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Ein falscher Wisch kann die Handy-Rechnung sprengen

Von dpa
Aktualisiert am 06.07.2019Lesedauer: 3 Min.
Frau tippt auf Smartphone: Unternehmen verstecken die Buttons, ├╝ber die das Abo abgeschlossen wird, auch hinter Bildern und Texten.
Frau tippt auf Smartphone: Unternehmen verstecken die Buttons, ├╝ber die das Abo abgeschlossen wird, auch hinter Bildern und Texten. (Quelle: Christin Klose/dpa)
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Wenn auf der Handyrechnung pl├Âtzlich unbekannte Posten stehen, haben Sie m├Âglicherweise ein Handy-Abo abgeschlossen. Die Maschen der Unternehmen werden n├Ąmlich immer dreister.

Nur ein kurzer Fingerwisch, und es stehen 20 Euro mehr als ├╝blich auf der Mobilfunkrechnung ÔÇô f├╝r Hintergrundbilder, Spielchen oder gar Klingelt├Âne. Und das alles, weil man angeblich ein Abo abgeschlossen hat.


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Je nach Anbieter und Tarif gibt es gro├če Unterschiede bei der maximalen Downloadgeschwindigkeit. Bei der Deutschen Telekom werden bis zu 300 Megabit pro Sekunde (MBit/s) erreicht.
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Kann das sein? "Oft k├Ânnen wir nicht herausfinden, wie das Abo zustande kam", sagt Tom Janneck von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. "Dass sie gerade einen Vertrag abschlie├čen, haben Verbraucher gar nicht erkannt."

Erst Handyrechnung l├Ąsst aufmerken

In eine Abofalle tappt man meist unbemerkt. Erst die Handyrechnung l├Ąsst aufmerken. "Diese Abos laufen meist im Wochenrhythmus und kosten gerne 4,99 Euro", erkl├Ąrt Theodor Pischke, Experte der Zeitschrift "Finanztest". "Am Monatsende stehen bereits 20 Euro auf der Rechnung, bevor der Kunde etwas von seinem ungewollten Vertrag bemerkt." Warum das geht? ÔÇô Leistungen von Drittanbietern k├Ânnen auch per Handyrechnung bezahlt werden. Dabei wird der Nutzer per Handynummer identifiziert.

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Damit ein Vertrag gilt, muss der Verbraucher einen Button mit "zahlungspflichtig bestellen" oder "jetzt kaufen" anklicken ÔÇô das sind dieselben Regeln, die auch f├╝r Bestellungen am Rechner gelten, erkl├Ąrt Janneck. Daran halten sich seri├Âse Anbieter auch, etwa beim Bezahlen von Parktickets ÔÇô jedoch nicht die Betr├╝ger.

Probleme trotz Redirect-Verfahren

Als Reaktion auf Probleme mit unseri├Âsen Drittanbietern haben die Mobilfunkanbieter 2016 das Redirect-Verfahren eingef├╝hrt. Geht es um ein Abo oder einen Kauf, wird der Nutzer von der Seite des Drittanbieters weg und zu einer Provider-Bezahlseite geleitet.

Hier muss der K├Ąufer nochmals best├Ątigen, dass er wirklich einen Vertrag schlie├čen m├Âchte. Vor allem wenn es sich um ein Abo handelt, soll der Nutzer im Rahmen des Verfahrens zudem noch eine Best├Ątigungs-SMS erhalten. Handyanbieter, die sich in der "Clean Market Initiative" zusammengeschlossen haben, pr├╝fen nach eigenen Angaben zus├Ątzlich, welchen Unternehmen sie die Abrechnung ├╝ber die Mobilfunkrechnung erlauben.

"Seit die Mobilfunkanbieter das Redirect-Verfahren anwenden, scheint es mehr Sicherheit f├╝r die Verbraucher zu geben", sagt Janneck. Doch aller Sicherheitsma├čnahmen zum Trotz hat sich das Problem noch nicht erledigt. "Ob oder wie die Drittanbieter die Mechanismen umgehen k├Ânnen, das wissen wir nicht", sagt der Verbrauchersch├╝tzer. Und die "Clean Market Initiative" selbst gibt keine Auskunft dazu. Sie verweist nur darauf, ihre Pr├╝fverfahren weiter verbessern zu wollen.

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Verschiebung der Problematik

Janneck jedenfalls beobachtet eine Verschiebung der Problematik: "In der Vergangenheit l├Âste beispielsweise ein Klick auf ein Werbebanner ein Abo aus oder der Versuch, das Banner wegzuklicken." Bei aktuelleren F├Ąllen h├Ątten viele Verbraucher glaubhaft berichtet, dass sie gar nichts gemacht haben, sondern einfach eine Best├Ątigungs-SMS ├╝ber ein Abo erhielten. Einen m├Âglichen Grund daf├╝r kennt die Bundesnetzagentur: Die Buttons seien oft hinter Texten oder Bildern versteckt und w├╝rden gar nicht bemerkt.

Wer einen unbekannten Posten auf der Handyrechnung entdeckt, sollte schnell handeln. In der Regel hat der Kunde f├╝r Beanstandungen acht Wochen Zeit. "Erst mal muss er daf├╝r herausfinden, wer denn eigentlich das Abo veranlasst hat. Denn das Geld zieht meist ein zus├Ątzlicher Zahlungsdienstleister ein, dadurch wird das alles sehr un├╝bersichtlich", erkl├Ąrt Pischke. Manchmal findet sich auf der Rechnung aber eine Kontaktinformation, ├╝ber die sich das Unternehmen herausfinden l├Ąsst. Beim Drittanbieter sollte der Handybesitzer dem Vertrag widersprechen und das Geld zur├╝ckfordern.

Mobilfunkanbieter anschreiben

Gleichzeitig sollte an den Mobilfunkanbieter ein Brief gehen, der auf den Widerspruch hinweist und auch von ihm das Geld f├╝r das Abo zur├╝ckfordert. Weil die Probleme mit Drittanbietern am Image der Mobilfunkunternehmen kratzen, zeigten diese sich h├Ąufiger kulant, so die Erfahrung von Pischke. "Wurde das Geld schon abgebucht, kann es allerdings sein, dass es weg ist", sagt Theodor Pischke. Wer seine Handyrechnung per Lastschrift bezahlt, k├Ânne den zu Unrecht eingezogenen Betrag aber zur├╝ckbuchen. "Was man nicht bestellt hat, muss man nicht zahlen." Lediglich die Summe der regul├Ąren beziehungsweise unbestrittenen Rechnung m├╝sse der Kunde begleichen.

Von Mahnverfahren sollte man sich nicht einsch├╝chtern lassen. "Im Zweifel muss der Drittanbieter den Abschluss des Abos nachweisen", sagt Janneck. "Das f├Ąllt denen aber oft schwer, die Unternehmen k├Ânnen nicht benennen, was konkret der Nutzer bestellt hat."

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