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Gold-ETFs & Gold-ETCs: So investieren Sie ganz einfach in Gold

ETFs und ETCs  

So können Sie mit Wertpapieren leicht in Gold investieren

07.04.2020, 12:08 Uhr | fls, top, t-online.de

Gold-ETFs & Gold-ETCs: So investieren Sie ganz einfach in Gold. Barren und Münzen: Gold gilt als krisensichere Form der Geldanlage. (Quelle: imago images/Michael Gottschalk)

Barren und Münzen: Gold gilt als krisensichere Form der Geldanlage. (Quelle: Michael Gottschalk/imago images)

Besonders in Krisen gilt Gold als sichere Form der Geldanlage. Was viele nicht wissen: Statt Barren zu bunkern, können Sie auch viel bequemer in das Edelmetall investieren – mit Gold-ETFs und Gold-ETCs.

Wenn die Kurse an der Börse fallen oder Crash-Propheten die nächste Krise beschwören, sorgen sich auch viele Kleinanleger um ihr Aktiendepot – und flüchten mit ihrem Geld in ein Investment in Gold. Seit jeher gilt das Edelmetall als besonders krisenfest, weil es einen echten Sachwert hat. Um ihr Risiko zu streuen, investieren viele Anleger deshalb auch unabhängig von Krisen einen Teil ihres Geldes in Gold.

Das allerdings ist mit bisweilen hohen Kosten verbunden. Denn um Gold physisch in Form von Barren oder Münzen sicher zu verwahren, benötigen Sie ein Bankschließfach, das versichert ist. Immer beliebter werden deshalb komfortable Wertpapiere, die die Wertentwicklung von Gold abbilden – und deren Anschaffung viel günstiger ist.

Die Rede ist von sogenannten Gold-ETFs und Gold-ETCs, die sie bequem mit wenigen Klicks im Internet an der Börse kaufen und verkaufen können. Wie genau diese Wertpapiere funktionieren, worauf Sie als Anleger beim Kauf achten sollten und welche Steuern anfallen, erfahren Sie in unserem Überblick.

Was sind Gold-ETFs?

Gold-ETFs sind an der Börse gehandelte Fonds, die die Entwicklung des Goldpreises eins zu eins abbilden. Das Unternehmen, das den ETF (Englisch: "Exchange Traded Funds") auflegt und Anteile an Anleger ausgibt, kauft dafür in der Regel eine größere Menge Gold und verwahrt es an einem sicheren Ort. Das heißt, der Fonds ist "physisch" mit Gold hinterlegt.

Statt selbst Goldbarren zu erwerben und teuer zu lagern, kaufen Sie als Anleger lediglich einen Anteil des Fonds, also ein Wertpapier, das Sie wie eine Aktie in Ihrem Onlinedepot günstig verwahren können. Der Mechanismus eines Gold-ETFs ist dabei derselbe, wie wenn Sie die Goldbarren selbst besitzen: Steigt der Wert des Edelmetalls, legt auch der Kurs des Gold-ETFs zu – sodass Sie von dem Wertzuwachs profitieren.

Das Problem: In Deutschland sind Investmentfonds, die nur einen Bestandteil, in diesem Fall Gold, haben, verboten – und damit auch der Handel mit ihnen. Anteile von Gold-ETFs können Sie deshalb nur im Ausland beziehen, zum Beispiel in der Schweiz oder in den USA. Das allerdings ist mit viel Papieraufwand, gerade bei der Besteuerung, verbunden. Für Einsteiger sind Gold-ETFs deshalb wenig empfehlenswert.

Die in Deutschland erlaubte Alternative zu Gold-ETFs sind sogenannte Gold-ETCs. Die Abkürzung ETC steht dabei für "Exchange Traded Commodities", also börsengehandelte Rohstoffe (siehe unten).

Was sind Gold-ETCs?

Gold-ETCs sind spezielle Wertpapiere, die ebenfalls die Wertentwicklung von Gold eins zu eins nachzeichnen – und im Gegensatz zu Gold-ETFs in Deutschland erlaubt sind. Gold-ETCs sind damit ein Ausweichprodukt zu Gold-ETFs.

