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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Was sind eigentlich Anleihen – und was bringen sie mir?

  • Mauritius Kloft
Von Mauritius Kloft

Aktualisiert am 20.09.2021Lesedauer: 5 Min.
Kurse auf einem Tablet (Symbolbild): Anleihen gelten meist als sichere Form der Geldanlage.
Kurse auf einem Tablet (Symbolbild): Anleihen gelten meist als sichere Form der Geldanlage. (Quelle: Panthermedia/imago-images-bilder)
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Anleihen gelten als sichere Form der Geldanlage. Doch was ist das ĂŒberhaupt? Und wie funktionieren sie? Wir erklĂ€ren es Ihnen – und zeigen, ob, wann und wie Sie Ihr Geld in Anleihen anlegen sollten.

Das Wichtigste im Überblick


  • Wie funktionieren Anleihen genau?
  • Wie kann ich mit Anleihen Geld verdienen?
  • Wie sicher sind Anleihen?
  • Wie investiere ich in Anleihen?
  • Woraus setzt sich die Rendite bei Anleihen zusammen?
  • Wann sollte ich in Anleihen investieren?
  • Welche Anleihearten gibt es?

Bei Anleihen oder Bonds geht es um einen Kredit, den ein Staat, aber auch ein Unternehmen, aufnimmt und dafĂŒr einen Schuldschein ausgibt. Dieser Schuldschein inklusive festem Zins und fixer Laufzeit nennt sich Anleihe.

  • Börse & MĂ€rkte: Alle Kurse der FinanzmĂ€rkte

Was viele nicht wissen: Als Anleger können Sie in diese Schuldscheine investieren. Doch was sind Anleihen genau? Ist die Geldanlage in Anleihen wirklich sicher? Und was sollte ich bei einem Investment beachten? t-online gibt einen Überblick.

Wie funktionieren Anleihen genau?

Das zentrale Element einer Anleihe steckt bereits in ihrem Namen: "leihen". Wer eine Anleihe ausgibt, will sich Geld leihen und bietet im Gegenzug fĂŒr den Kredit einen Schuldschein samt fester Laufzeit und Verzinsung.

Wenn etwa ein Staat eine Anleihe ausgibt, können Fonds, Versicherungen, Banken, aber auch Kleinanleger und Investoren dieses Wertpapier kaufen. Auf diese Weise borgen sie dem Staat fĂŒr einen bestimmten Zeitraum – der Laufzeit der Anleihen – Geld.

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Als wĂ€ren sie eine Bank, bekommen die Kreditgeber fĂŒr das verliehene Geld wĂ€hrend der Laufzeit einen Zins gezahlt, auch Zinskupon oder nur Kupon genannt. In der Fachsprache heißen Anleihen deshalb auch festverzinsliche Wertpapiere oder Schuldverschreibungen.

Am Ende der Laufzeit erhĂ€lt der Verleiher sein Geld zurĂŒck. Typische Laufzeiten fĂŒr Staatsanleihen sind 5, 10, 20 oder sogar 50 Jahre. Bei Anleihen von Unternehmen sind die Laufzeiten in der Regel kĂŒrzer.

Gut zu wissen: Staaten und Unternehmen, die Anleihen ausgeben, werden auch Emittenten genannt.

Wie kann ich mit Anleihen Geld verdienen?

Um finanzielle ErtrĂ€ge mit Anleihen zu erzielen, können Sie die Schuldscheine einerseits kaufen, halten und fĂŒr die Dauer der Laufzeit Zinsen kassieren. In diesem Fall spielt der Nennwert einer Anleihe eine entscheidende Rolle.

Nennwert
Der Nennwert oder Nominalbetrag einer Anleihe ist der Geldbetrag, den der Herausgeber einer Anleihe dem Kreditgeber schuldet und am Ende der Laufzeit zurĂŒckzahlen muss. Gleichzeitig legt der Nennwert die GrĂ¶ĂŸe der Teile des gesamten Anleihevolumens fest. Wenn eine Anleihe einen Nennwert von 1.000 Euro hat, Sie aber 4.000 Euro investieren wollen, mĂŒssen Sie also vier Anleihen zum Nennwert von 1.000 Euro kaufen.

Andererseits – und das ist die gĂ€ngigere Form – können Sie auch wĂ€hrend der Laufzeit in Anleihen investieren. Denn Anleihen werden an der Börse gehandelt. In diesem Fall brauchen Sie nicht bis zum Laufzeitende warten.

