Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Geld & Vorsorge > Geldanlage >

ETFs: Wie viel Rendite werfen Indexfonds wirklich ab?

Passives Investieren  

Wie viel Rendite werfen ETFs ab?

27.07.2020, 14:55 Uhr
ETFs: Wie viel Rendite werfen Indexfonds wirklich ab?. Ein Paar hat die Rendite im Blick (Symbolbild): Mit ETFs können Sie langfristig ordentliche Erträge einfahren. (Quelle: Getty Images/ guvendemir)

Ein Paar hat die Rendite im Blick (Symbolbild): Mit ETFs können Sie langfristig ordentliche Erträge einfahren. (Quelle: guvendemir/Getty Images)

Mit ETFs können Sie auf lange Sicht ein Vermögen aufbauen. Doch wie viel Rendite ist wirklich realistisch? Wir zeigen Ihnen, was Sie erwarten dürfen – mit Beispielen und Berechnungen.

ETFs gelten als gute Möglichkeit, trotz niedriger Zinsen sein Geld zu vermehren. Aber wie hoch sind die Erträge, auch Renditen genannt, mit denen Sie tatsächlich rechnen können? Wie haben sich diese speziellen Aktienfonds in den vergangenen Jahren entwickelt? Und was müssen Sie bei der Berechnung der ETF-Rendite bedenken? Ein Überblick.

Wie hoch ist die Rendite bei ETFs?

Da es sich bei ETFs um eine spezielle Form von Aktienfonds handelt, ist ihre Rendite – wie bei einzelnen Aktien auch – nicht festgelegt. Sie schwankt vielmehr von Jahr zu Jahr und das durchaus erheblich.

Bei ETFs bildet nämlich ein Computeralgorithmus einen bestimmten Aktienindex wie zum Beispiel den Dax nach. Generell kann man daher sagen: ETFs bescheren Ihnen jedes Jahr ungefähr die Rendite, die auch der Index erzielt, den sie abbilden.

Davon abziehen müssen Sie allerdings die Kosten. Bei ETFs sind das in der Regel laufende Kosten von etwa 0,2 bis 0,5 Prozent pro Jahr sowie einmalige Anschaffungs- und Verkaufskosten von bis zu 0,25 Prozent.

Sie fahren damit meistens besser als mit Fonds, die ein Manager aktiv mit Aktien oder anderen Wertpapieren bestückt. Denn die höheren Kosten dieser aktiv gemanagten Fonds führen in der Regel dazu, dass die Rendite aktiv verwalteter Fonds oft geringer ist als die von ETFs.

Warum sind geringe Kosten wichtig?

Ein Rechenbeispiel des Wirtschaftswissenschaftlers und Vermögensberaters Gerd Kommer zeigt, welchen Unterschied die Höhe der Kosten macht:

Angenommen Sie investieren 100 Euro in einen aktiv gemanagten Fonds zu laufenden Kosten von 2 Prozent pro Jahr und 100 Euro in einen ETF mit laufenden Kosten von jährlich 0,5 Prozent. Wenn sowohl der aktive Fonds als auch der ETF eine durchschnittliche Jahresrendite von 8 Prozent einfahren, bringt Ihnen der ETF nach 30 Jahren den eineinhalbfachen Ertrag, wie folgende tabellarische Aufführungen zeigen:

Welche Rendite erzielt ein ETF auf den MSCI World langfristig?

Der MSCI World ist ein internationaler Aktienindex, der die Entwicklung von mehr als 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern abbildet. Er gilt als einer der wichtigsten Aktienindizes weltweit und wird seit 1970 vom US-amerikanischen Finanzdienstleister Morgan Stanley Capital International (MSCI) berechnet.

Alle in Deutschland angebotenen ETFs bilden den sogenannten MSCI World Netto auf Eurobasis ab. Dieser hat von 1975 bis Ende 2019 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 9 Prozent erzielt.