Anders als bei Gold-ETFs erwerben Sie bei einem ETC vom Herausgeber keinen Fondsanteil, sondern eine Schuldverschreibung. Mit dieser erhalten Sie in der Regel das Recht auf eine Goldlieferung durch den Herausgeber des ETCs.

Die Abkürzung ETC steht für "Exchange Traded Commodities", also börsengehandelte Rohstoffe. Genau wie bei den meisten Gold-ETFs liegen auch Gold-ETCs Goldbarren oder Münzen zugrunde. Das heißt: Der Herausgeber eines Gold-ETCs verfügt über einen großen Tresorraum, in dem er das Gold deponiert. Für Sie als Anleger heißt das: Sie müssen sich keine Gedanken über die Lagerkosten machen. Gold-ETCs zu halten, ist deshalb ähnlich günstig wie ein Investment in Gold-ETFs (siehe unten).

Ihr Vorteil: Gold-ETCs sind gegenüber physischem Gold in Barren- oder Münzform eine sehr komfortable und kostengünstige Möglichkeit, von der Entwicklung des Goldpreises zu profitieren. Sie sparen Lagerkosten und bleiben flexibel – denn Gold-ETCs können Sie jederzeit schnell an der Börse kaufen und verkaufen.

Der größte Herausgeber von Gold-ETCs in Deutschland ist das Unternehmen Deutsche Börse Commodities, das seit dem Jahr 2007 den ETC Xetra-Gold verkauft. Das Xetra-Gold lagert im Zentraltresor der Deutschen Börse in Frankfurt. Aktuell beläuft sich die dort deponierte Goldmenge auf mehr als 200 Tonnen.

Was ist das Risiko bei Gold-ETCs?

Die Namen mögen ähnlich klingen, in der Realität aber sind Gold-ETFs und Gold-ETCs zwei unterschiedliche Anlageformen. Das zeigt sich besonders beim höheren Risiko von Gold-ETCs im Vergleich zu Gold-ETFs.

Während das Gold, mit dem ein Gold-ETF unterlegt ist, als sogenanntes Sondervermögen im Falle einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt ist, sind die Barren und Münzen, die ETC-Anbieter einlagern, potenziell Teil der Insolvenzmasse. Als Anleger tragen Sie also ein Anbieter- oder Emittentenrisiko.

Verkürzt gesprochen: Geht ein ETC-Anbieter pleite, reihen Sie sich mit Ihrer Schuldverschreibung ein mit anderen Gläubigern des Unternehmens – und bekommen womöglich nicht den gesamten Goldwert Ihres ETC-Wertpapiers ausgezahlt. Auch wenn es sehr unwahrscheinlich ist, dass ein Gold-ETC-Anbieter zahlungsunfähig wird, sollten Sie sich vor dem Kauf deshalb stets über die Bonität des Unternehmens informieren.

Gold-ETFs und Gold-ETCs: Welche sind die besten?

Welcher Gold-ETF oder Gold-ETC der beste ist, also die höchsten Erträge, genannt Renditen, verspricht, lässt sich pauschal nicht beantworten. Der Grund: Sämtliche Gold-ETFs und Gold-ETCs bilden die Preisentwicklung von Gold eins zu eins nach. Langfristig erwirtschaften sie alle deshalb eine ähnlich hohe Rendite.

Diese bemisst sich stark am Goldpreis selbst:

Ausschlaggebend für die Wahl eines Gold-ETFs oder Gold-ETCs sollten deshalb andere Faktoren sein. Zu diesen zählen:

  • Kosten: Ausschlaggebend ist die sogenannte Gesamtkostenquote, auch "Total Expense Ratio" (TER) genannt. Dieser Prozentsatz gibt an, wie viel der Anbieter jährlich von Ihrem Anlagekapital als Gebühr einbehält. Es gilt: Je niedriger der Prozentsatz, desto besser. (Siehe unten.)
  • Alter: Je länger es einen Gold-ETF oder Gold-ETC schon gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Anbieter auch langfristig erfolgreich ist.
  • Größe: Auch das Anlagevolumen kann Aufschluss über das Anbieterrisiko geben. Ähnlich wie beim Alter gilt hier: Je mehr Geld – und damit Gold – ein ETF oder ETC verwaltet, desto sicherer ist er.

