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Computer-Virus zwölf Jahre unentdeckt

Computer-Virus zwölf Jahre unentdeckt

23.01.2012, 17:10 Uhr | Melanie Ulrich

Computer-Virus zwölf Jahre unentdeckt. Computer-Virus zwölf Jahre unentdeckt (Quelle: dpa)

Computer-Virus zwölf Jahre unentdeckt (Quelle: dpa)

Anti-Viren-Programme werden zum Teil mehrmals täglich aktualisiert. Doch am City College in San Francisco vergingen zwölf Jahre, bis ein Computer-Virus entdeckt wurde, der dort seit 1999 sensible Daten abfing. Wie der San Francisco Chronicle berichtete, sollen Zehntausende Studenten und Mitarbeiter von dem Diebstahl betroffen sein. Da viele von ihnen die Hochschul-PC auch für Online-Banking und Einkäufe nutzen, dürften neben persönlichen Daten auch Bankinformationen und Kreditkartendaten gestohlen worden sein.

Entdeckt wurde der Viren-Befall Ende November 2011, als der IT-Chef des College David Hotchkiss auf regen Datenverkehr aufmerksam wurde, der jede Nacht um 22 Uhr begann. Nachdem er zunächst nur auf einem PC ein Rootkit samt Keylogger entdeckt hatte, stellte sich bald heraus, dass insgesamt sieben verschiedene Varianten des Schädlings im Hochschul-Netzwerk aktiv waren. Sie sendeten Daten an Kriminelle in zehn verschiedenen Ländern, darunter auch China und Russland.

Daten von Studenten besonders beliebt

Über 700 IP-Adressen konnten dem so genannten "Russian Business Network" zugeordnet werden, das sich auf den Diebstahl und Weiterverkauf sensibler Daten konzentriert. Vor allem die Daten amerikanischer Studenten werden fleißig gesammelt, denn unter Online-Kriminellen gelten Studenten als Investition in die Zukunft: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie zu den Besserverdienenden gehören. Missbraucht werden die Daten oft erst Jahre später, weil sie dann noch wertvoller geworden sind.

Höhe des Schadens unklar

Da Server und Arbeitsplatzrechner im gesamten Hochschulnetz befallen waren, also in Verwaltung und Lehrbetrieb, geht Hotchkiss davon aus, dass viele Nutzer den Virus auch auf ihre privaten Notebooks und USB-Sticks übertragen haben. "Wir werden womöglich nie wissen, wie groß der Schaden ist und wie viele Menschen betroffen sind", so Hotchkiss gegenüber der Zeitung. Nach eigenen Angaben unterrichtet die Hochschule jährlich knapp 100.000 Menschen. Die Zahl der Betroffenen muss die Hochschule aber so weit wie möglich herausfinden, denn nach kalifornischem Recht müssen Cyber-Opfer informiert werden, wenn persönliche Daten gestohlen wurden. Die Untersuchung dürfte mehrere Monate dauern, das FBI wurde eingeschaltet.

Viele Hochschulen mit veralteter Technik

Der Fall zeigt, wie schlecht es um den Zustand der IT an vielen Hochschulen gestellt ist. Notorisch knappe Finanzen und überfrachtete Richtlinien sind Grund für veraltete Hardware und mangelnde Sicherheit. Oft mangelt es aber auch am nötigen Sicherheitsbewusstsein. Als David Hotchkiss 2010 seinen Job am City College begann, stellte er fest, dass seine Kollegen seit über zehn Jahren mit den gleichen Passwörtern arbeiteten.

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