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BetrĂŒger entlocken ihren Opfern fĂŒnfstellige Summen

Von dpa
Aktualisiert am 04.05.2020Lesedauer: 2 Min.
Hand auf Computertastatur: Experten warnen vor Phishing-Kampagnen, die auf Mitarbeiter im Homeoffice abzielen.
Hand auf Computertastatur: Experten warnen vor Phishing-Kampagnen, die auf Mitarbeiter im Homeoffice abzielen. (Quelle: Nicolas Armer/dpa-bilder)
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Die coronabedingte Arbeit im HeimbĂŒro verstĂ€rkt die Welle des Trickbetrugs im Internet. Versicherungen und IT-Sicherheitsfirmen warnen vor einer zunehmenden Zahl betrĂŒgerischer Mails, bei denen Internetkriminelle sich als Vorgesetzte ausgeben und Firmengelder auf die eigenen Konten ĂŒberweisen lassen.

Die Methode ist unter Cyberfachleuten als "CEO Fraud" bekannt, zu Deutsch Vorstandschefbetrug. Die BetrĂŒger stehlen E-Mail-Adressen und Online-IdentitĂ€t leitender Manager und ihrer Mitarbeiter, um sich anschließend Geld auf ihre Konten ĂŒberweisen zu lassen. In einer gĂ€ngigen Variante werden die Daten von Lieferanten gestohlen, um in deren Namen falsche Rechnungen zu schicken. "Um die 90 Prozent aller Cyber-Attacken beginnen mit einer E-Mail", sagt Martin Kreuzer, der Cybersicherheitsexperte der Munich Re und ehemaliger Ermittler.


Vorsicht vor Betrugsmail im Namen von "t-online.de"

BetrĂŒger verschicken derzeit Nachrichten mit einem angeblichen Gewinnspiel im Namen von "t-online.de".
Wer auf den Link in der Nachricht klickt, landet auf einer Seite, wo er persönliche Daten eingeben muss.
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Zahl der versuchten Cyber-Angriffe steigt um das FĂŒnffache

Der zur Allianz gehörende Industrieversicherer AGCS warnt, in manchen LĂ€ndern sei die Zahl der versuchten Cyber-Angriffe insgesamt zwischen Mitte Februar und Mitte MĂ€rz um das FĂŒnffache gestiegen. Und die japanische IT-Sicherheitsfirma Trend Micro hat analysiert, dass Online-BetrĂŒger quasi in Echtzeit auf die Ausbreitung der Epidemie reagierten.

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Das Unternehmen betreut Kunden rund um den Globus, in Europa zĂ€hlte Trend Micro im Februar 1.793 Spam-Mails mit direktem Bezug zu Corona, im MĂ€rz war es dann eine Flut von ĂŒber 435.000, davon knapp 67.500 an EmpfĂ€nger in Deutschland. Diese Zahlen beziehen sich auf bösartige Mails insgesamt, der Chefbetrug ist eine dieser Maschen.

BetrĂŒgerische Mails seien heute "viel besser geschrieben als vor zehn Jahren, ohne Rechtschreibfehler, mit korrekten Adressen und Telefonnummern der vermeintlichen Absender", sagt Munich Re-Cyberexperte Kreuzer. "Mittlerweile sind auch viele Phishing-Mails personalisiert. Die Erfolgsquote ist nĂ€mlich weitaus höher, wenn die Adressaten persönlich angeschrieben werden."

Mehr als ein Drittel der Firmen ist betroffen

Schon vor Corona waren der Cheftrick und seine Ableger ein wachsendes Problem. Die US-Tochter der Munich Re befragte im Herbst 2019 ĂŒber 500 mittelstĂ€ndische Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit Phishing-Mails. Mehr als ein Drittel der Firmen berichtete, dass sie Mails von falschen Vorgesetzten oder Lieferanten bekommen hatten. Und in fast der HĂ€lfte der FĂ€lle ließen sich die Mitarbeiter tatsĂ€chlich tĂ€uschen und ĂŒberwiesen Geld, in der Regel fĂŒnfstellige Summen.

Die TĂ€ter bereiten ihre Attacken oft sehr grĂŒndlich vor, um möglichst glaubhaft in die virtuelle Haut echter FĂŒhrungskrĂ€fte zu schlĂŒpfen. "CEO-Betrug wird oft flankiert mit zielgerichteten Phishing-Mails, Telefonanrufen oder fingierten Webseiten", sagt Kreuzer.

Die Coronavirus-Pandemie lĂ€sst die Wirtschaft taumeln, doch fĂŒr Cybergangster ist die Krise offenbar ein Konjunkturprogramm. "FĂŒr einen erfolgreichen Cyber-Angriff muss der Hacker das Interesse und die Emotionen der Angeschriebenen wecken", sagt Kreuzer. "Corona dient als Vehikel dazu."

Die Fachleute bei AGCS sind besorgt, dass manche Unternehmen ihre IT-Sicherheitsstandards heruntergefahren haben, damit die Mitarbeiter sich von daheim aus ins Firmennetz einloggen können. "Nur weil wir im Homeoffice casual (lĂ€ssig) gekleidet sind, heißt das nicht, dass wir auch casual mit IT-Technik und Sicherheitsstandards umgehen dĂŒrfen", sagt AGCS-Manager Jens Krickhahn. "Vor zwei Monaten hat noch kein Arbeitgeber gewusst, dass heute so viele Arbeitnehmer daheim arbeiten wĂŒrden" meint Cyber-Fachmann Kreuzer. "Das stellt die Unternehmen vor große Herausforderungen beispielsweise beim Zugriffs- und GerĂ€temanagement, oder beim KapazitĂ€tsmanagement."

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Von Jan Mölleken
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