Welche Kosten fallen bei Gold-ETFs und Gold-ETCs an?

Ähnlich wie bei Aktienfonds und herkömmlichen ETFs zeigt auch bei Gold-ETFs und Gold-ETCs die sogenannte Gesamtkostenquote (Englisch: "Total Expense Ratio", TER) an, wie teuer oder günstig die Geldanlage ist. 

In die Gesamtkostenquote fließen sämtliche Gebühren ein, die jährlich anfallen, so lange Sie das Wertpapier halten, zum Beispiel die Verwaltungskosten des ETF- oder ETC-Herausgebers. Die Gesamtkostenquote bemisst sich in Prozent Ihres Kapitals, das der Anbieter pro Jahr einbehält. Legen Sie etwa eine Summe von 100 Euro in einen ETF mit einer Gesamtkostenquote von 0,25 Prozent an, belaufen sich die Kosten pro Jahr auf 25 Cent.

Bei den günstigsten Gold-ETFs liegt die Gesamtkostenquote bei 0 Prozent, bei anderen Anbietern wie etwa Xetra-Gold zahlen Sie jährlich 0,36 Prozent.

Wo kann ich Gold-ETFs und Gold-ETCs kaufen?

Gold-ETFs können Sie in Deutschland nicht erwerben, da der Handel mit solchen Wertpapieren hierzulande verboten ist. Gold-ETCs hingegen können Sie ganz einfach an der Börse über Ihr Wertpapierdepot kaufen.

Alles, was Sie dafür benötigen, ist die sogenannte Wertpapierkennnummer (WKN) oder die internationale Wertpapier-Identifikationsnummer ISIN des gewünschten Gold-ETCs. Diese finden Sie, indem Sie nach dem Namen des entsprechenden ETCs im Internet suchen.

Wie bei Aktien, Aktienfonds oder herkömmlichen ETFs, die Aktienindizes nachbilden, müssen Sie für den Kauf eines Gold-ETCs die WKN oder ISIN in der Suchmaske Ihres Depots eingeben. Haben Sie den Gold-ETC auf diese Weise gefunden, können Sie einen Anteil kaufen.

Welche Steuern muss ich auf Gold-ETCs zahlen?

Wenn Sie physisches Gold mindestens ein Jahr lang halten, ist der Verkauf von Gold in Deutschland steuerfrei. Auch für Gold-ETCs mit Anspruch auf eine Goldlieferung gilt: Besitzen Sie das Wertpapier länger als zwölf Monate, zahlen Sie bei einer Veräußerung weder Einkommens- noch Abgeltungssteuer. Halten Sie Anteile eines Gold-ETCs beim Verkauf weniger als zwölf Monate, müssen Sie die Spekulationssteuer in Höhe von 25 Prozent entrichten. 

Welche Alternativen zu Gold-ETFs und Gold-ETCs gibt es?

Wollen Sie Ihr Geld indirekt in Gold anlegen statt über Barren, Münzen, Gold-ETFs oder -ETCs, können Sie alternativ auch in Aktien oder Aktienfonds von Unternehmen investieren, deren Kurse vom Goldpreis beeinflusst werden. Dazu gehören Unternehmensanteile von Goldminen-Betreibern und sogenannte Gold-Streaming-Aktien. Damit sind Anteile von Firmen gemeint, die Goldminen finanzieren.

Der zentrale Vorteil eines Aktienfonds, der Anteile solcher Unternehmen vereint, ist derselbe wie der eines Gold-ETFs: Anders als Gold-ETCs tragen Sie als Anleger nicht das Risiko, dass der Anbieter insolvent gehen könnte und Sie Ihr Kapital womöglich nicht wiedersehen. 

Doch Vorsicht: Entgegen der landläufigen Meinung hängen die Aktienkursentwicklungen solcher Gold-Unternehmen nie gänzlich vom Goldwert allein ab. Tatsächlich spielen zahlreiche andere Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die allgemeine Entwicklung an den Aktienmärkten oder das Management der Unternehmen.

Verwendete Quellen:
  • Justetf.com
  • finanzen.net
  • Finanztip.de
  • miningscout.de
  • Süddeutsche Zeitung
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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