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Ex-Facebook-Mitarbeiter packt aus: "Weibliche Brustwarzen sind unerwünscht"


"Weibliche Brustwarzen sind unerwünscht"

Von Richard Gutjahr

Aktualisiert am 19.10.2022Lesedauer: 3 Min.
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Nahaufnahme eines Auges, das auf das Facebook-Logo blick: Ein ehemaliger Facebook-Mitarbeiter geriet ins Visier von Facebooks "Geheimpolizei".
Nahaufnahme eines Auges, das auf das Facebook-Logo blick: Ein ehemaliger Facebook-Mitarbeiter geriet ins Visier von Facebooks "Geheimpolizei". (Quelle: Dan Kitwood/Getty Images)
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Niklas Steenfatt arbeitete drei Jahre bei Facebook. Dort habe er gut verdient und viel bewirken können, sagt der junge Deutsche. Bis er die Schattenseiten zu spüren bekam.

Ein Jahr ist es her, da hat sich Facebook in Meta umbenannt und seine Pläne für das "Metaverse" bekannt gegeben, jener Technologie, die eines Tages das Internet, wie wir es kennen, ablösen soll. Niklas Steenfatt war damals schon mehr als zwei Jahre bei dem Tech-Giganten unter Vertrag, als Datenanalyst und später als Entwickler in London. Das Monatsgehalt: 20.000 Euro. Die Aufgabe des Deutschen: die Bekämpfung von Hassnachrichten, Fake News, Gewaltdarstellungen und Pornografie auf der Plattform.

Wie der deutsche Ex-Facebook-Mitarbeiter dabei ins Visier einer "Geheimpolizei" geriet und warum weibliche Brustwarzen im Konzern unerwünscht sind, hören Sie im "Die Zeitraffer"-Podcast. Entweder direkt hier im Artikel – oder auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube und Amazon Music.

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Zum Hintergrund des Gesprächspartners

Der Job machte Steenfatt Spaß. "Es ist aufregend, an Produkten zu arbeiten, die Milliarden Menschen täglich benutzen", sagt er. Und auch wenn er schon mal einige Nächte nicht schlafen konnte, nachdem er im Zuge seiner Arbeit Bilder von verstümmelten Kinderleichen sehen musste, betont der Deutsche, dass diese Arbeit wichtig sei. "Besser wir kriegen diese Bilder zu sehen, als der Rest der Welt."

Anders als die Zigtausend ungelernten Billigarbeiter, die Meta weltweit als menschliche Content-Filter beschäftigt, konnte Steenfatt über seine Arbeit nicht klagen. Eigentlich wollte der damals 25-Jährige nach seinem Mathe- und Informatik-Studium in Cambridge und Paris promovieren. Doch das Jobangebot von Facebook war zu verführerisch: 25.000 Euro Willkommensbonus gleich mit Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag. Der Doktortitel konnte warten.

Steenfatt hatte einen tollen Job bei Facebook – bis er plötzlich in Ungnade fiel

Ein toller Job, dazu die fürstliche Bezahlung, alles lief gut. Doch dann fiel Steenfatt bei Meta in Ungnade. Der Grund: Der Deutsche betreibt nebenbei noch einen YouTube-Kanal, auf dem er gelegentlich auch – durchaus positiv – über IT-Themen und seine Arbeit spricht. Ein klarer Verstoß gegen die Facebook-Firmenpolitik, die jeden Mitarbeiter zu absolutem Stillschweigen verpflichtet. "Es ist jetzt nicht so, als hätte ich auf meinem Kanal irgendwelche Firmengeheimnisse ausgeplaudert", so Steenfatt. "Aber klar, diese Klausel gibt es und gegen die habe ich verstoßen."

Niklas Steenfatt
Niklas Steenfatt (Quelle: Helen Nicolai)

Er selbst wurde über die laufenden Ermittlungen gegen ihn nicht informiert, wusste über Wochen und Monate noch nicht einmal, was ihm konkret vorgeworfen wurde. Dann kam es zum Showdown. In einem vertraulichen Meeting legte Facebook die Karten auf den Tisch: Eine Sammlung von Zitaten, Abschriften und Protokollen, die der Konzern akribisch über den Deutschen zusammengetragen hatte, darunter auch persönliche Unterhaltungen aus internen Mitarbeiter-Chats.

"Du hast natürlich Spionage-Software auf all Deinen Geräten"

Wie die da rangekommen seien, möchte ich wissen. "Du hast natürlich Spionage-Software auf all deinen Geräten", so Steenfatt, als sei es das Natürlichste der Welt. "Hardcore-Überwachung", wie er es auf den Punkt bringt. Jedes Facebook-Firmengerät sei mit einer Hintertür ausgestattet. "Managed devices" nenne sich das. Facebook könne im Prinzip jeden Tastendruck seiner Angestellten abgreifen. Auch dazu wollte sich Meta auf Nachfrage nicht äußern.

Was mich überrascht, ist die Tatsache, dass Steenfatt im Gespräch seinen früheren Arbeitgeber auch immer wieder in Schutz nimmt. Zum Beispiel in Bezug auf die internen Unterlagen, die von der Whistleblowerin Frances Haugen öffentlich gemacht worden sind. Da sei viel aus dem Zusammenhang gerissen, Ergebnisse teilweise sogar verfälscht worden, sagt der Deutsche. Facebook sei nicht per se "böse", wie er sagt. Was man dem Konzern vorhalten müsse, sei seine krasse Intransparenz.

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"Wenn man erlebt, wie Facebook Daten gegen seine eigenen Leute einsetzt, ist Facebook gefährlich?", will ich abschließend von Steenfatt wissen. "Natürlich!", antwortet der Informatiker, ohne dabei auch nur mit der Wimper zu zucken. Wenn die Datensätze von Facebook in die falschen Hände gerieten, so der Ex-Mitarbeiter, habe das ein Riesen-Gefahrenpotenzial. Und er fügt noch an: "Wenn sie es nicht schon sind."

"Die Zeitraffer – der Zukunftspodcast von t-online" ist vergangene Woche gestartet. In den ersten Folgen trifft Gastgeber Richard Gutjahr auf Claus Kleber, den Ex-Facebook-Mitarbeiter Niklas Steenfatt und nächste Woche auf Renate Künast. Die aktuelle Folge hören Sie in unserem Podcast-Player oben in diesem Text. Neue Folgen gibt es immer mittwochs auf Spotify, Apple Podcasts, YouTube oder Amazon Music.

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  • Eigene Recherche
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