Stattdessen kaufen Sie eine Anleihe zu einem beliebigen Zeitpunkt zum sogenannten Kurswert. Nach einer Zeit verkaufen Sie diese wieder – im besten Fall zu höherem Kurswert, sodass Sie Gewinn machen.

Kurswert
Der Kurswert gibt an, wie sich der Nennwert wĂ€hrend der Laufzeit aufgrund der Nachfrage an der Börse Ă€ndert. Zu Beginn, also bei Ausgabe einer Anleihe, betrĂ€gt der Kurswert 100 Prozent des Nennwerts. Zwischendurch schwankt er – kann also deutlich ĂŒber oder unter dem Ursprungswert liegen. Zum Ende der Laufzeit hin nĂ€hert sich der Kurswert dem Nennwert in der Regel wieder an.

Wie sicher sind Anleihen?

GrundsĂ€tzlich gilt: Das hĂ€ngt von der BonitĂ€t des Staates oder Unternehmens ab. Denn das Risiko steigt, je grĂ¶ĂŸer die Chance ist, dass ein Staat oder eine Firma das geliehene Geld nicht zurĂŒckzahl, der Kredit also platzt.

Die BonitĂ€t wird von sogenannten Rating-Agenturen regelmĂ€ĂŸig ĂŒberprĂŒft. Unternehmen und Staaten, die wenig Schulden haben, erhalten eine gute Note.

Die bestmögliche Note ist das Rating "AAA", genannt "Triple-A", die schlechtmöglichste ein "D". Daneben gibt es noch verschiedene Abstufungen, unter anderem Plus und Minus wie in der Schule. Von einem Investment in Anleihen von Unternehmen oder Staaten mit der Bewertung "BB+" oder schlechter raten Experten dringend ab. Denn diese gelten als sehr spekulativ.

Das Risiko von Anleihen hÀngt zudem von der jeweiligen WÀhrung ab, in der eine Anleihe ausgegeben wurde. Das nennt man auch WÀhrungsrisiko. Sie sollten beachten, dass eine WÀhrung stark schwanken kann, was sich negativ auf Ihre Rendite auswirken kann.

Wie investiere ich in Anleihen?

Am einfachsten können Sie ĂŒber sogenannte Rentenfonds in Anleihen investieren. Das ist im Grunde ein Korb mit Anlagegeldern, mit denen verschiedene Anleihen zum Kurswert gekauft und verkauft werden (siehe oben).

Eine andere Variante sind sogenannte Anleihen-ETFs. Bei diesen bildet ein Computeralgorithmus einen Anleihen-Index nach, welcher die Wertentwicklung der Anleihen des Index anzeigt. Mit einem Anleihen-ETF legen Sie in all diese Wertpapiere an.

Lohnen sich Anleihen noch?

Anleihen gelten als sehr sichere Anlageform, weil ihre Kurse geringeren Schwankungen als etwa Aktien unterlegen, einen festen Zins, den Kupon, erwirtschaften und am Ende der Laufzeit eingelöst werden.

Zurzeit werfen sie aber aufgrund der niedrigen Zinsen kaum ErtrĂ€ge ab (siehe unten). Experten raten aber dazu – gerade aufgrund des geringen Risikos –, Anleihen als Beimischung ins Portfolio zu geben.

Woraus setzt sich die Rendite bei Anleihen zusammen?

Der Ertrag bei Anleihen, genannt Rendite, hÀngt in der Regel nicht nur von dem Zins ab, den Sie gezahlt bekommen. Denn: Meist kaufen Sie eine Anleihe nicht genau zum Nennwert (siehe oben), um sie dann am Laufzeitende wieder zu verkaufen.

Stattdessen können Sie auch wĂ€hrend der Laufzeit in Anleihen investieren – und sie auch vor dem Ende der Laufzeit wieder abstoßen. Dann kaufen Sie eine Anleihe zum sogenannten Kurswert (siehe oben). Die Rendite hĂ€ngt deshalb von folgenden Kriterien ab:

  • Börsenkurs: Der Kurs einer Anleihe bestimmt die Rendite mit. Er hĂ€ngt von der Nachfrage der Investoren ab. Diese Ă€ndert sich jedoch, wenn das Marktzinsniveau steigt oder fĂ€llt (siehe unten).
  • Laufzeit: Je lĂ€nger eine Anleihe lĂ€uft, umso höher ist tendenziell die Rendite.
  • Kaufkraft: Ist ein Unternehmen oder ein Staat sehr zahlungsfĂ€hig, hat also eine hohe BonitĂ€t, wirkt sich das negativ auf die Rendite aus – denn mit fallendem Risiko sinken auch die ErtrĂ€ge.

