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Was verbirgt sich hinter Short-Selling und Leerverkäufe?


Angriff auf den Dax  

Wie ein Hedgefonds von fallenden Kursen profitieren will

Von Sabrina Manthey

29.03.2018, 14:07 Uhr
Was verbirgt sich hinter Short-Selling und Leerverkäufe?. Interaktiver Handelschart: Investoren setzen an den Weltbörsen nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Kurse – den sogenannten Short-Positionen. (Quelle: Getty Images/ipopba)

Interaktiver Handelschart: Investoren setzen an den Weltbörsen nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Kurse – den sogenannten Short-Positionen. (Quelle: ipopba/Getty Images)

Jeder Aktionär kennt es: Der Kurs der Aktie steigt und im Portfolio lächelt einem ein grünes Plus entgegen. Verliert das Papier hingegen an Wert, manifestiert sich der fallende Kurs in einem roten Minus. Doch auch aus fallenden Kursen können Gewinne geschlagen werden.

Hedgefonds sind die enfants terribles der Finanzbranche und meistern die Taktik, sowohl steigende als auch fallende Kurse zu vergolden. Nicht selten setzen sie an den Finanzmärkten aufs Ganze und gehen dafür riskante und auch aggressive Wetten ein. Um die Märkte während einer Transaktion in die eine oder andere Richtung zu bewegen, scheuen sie nicht vor dem bewussten Platzieren von Informationen oder Streuen von Gerüchten zurück.

Aktuell macht der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater von sich reden, der Milliarden auf Kursverluste deutscher DAX-Schwergewichte setzt. "Eine waghalsige Wette", sagt Jan Edelmann von der HSH Nordbank und bezweifelt, dass der Hedgefonds damit richtig liegt (mehr dazu hier).

Mit welchen Strategien Finanzinvestoren von fallenden Kursen profitieren können:

Short-Positionen – das Wetten auf fallende Kurse

Put-Optionen

Eine Möglichkeit, von fallenden Kursen zu profitieren, ist der Kauf von Put-Optionen. Der Inhaber der sogenannten Verkaufsoption sichert sich das Recht, eine bestimmte Menge eines konkreten Wertpapiers zu einem vereinbarten Zeitpunkt und zu einem festgelegten Preis zu verkaufen. Fällt der Kurs des Wertpapiers, kann dieser den Titel billiger erwerben und die Differenz zum vereinbarten Verkaufspreis als Gewinn einstreichen. 

Call-Option: Das Gegenstück zur Put-Option ist die Call-Option, mit der auf steigende Kurse gewettet wird (Long-Position). Dabei handelt es sich um eine Kaufoption, mit der sich die Investoren das Recht sichern, ein konkretes Wertpapier an einem Stichtag zu einer festgelegten Menge und einem bestimmten Preis zu kaufen. Der Verkäufer der Kaufoption ist zur Lieferung verpflichtet und erhält dafür eine Prämie. Steigt der Kurs, müssen Käufer der Put-Option dennoch nur den zuvor vereinbarten Kaufpreis zahlen. Wenn sie nach Fälligkeit des Kontrakts dann das Wertpapier verkaufen, können sie die Differenz als Gewinn einnehmen. Put-Option werden häufig an den Rohstoffmärkten vereinbart.

Leerverkäufe

Bei gedeckten Leerverkäufen sind die Verkäufer nicht im eigentlichen Besitz der Wertpapiere. Die Papiere, die sie sich zuvor gegen eine Gebühr geliehen haben, verkaufen sie am Markt. Allerdings müssen die Investoren die Wertpapiere zu einem bestimmten Zeitpunkt und festgelegten Preis an den Leihgeber wieder zurückgeben. Sinkt der Preis der Wertpapiere bis zum Rückgabedatum, können sich die Investoren die Titel günstiger besorgen. Der Gewinn liegt zwischen dem Verkaufs- und dem Rückkaufpreis. Steigt hingegen der Kurs, droht den Leerverkäufern ein Verlust.

Short-Attacken: Hedgefonds fahren nicht selten Short-Attacken, bei denen sie auf sehr hohe Kursverluste der Wertpapiere setzen. Mit dem Platzieren von negativen Nachrichten soll die Kursbewegung direkt beeinflusst werden. Oftmals streuen selbst ernannte Analysehäuser Gerüchte zum Beispiel über unlautere Bilanzierungspraktiken, mögliche Gewinneinbrüche oder Auseinandersetzungen in der Führungsriege des Unternehmens. Als bevorzugte Verbreitungsmedien dienen unter anderem Börsennewsletter oder das Internet als solches. Es müssen aber nicht immer Gerüchte sein. Manchmal reicht auch die Bekanntgabe der aktuellen Short-Positionen gewichtiger Hedgefonds – sei es in internen Investorengesprächen oder direkt an die Finanzmedien, um die Börsen in Bewegung zu bringen.

Ungedeckte Leerverkäufe

Eine weitere Variante dieser Strategie sind ungedeckte Leerverkäufe. Die Investoren verkaufen Papiere, die sie gar nicht besitzen und sich zuvor auch nicht geliehen haben. Sie stehen nun in der Lieferpflicht gegenüber dem Käufer der Wertpapiere. Um ihren Lieferverpflichtungen nachzukommen, müssen sie die Papiere daher auf jeden Fall erwerben – unabhängig von der Kursentwicklung. Liegt der Kurs unterhalb des ursprünglichen Verkaufskurses, streichen die Investoren einen Gewinn ein. Hat sich jedoch der Kurs erhöht, müssen sie mehr auf den Tisch legen und den Verlust realisieren. Gegenüber den gedeckten Leerverkäufen ist der Gewinn im Erfolgsfall höher, da bei ungedeckten Leerverkäufen keine Leihgebühr für die Wertpapiere anfallen. 

Während der Finanz- und der Schuldenkrise hatten Leerverkäufe die Talfahrt der Börsen beschleunigt. Ungedeckte Leerverkäufe sind seitdem europaweit verboten. Zudem soll eine Meldepflicht für Leerverkäufe für mehr Transparenz sorgen.
 

Verwendete Quellen:
  • eigene Recherche
  • Reuters

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