche Presse-AgenturDeutschland

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