Marktzinsniveau und Anleihekurs
Das Investieren in Anleihen mutet zunĂ€chst etwas kompliziert an. Schuld ist die Preislogik von Anleihen, die auf den ersten Blick paradox wirkt. Denn die Anleihen-Nachfrage von Investoren – und damit der Anleihekurs – wird vom sogenannten Marktzinsniveau beeinflusst, also der Höhe der Zinsen, die die Banken bieten.
Das Paradoxon bei Anleihen:
Steigen die Zinsen am Markt, fĂ€llt in der Regel der Kurs einer Anleihe. Der Grund: Bei steigenden Zinsen am Markt, gehen auch die Zinsen neu ausgegebener Anleihen nach oben. Anleger möchten ihr Geld dann lieber in neue Anleihen mit dem höheren Zins investieren – und nicht in Ă€ltere, die zu einem frĂŒheren Zeitpunkt und mit einem geringeren Zins ausgegeben wurden. Umgekehrt gilt nach derselben Logik: Geht der Marktzins zurĂŒck, steigt der Börsenkurs einer Anleihe.

Wann sollte ich in Anleihen investieren?

Sie sollten Anleihen bei fallenden Zinsen kaufen. Was erst einmal paradox klingt, folgt der Preislogik von Anleihen (siehe oben): Wenn die Zinsen bei den Banken sinken, versuchen viele Anleger eine bessere Verzinsung zu bekommen – und kaufen Ă€ltere Anleihen von Unternehmen oder Staaten, weil diese höhere ZinsertrĂ€ge versprechen als die Bank. Die Folge: Die ErtrĂ€ge der Anleihen steigen.

Wenn die Zinsen steigen, ist das PhĂ€nomen umgekehrt: Weil es bei der Bank mehr Zinsen gibt, mĂŒssen auch die Unternehmen oder Staaten mehr Zinsen auf ihre neuen Anleihen versprechen. Anleger verkaufen in einem solchen Moment vergleichsweise "alte" Anleihen mit niedrigeren Zinsen, um sich die neuen mit höheren Zinsen zu sichern.

Zurzeit ist das Marktzinsniveau sehr niedrig. Der Grund: Der Leitzins der EuropÀischen Zentralbank befindet sich seit Jahren bei Null. Und das Zinsniveau in anderen Staaten ist momentan auch niedrig. Wenn Sie noch keine Anteile von Anleihen halten, sollten Sie deshalb warten, bis die Zinsen wieder gestiegen sind.

Welche Anleihearten gibt es?

Neben der Unterscheidung nach dem jeweiligen Emittenten, also Staats- und Unternehmensanleihen, gibt es noch weitere Anleihearten. Eine Übersicht:

  • Hochzinsanleihen: Diese sind im Grunde eine sehr riskante Form von Unternehmens- oder Staatsanleihen. Denn: Die Kaufkraft des Emittenten ist sehr gering. Ein Staat oder eine Firma muss den Anlegern deshalb einen hohen Zins zahlen,
  • Pfandbriefe: Das ist eine besondere Variante der Unternehmensanleihen. Hierbei werden bestimmte Sicherheitsmerkmale festgeschrieben – darunter leidet jedoch dann die Rendite.
  • Wandelanleihen: Dies ist eine spezielle Form der Anleihe. Denn diese Anleihen können in Aktien "umgewandelt" werden – daher der Name. FĂŒr Privatanleger sind sie jedoch nicht geeignet.
  • Bundesschatzbriefe: Diese Art von Anleihen sind nicht mehr auf dem Markt. Sie wurden zwischen 1969 und 2012 vom Bund ausgegeben und waren als sichere, festverzinsliche Wertpapiere bekannt. Der Staat lieh sich auf diesem Weg direkt Geld von seinen BĂŒrgern. In Bundesschatzbriefe konnte man bereits sehr kleine Summen investieren, weshalb sie besonders bei Privatanlegern beliebt waren.
  • InflationsgeschĂŒtzte Anleihen: Mit diesen Anleihen geben Sie beispielsweise einem Staat im Grunde einen Kredit ĂŒber eine lĂ€ngere Laufzeit, meistens zwischen fĂŒnf und 30 Jahren. Im Gegenzug erhalten Sie Zinsen, die sich in ihrer Höhe an den Verbraucherpreisen orientieren. Somit bleibt die Kaufkraft des geliehenen Geldes ĂŒber die Jahre konstant.
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