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Windows 10: Welchen Virenschutz braucht ein Windows-PC wirklich?

Schutz vor Schadsoftware  

Welchen Virenschutz braucht ein Windows-PC?

13.05.2020, 15:56 Uhr | dpa

Windows 10: Welchen Virenschutz braucht ein Windows-PC wirklich?. Windows 10 hat mit dem Defender einen kostenlosen Virenscanner an Bord, der als sehr sicher gilt.

Windows 10 hat mit dem Defender einen kostenlosen Virenscanner an Bord, der als sehr sicher gilt. Foto: Robert Günther/dpa-tmn. (Quelle: dpa)

In Zeiten steigender Bedrohungen im Internet scheint Schutz für den PC unerlässlicher denn je. In Windows arbeitet standardmäßig ein Virenschutz namens Defender. Genügt der schon?

An Antivirensoftware herrscht kein Mangel. Zahlreiche Entwickler haben sich darauf spezialisiert. Sie bieten kostenlose Versionen ihrer Virenscanner oder dienen ihre Programme Herstellern gleich zur Installation ab Werk auf neuen PCs oder Notebooks an.

Und die Bedrohungslage scheint der Angebotsfülle Recht zu geben: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registriert stetig mehr Angriffe. Und Schadsoftware agiert immer gefährlicher, wie etwa die Ransomware Emotet. Guter Schutz ist alternativlos.

Defender hat aufgeholt

Der in Windows 10 integrierte, kostenlose Virenscanner Defender galt in seiner Schutzwirkung lange Zeit nur als unzureichend. Doch in jüngster Zeit hat Microsoft mächtig aufgeholt. Der Defender bietet nun kontinuierlich sicheren Schutz, wie etwa die regelmäßigen Tests des Magdeburger IT-Sicherheit-Instituts AV-Test bestätigen.

Der Defender erzielt dort sehr gute oder sogar Bestwerte bei der Erkennung von Schädlingen und besonders bei den gefährlichen Zero-Day-Angriffen, also jenen Attacken, die Sicherheitslücken noch am selben Tag ausnutzen, an denen sie entdeckt wurden. Wie Sie den Windows Defender aktivieren, steht in diesem Artikel.

Kostenlose Virenprogramme mit hohem Schutz

Ist andere Antiviren-Software damit überflüssig? "Tatsächlich bieten andere auch nicht mehr Schutz", sagt Ronald Eikenberg vom Fachmagazin "c't". Die kostenlosen Versionen der Virenschutz-Anbieter seien sich alle sehr ähnlich und böten einen etwa gleichwertigen hohen Schutz.

Doch für Eikenberg haben auch die Wettbewerber eine Daseinsberechtigung. "Viele Hersteller bieten einen persönlichen Support, den der Defender nicht anbietet." Das ist besonders gut für unerfahrene Benutzer, die bei Unsicherheiten nicht allein gelassen werden wollen. Solch einen Service gibt es allerdings nur bei den kostenpflichtigen Premium-Versionen der Virenscanner.

Diese enthalten zudem noch meist andere Tools, etwa zum sicheren Löschen von Dateien oder zum Aufräumen der Festplatte von Datenmüll. Ob diese Tools einen Kauf rechtfertigen, hängt von den persönlichen Bedürfnissen des Nutzers ab. Wer schon seit Jahren einen Virenscanner benutzt, braucht sein gewohntes Programm jedenfalls nicht gegen den Defender austauschen, wenn kein Grund dafür besteht.

Ganz anders sieht es beim Thema Werbung aus. Viele kostenlose Virenscanner nerven mit Werbeeinblendungen auf dem Desktop. Selbst bei den kostenpflichtigen Premium-Versionen sind Pop-ups, die auf andere Produkte des Herstellers hinweisen, keine Seltenheit. Der Defender verzichtet erfreulicherweise auf solche Einblendungen. Werbegeplagte finden hier eine unaufdringliche Alternative.

Unverzichtbare Updates

Für den Defender – wie auch für jede andere Antivirussoftware - gilt eine wichtige Regel: Er muss immer auf dem neuesten Stand sein.

Ab Werk ist der Defender so eingestellt, dass er automatisch nach Updates sucht und diese selbstständig installiert. Ein Eingreifen des Nutzers ist nicht notwendig. Diese Einstellungen sollten am besten unverändert bleiben, um einen sicheren und bequemen Betrieb zu gewährleisten. Wie für alle Virenscanner gilt aber auch beim Defender, dass er keinen vollständigen Schutz gewährleisten kann.

Deshalb kommt es auch auf das Verhalten des Nutzers an. "Halten Sie ihren Computer stets aktuell und installieren Sie Updates umgehend", rät David Bothe vom Gelsenkirchener Institut für Internet-Sicherheit, das zur Westfälischen Hochschule gehört. Dies gilt insbesondere für den Webbrowser, das Betriebssystem und alle anderen Programme, die mit dem Netzwerk oder mit dem Internet kommunizieren.

Etwas herunterladen sollte man indes nur von bekannten und seriösen Quellen. Und auch Links, die einem verdächtig vorkommen, klickt man lieber nicht an. Oft verbirgt sich dahinter Schadsoftware.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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