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Webseiten nutzen heimlich Computer von Besuchern

Von afp
18.12.2017Lesedauer: 2 Min.
Bitcoin-Münze: Internetsurfer werden immer öfter zum heimlichen Schürfen von Digitalwährungen missbraucht.
Bitcoin-Münze: Internetsurfer werden immer öfter zum heimlichen Schürfen von Digitalwährungen missbraucht. (Quelle: Jens Kalaene/Archiv/dpa-bilder)
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Am Bitcoin-Boom wollen immer mehr Akteure mitverdienen – und lassen dabei zunehmend auch die Computer von Privatnutzern arbeiten - ohne deren Wissen.

Laut der IT-Sicherheitsfirma "Sophos" steigt die Zahl der Internetseiten, die Rechnerleistung ihrer Besucher für das sogenannte "Mining" von Kryptowährungen benutzen, rasant an. Für den Nutzer erkennbar sei dies durch langsamere und wärmer werdende Rechner oder kürzere Akkulaufzeiten, erklärte Sophos-Experte Michael Veit der Nachrichtenagentur AFP.

Konkret geht es um eine Anwendung des Anbieters "Coinhive", die sich in Internetseiten einbinden und dann zur Verwendung der Rechenleistung von anderen Computern benutzen lässt. Sophos zufolge stieg die Zahl der Webseiten mit Coinhive innerhalb eines Monats zuletzt sprunghaft – von wenigen hundert auf weit über 10.000 Anfang Dezember.

Für "Mining" ist hohe Rechenleistung Voraussetzung

Wenn ein Internetnutzer auf eine solche Seite surft, wird die Anwendung im Hintergrund gestartet und die Kryptowährung "Monero" geschürft. Die ist, wie andere digitale Währungen auch, zuletzt massiv vom Höhenflug des Bitcoin beflügelt worden und hat deutlich an Wert gewonnen. Die Digitalwährung entsteht ähnlich wie Bitcoins durch das sogenannte Schürfen oder "Mining" – ein komplexer Prozess, für den viel Rechenleistung erforderlich ist.

Grundsätzlich sei es "durchaus legitim", dass der Betreiber einer Webseite die Rechnerkraft eines Besucher-PCs als Bezahlung verlange – etwa für die dann werbefreie Nutzung der Seite, erklärte Veit. Für Betreiber könne dies ein "Geschäftsmodell genauso wie die Platzierung von Werbebannern" sein.

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Besucher nicht über Hintergrundprozesse informiert

In den allermeisten Fällen werde der Besucher aber nicht darauf hingewiesen, kritisierte der Sicherheitsspezialist. Oft handele es sich dabei um "halbseidene oder illegale" Angebote wie etwa Download-Portale. Aber auch auf seriösen Webseiten sei die Coinhive-Anwendung schon gefunden worden. Dabei sei nicht in jedem Fall klar, ob dies mit Absicht des Betreibers geschehen sei oder ob der Webseite die Anwendung womöglich von Kriminellen untergeschoben wurde.

Für die Zukunft erwartet Sophos einen weiteren Anstieg der heimlichen Zweckentfremdung von Computern. "Solange der Hype um Kryptowährungen andauert, wird Rechenleistung ein immer kostbareres Gut", sagt Veit. "Angreifer werden kreative Wege finden, um an die Rechenleistung von Nutzern zu kommen".

Eine wichtige Rolle könnte dabei auch das sogenannte "Internet der Dinge" spielen, also beispielsweise ein mit dem Internet vernetztes Smart-Home-Gerät. Neue Botnetz-Varianten hätten bereits damit begonnen, solche gekaperte Geräte für das Mining von Bitcoins zu nutzen. Auch wenn diese Geräten nicht so leistungsfähig wie ein PC sind. "Da macht es die Masse", sagt Veit.

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Von Alexander Roth-Grigori
Bitcoin

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