Einer Untersuchung des Portals "Finanztip" zufolge schafften es die besten ETFs, diese Wertentwicklung abzubilden – mit einem Abstand von rund 0,2 Prozentpunkten nach Abzug der Kosten. Demnach konnten Sie mit einem ETF auf den MSCI World keinen Verlust machen, wenn Sie in den vergangenen Jahrzehnten beliebige 15 Jahre investiert waren.

Bei einem Anlagezeitraum von 15 Jahren unterschied sich die Höhe der Rendite aber – je nachdem, wann Anleger den ETF kauften oder verkauften. Im Schnitt lag die Jahresrendite bei 7,9 Prozent, im besten Fall bei mehr als 14 Prozent, im schlechtesten bei nur 1,3 Prozent.

Hier die Ergebnisse der "Finanztip"-Untersuchung im Überblick:

Achtung: Historische Renditen haben praktisch keine Aussagekraft für zukünftige Erträge. Wie sich Aktien in den nächsten Jahrzehnten entwickeln werden, kann niemand exakt vorhersehen. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Investition breit streuen und langfristig anlegen (mindestens zehn, besser 15 Jahre), um das Verlust-Risiko zu verringern. Beides funktioniert bestens mit einem ETF-Sparplan.

Was verringert die ETF-Rendite?

Drei Faktoren drücken bei fast jedem Investment auf die Rendite:

  1. Kosten
  2. Steuern
  3. Inflation

Kosten von ETFs:

Wie bereits oben beschrieben, halten sich die Kosten bei ETFs vergleichsweise in Grenzen. Dennoch sollten Sie bei der Wahl des für Sie passenden ETF darauf achten, dass der ETF nicht zu teuer ist. Denn schon kleine Unterschiede können sich langfristig stark auswirken.

Wichtigste Kennzahl ist hierbei die sogenannte Gesamtkostenquote, auf Englisch auch Total Expense Ratio (TER), genannt. Sie bildet alle laufenden Kosten pro Jahr in Prozent ab. Es gilt: Ihre jährliche Rendite sinkt um die Prozentpunkte der TER. Bei ETFs liegt die TER meist zwischen 0,2 und 0,5 Prozent.

Weitere Kosten sind eventuell anfallende Transaktionskosten von in der Regel bis zu 0,25 Prozent pro Kauf oder Verkauf sowie womöglich Gebühren für das Depot.

Steuern auf ETFs:

Seit 2018 werden alle Investmentfonds – einschließlich ETFs – nach derselben Logik besteuert. Ihre Depotbank berechnet die jährliche Abgeltungssteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer anhand einer bestimmten Formel automatisch und überweist auch die Steuern direkt an das Finanzamt.

Auf Erträge unterhalb von 801 Euro (1.602 Euro bei Verheirateten) fällt gar keine Steuer an. Sie können sich das zu viel gezahlte Geld über die Steuererklärung zurückholen oder Sie richten direkt einen Freistellungsauftrag bei Ihrer Depotbank an.

Inflation:

Nicht nur Gebühren und Steuern knabbern an der Rendite, auch die Inflation lässt sie weiter schrumpfen. Inflation meint, dass Güter und Dienstleistungen mit der Zeit immer ein bisschen teurer werden. Sie können sich mit der gleichen Menge an Geld also weniger kaufen. Dieses Phänomen macht auch vor Ihrer ETF-Rendite nicht Halt.

Laut Statistischem Bundesamt lag die durchschnittliche jährliche Inflation der vergangenen 28 Jahre bei 1,71 Prozent. Um ungefähr diese Prozentpunkte schmälert die Geldentwertung Ihre Rendite also weiter. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihr Geld nicht auf dem Sparbuch, dem Giro- oder Tagesgeldkonto versauern lassen, sondern einen Teil davon investieren – denn dabei winken Ihnen meist Renditen, die höher als die Inflation und weit höher als die derzeitig sehr niedrigen Zinserträge sind.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherchen
  • finanztip.de
  • destatis.de
  • Gerd Kommer: "Souverän investieren mit Indexfonds & ETFs"
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team von t-online

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal