Nachrichten
Ist dieser Text objektiv?

Ja, die Redaktion hat f√ľr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

So sind Sie während der Elternzeit krankenversichert

Von Caroline Benzel

30.10.2020Lesedauer: 4 Min.
Vater mit Tochter (Symbolbild): Die Elternzeit sollte gut vorbereitet sein ‚Äď auch was die Krankenversicherung angeht.
Vater mit Tochter (Symbolbild): Die Elternzeit sollte gut vorbereitet sein ‚Äď auch was die Krankenversicherung angeht. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Die Elternzeit will gut vorbereitet sein. Arbeitgeber oder Auftraggeber m√ľssen rechtzeitig informiert, das Elterngeld beantragt und die finanzielle Planung abgeschlossen sein. Ein wichtiger Faktor: die Krankenversicherung.

Das Wichtigste im √úberblick


Vor der Geburt eines Kindes haben Eltern alle H√§nde voll zu tun. Meist haben werdende M√ľtter und V√§ter anderes im Sinn, als ihre Finanzen durchzurechnen. Deshalb ist es wichtig, die H√∂he des Elterngeldes und die laufenden Kosten w√§hrend der Elternzeit schon vorher zu kennen, damit es sp√§ter finanziell keine b√∂se √úberraschung gibt.

Ein wichtiger Faktor sind die Kosten f√ľr die Krankenversicherung der Eltern ‚Äď auch w√§hrend der Elternzeit. Denn nicht immer ist eine beitragsfreie Versicherung m√∂glich. Worauf Sie dabei achten sollten, erl√§utert Ihnen t-online.

Wer ist während der Elternzeit beitragsfrei versichert?

Anders als vielfach angenommen, werden gesetzlich Versicherte w√§hrend der Elternzeit nicht automatisch beitragsfrei gestellt. Die Beitragsfreiheit gilt f√ľr Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung. Wer freiwillig versichert ist, muss in der Regel w√§hrend der Elternzeit Beitr√§ge an die gesetzliche Krankenkasse zahlen. Ausnahmen gelten bei einer Familienversicherung (siehe unten). Privatversicherte m√ľssen ebenfalls weiter Beitr√§ge zahlen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Putins Plan geht auf
Olaf Scholz besichtigt das ehemalige Gef√§ngnis "Number Four", in dem w√§hrend der Apartheid in S√ľdafrika auch zahlreiche politische Gefangene einsitzen mussten: W√§hrend der Afrika-Reise des Kanzlers wird in Deutschland hitzig √ľber Waffenlieferungen f√ľr die Ukraine gestritten.


Freiwillig versichert sind Sie, wenn Sie j√§hrlich mehr als 62.500 Euro brutto (Stand: 2020) verdienen und in der gesetzlichen Krankenkasse geblieben sind. Auch Selbstst√§ndige und Freiberufler, die sich f√ľr die gesetzliche Krankenkasse entschieden haben, sind freiwillig Versicherte. Pflichtversichert sind Sie dagegen, wenn Sie weniger als 62.550 Euro brutto pro Jahr verdienen.

Außerdem sind folgende Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen pflichtversichert:

  • Rentner
  • Bezieher von Arbeitslosengeld I und II
  • K√ľnstler und Publizisten

Familienversicherung bleibt auch während Elternzeit bestehen

Wenn Sie vor Beginn der Elternzeit familienversichert waren, bleibt die Familienversicherung auch während der Elternzeit beitragsfrei bestehen.

Falls Sie in der Krankenversicherung der Studenten pflichtversichert waren, m√ľssen Sie diese auch w√§hrend der Elternzeit weiterbezahlen. Aufgrund der Vielzahl der gesetzlichen Regelungen empfiehlt es sich in jedem Fall, den Versicherungsstatus fr√ľhzeitig mit der gesetzlichen Krankenversicherung zu kl√§ren.

Wichtig zu wissen: Die Beitragsfreiheit gilt ausschlie√ülich f√ľr den Bezug des Elterngeldes. Wenn Sie daneben weitere Einnahmen erzielen, m√ľssen Sie daf√ľr gegebenenfalls auch Krankenkassenbeitr√§ge bezahlen. Handelt es sich um eine Teilzeitstelle, zahlen Sie die H√§lfte des Beitrags und der Arbeitgeber mit seinem Arbeitgeberanteil die zweite H√§lfte.

Muss ich während der Elternzeit Beiträge bezahlen?

Ob Sie Beitr√§ge zahlen m√ľssen oder nicht, h√§ngt von Ihrem Versichertenstatus ab. Wer gesetzlich pflichtversichert ist, kann w√§hrend des Bezuges von Elterngeld beitragsfrei versichert bleiben (siehe oben).

Als freiwillig Versicherter oder Mitglied einer privaten Krankenversicherung m√ľssen Sie Ihre Beitr√§ge hingegen weiterzahlen. Auch wer w√§hrend der Elternzeit in Teilzeit arbeitet, muss seinen Versichertenanteil √ľbernehmen.

Wie hoch ist mein Beitrag als freiwillig Versicherter während der Elternzeit?

Die Beitr√§ge f√ľr die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung werden prozentual berechnet. Der Allgemeine Beitragssatz f√ľr die gesetzliche Krankenversicherung inklusive Anspruch auf Krankengeld liegt aktuell bei 14,6 Prozent Ihres Bruttogehaltes. Besteht kein Anspruch auf Krankengeld, so sinkt der Beitrag auf 14 Prozent. Hinzu kommt noch der Zusatzbeitrag der jeweiligen Krankenkasse, der zwischen null und drei Prozent liegen kann.

Jetzt stellt sich nat√ľrlich die Frage, von welcher Berechnungsgrundlage aus die Krankenkassen den Beitrag berechnen. Das Elterngeld wird beispielsweise nicht mit einkalkuliert. Daf√ľr aber alle anderen Einnahmen ‚Äďauch Kapitaleinnahmen.

Als Mindesteinkommen f√ľr die Berechnung des monatlichen Beitrages ziehen die Krankenkassen den Betrag von 1.061,67 Euro heran ‚Äď der H√∂chstbetrag liegt bei einem Monatseinkommen von 4.687,50 Euro. Die gesetzliche Kasse kostet pro Monat also mindestens 148,54 Euro.

Ist die private Krankenversicherung (PKV) beitragsfrei während der Elternzeit?

Nein. Die private Krankenversicherung bietet keine beitragsfreie Versicherungszeit w√§hrend der Elternzeit an. Das hei√üt: Sie m√ľssen Ihre bisherige Beitr√§ge fortzahlen ‚Äď und zus√§tzlich auch die Arbeitgeberbeitr√§ge tragen.

Denn bei privat krankenversicherten Arbeitnehmern entf√§llt in der Elternzeit der Beitragszuschuss des Arbeitgebers. Dadurch k√∂nnen sich die Versicherungskosten w√§hrend der Elternzeit verdoppeln. Es k√∂nnte deshalb sinnvoll sein, den Tarif vor Beginn der Elternzeit zu √ľberpr√ľfen und gegebenenfalls einen g√ľnstigeren zu w√§hlen. Dann m√ľssen Sie in der Regel aber auch Abstriche bei den Leistungen machen.

Es ist auch möglich, dass der Arbeitgeber des Partners einen höheren Zuschuss zur privaten Krankenversicherung bezahlt, falls der Maximalbetrag noch nicht erreicht ist. Denn Familienmitglieder haben ebenfalls Anrecht auf den Arbeitgeberzuschuss.

Privat Versicherte bekommen in der Regel höheres Elterngeld

Als Ausgleich f√ľr die h√∂heren Versicherungskosten bekommen privat Versicherte in der Regel ein etwas h√∂heres Elterngeld. Grund daf√ľr ist, dass der Staat bei gesetzlich Pflichtversicherten bei der Berechnung des Elterngeldes eine Pauschale abzieht f√ľr die Beitr√§ge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Diese Pauschale liegt bei neun Prozent des Einkommens.

F√ľr Privatversicherte gilt das nicht. Bei ihnen setzen die Sozialbeh√∂rden damit ein etwas h√∂heres Nettoeinkommen an, entsprechend steigt auch ihr Anspruch auf Elterngeld.

Wie komme ich zur Elternzeit zur√ľck in die gesetzliche Krankenversicherung?

Wenn Sie planen, w√§hrend der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten, gibt es f√ľr Privatversicherte die M√∂glichkeit, in den Scho√ü der gesetzlichen Krankenkassen zur√ľckzukehren. Daf√ľr d√ľrfen Sie w√§hrend der Elternzeit aber im Schnitt nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeiten.

Falls Sie mit Ihrer Neben- oder Teilzeittätigkeit mehr als 450 Euro im Monat verdienen und unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) bleiben, werden Sie versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie können sich aber auf Wunsch von der Versicherungspflicht befreien lassen und in der privaten Krankenversicherung bleiben.

Weitere Artikel

K√ľndigungsfrist und Co.
So klappt es mit dem Krankenkassen-Wechsel
Gesundheitskarte mit Geldscheinen (Symbolbild): Bei einigen Krankenkassen könnte der Zusatzbeitrag sinken.

Gut zu wissen
Wie Sie im Falle einer Arbeitslosigkeit krankenversichert sind
Logo der Arbeitsagentur (Symbolbild): Wer arbeitslos wird, sollte die Krankenversicherung zeitnah dar√ľber informieren.

Richtig vorsorgen
Wann lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?
Besuch beim Zahnarzt (Symbolbild): Zähne können schnell ins Geld gehen.


Die Jahresarbeitsentgeltgrenze wird auch Versicherungspflichtgrenze genannt. Jedes Jahr gilt f√ľr sie ein anderer Wert. 2020 liegt die Allgemeine Versicherungspflichtgrenze bei 62.550 Euro, 2021 steigt sie voraussichtlich auf 64.350 Euro.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Krankenversicherung
Ratgeber

t-online - Nachrichten f√ľr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website