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Wegen Leistungsschutzrecht: Google erwägt europaweites Aus für Google News

Streit um Leistungsschutzrecht  

Google droht mit Aus für Google News in Europa

19.11.2018, 16:35 Uhr | str, t-online.de

Wegen Leistungsschutzrecht: Google erwägt europaweites Aus für Google News. Google News Startseite: Deutsche Verlage verlangen von dem Suchmaschinenkonzern eine Gewinnbeteiligung. Google hat das bisher ausgeschlossen. (Quelle: Getty Images/GM Stock)

Google News Startseite: Deutsche Verlage verlangen von dem Suchmaschinenkonzern eine Gewinnbeteiligung. Google hat das bisher ausgeschlossen. (Quelle: GM Stock/Getty Images)

Mit einem europaweiten Leistungsschutzrecht soll Google gezwungen werden, EU-Zeitungsverlage an seinen Gewinnen zu beteiligen. In einem Interview mit dem britischen "Guardian" deutet der Google-Vize jedoch an, dass Google News vorher abgeschaltet werden könnte. 

Ein europaweites Leistungsschutzrecht könnte das Aus für Google News in Europa bedeuten. So lautete einer der zentralen Kritikpunkte an der geplanten Urheberrechtsreform der EU. Ob es wirklich dazu kommt, ist noch völlig unklar. In einem Interview mit dem britischen "Guardian" wollte der Google News-Chef Richard Gingras aber zumindest nicht ausschließen, dass die Plattform in Europa abgeschaltet werden könnte, wenn die EU ein strenges Leistungsschutzrecht durchdrückt. 

Mit dem Leistungsschutzrecht sollen Internetplattformen wie Google zur Kasse gebeten werden, wenn sie Bilder, Überschriften oder Textausschnitte aus Nachrichtenartikeln als Vorschau verwenden wollen. Kritiker sprechen von einer "Link-Steuer", da auch die URL eines Webseiteninhalts häufig Teile der Überschrift enthält. 

In Spanien und Deutschland gibt es bereits ein Leistungsschutzrecht. In Spanien wurde Google News daraufhin 2014 gänzlich abgeschaltet, da das Unternehmen nicht bereit war, für die kurzen Textausschnitte Geld an die Urheber zu zahlen. 

Über Google News gelangen viele Nutzer auf Nachrichtenseiten 

In Deutschland hatte die Einführung des Leistungsschutzrechts bisher kaum Auswirkungen, da die meisten Verlage dem Suchmaschinenkonzern freiwillig eine kostenlose Nutzung einräumten, zumindest bis auf Weiteres. Google hatte damit gedroht, dass ihre Inhalte andernfalls nicht mehr in den Google News-Ergebnissen angezeigt werden. Das hätte einen erheblichen Wettbewerbsnachteil bedeutet.

Über Google News lassen sich viele Nutzer überhaupt erst auf die Nachrichtenseiten lotsen. Google selbst verdient daran nichts. Für die Webseitenbetreiber hingegen ist jeder zusätzliche Besucher wertvoll: Durch viele Besuche und Klicks lassen sich auch die Werbeeinnahmen steigern. 

Verlage hoffen auf weitere Einnahmequelle

Mit dem europaweiten Leistungsschutzrecht hoffen die Verlage auf eine weitere Einnahmequelle. Sie glauben, dass sich Google aufgrund der großen Bedeutung des EU-Markts auf einen Lizenzdeal einlassen wird. Andernfalls wäre der weitere Betrieb von Google News nur noch sehr eingeschränkt möglich. 


Google selbst zieht eine weitere Alternative in Betracht, nämlich die vollständige Abschaltung innerhalb der EU. Vieles hängt aber davon ab, wie die neue EU-Regelung am Ende aussehen wird. Über die Details wird noch verhandelt. Erst wenn der endgültige Gesetzestext vorliege, könne Google eine Entscheidung treffen, betonte Gingras gegenüber dem "Guardian". Es sei jedenfalls "nicht wünschenswert, Dienste stillzulegen". 

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