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Dividenden-ETFs: So bekommen Sie regelmäßig Geld

Jährliche Auszahlung  

Wie Sie mit Dividenden-ETFs von Firmengewinnen profitieren

Von Mauritius Kloft

24.03.2020, 11:07 Uhr
Dividenden-ETFs: So bekommen Sie regelmäßig Geld. Ein Mann sitzt mit einem Laptop auf einem Felsen: So einfach können Sie davon profitieren, wenn ein Unternehmen einen Teil seines Gewinns ausschüttet. (Quelle: imago images/Arabian Eye)

Ein Mann sitzt mit einem Laptop auf einem Felsen: So einfach können Sie davon profitieren, wenn ein Unternehmen einen Teil seines Gewinns ausschüttet. (Quelle: Arabian Eye/imago images)

Wer Geld in Aktien anlegt, kann auch am Gewinn des Unternehmens teilhaben. Noch leichter geht das mit Dividenden-ETFs. Hier lesen Sie alles, was Sie darüber wissen sollten.

Beim Investieren achten Anleger häufig darauf, Aktien von Unternehmen zu kaufen, die ihre Anleger am Unternehmensgewinn beteiligen, also eine Dividende ausschütten.

Doch das ist auch beim Investieren mit so genannten ETFs möglich, also Aktienkörben, die einen Aktienindex wie den Dax nachbilden. In diesem Fall müssten Sie darauf achten, in Dividenden-ETFs zu investieren.

Was ist das überhaupt? Warum kann sich das für mich lohnen? Und was muss ich sonst noch beachten? Alles Wichtige zu Dividenden-ETFs erfahren Sie in unserem Überblick:

Was sind Dividenden-ETFs überhaupt?

Um zu verstehen, was ein Dividenden-ETF ist, müssen Sie zunächst wissen, was ein ETF ist – und was eine Dividende:

ETF: Ein ETF ist ein Aktienfonds. Einen Aktienfonds können Sie sich als eine Art Korb vorstellen, in dem viele unterschiedliche Aktien liegen. Ein ETF ist dabei ein spezieller Aktienfonds: Bei einem ETF bildet ein Computeralgorithmus einen Aktienindex wie den Dax nach. Das bedeutet, dass in diesem Korb genau die selben Unternehmensanteile sind wie in dem Aktienindex, den er nachbildet.

Ein Beispiel: Mit einem Dax-ETF investieren Sie in Anteile der 30 größten Unternehmen an der Deutschen Börse. Das sind Firmen wie BMW, Lufthansa oder die Deutsche Post.

Dividende: Eine Dividende ist der Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, den das Unternehmen an die Anleger, also seine Aktionäre, ausschüttet. Eine Dividende wird immer auf die Aktien heruntergerechnet.

Ob und wie viel Dividende ein Unternehmen ausschüttet, hängt von mehreren Faktoren ab. Beispielsweise ist es entscheidend, wie hoch der Gewinn eines Unternehmens ist.

Ein Beispiel: Der Versicherer Allianz zahlte im Jahr 2019 eine Dividende von neun Euro pro Aktie. Wenn Sie also zehn Aktien von Allianz besitzt hätten, hätten Sie 90 Euro erhalten. Der Haushaltsmittel.-Konzern Henkel zahlte 2019 nur eine Dividende von 1,85 Euro aus – das sind 18,5 Euro bei zehn Aktien. Steuern oder Gebühren fallen nicht ins Beispiel.

Möglich ist auch, dass ein Unternehmen das Geld für eine Übernahme oder eine andere große Investition benötigt, die dem Unternehmen und somit den Aktionären langfristig nutzen kann. In diesen Fällen kann der Vorstand eines Unternehmens vorschlagen, dass er keine oder nur eine geringe Dividende an seine Anteilseigner ausschüttet. Viele amerikanische Tech-Konzerne wie Apple oder Amazon etwa zahlten lange Zeit überhaupt keine Dividende – weil sie das Geld für ihr Wachstum benötigten.

Über die Höhe der Dividende entscheidet in der Regel einmal pro Jahr die Hauptversammlung, also die Zusammenkunft der Aktionäre einer Firma. Unternehmen, die seit Jahren ihre Dividenden konstant gehalten oder sogar gesteigert haben, nennen Börsen-Experten "Dividendenaristokraten" oder auch den "Dividendenadel".

Dividenden-ETF: Ein Dividenden-ETF ist also ein ETF, der Aktienindizes nachbildet, die nur Dividenden-Unternehmen enthalten. Unternehmen, die keine oder nur eine geringe Dividende an ihre Aktionäre auszahlen werden dementsprechend nicht berücksichtigt.

Ein Beispiel: Ein bekannter Aktienindex, der nur Dividenden-Unternehmen enthält, ist der so genannte DivDax. In diesem sind diejenigen Unternehmen aus dem Dax, dem deutschen Leitindex, enthalten, die eine besonders hohe Dividende auszahlen. Das sind Firmen wie Daimler, VW oder BMW – aber auch die Allianz. Henkel taucht hingegen mit seiner niedrigen Dividende nicht in dem Index auf.

Was bringt mir ein Dividenden-ETF?

Mit einem Dividenden-ETF können Sie davon profitieren, wenn ein Unternehmen seine Gewinne ausschüttet. Es ist jedoch wichtig, zwischen zwei grundlegenden Dividenden-ETFs zu unterscheiden:

Thesaurierende Dividenden-ETFs: Thesaurierend bedeutet, dass die ETFs die Dividenden nicht an die Anleger weiterreichen – sondern sie wieder anlegen. Für Sie als Anleger kann das deshalb interessant sein, weil sich Ihr Anlagekapital so erhöht, ohne dass Sie selbst mehr Geld einzahlen müssen. Das wirkt sich insbesondere auf den so genannten Zinseszins-Effekt aus: Ihr angelegtes Geld vermehrt sich umso stärker, wenn Erträge, die vorher erwirtschaftet wurden, dazu kommen.

Ausschüttende Dividenden-ETFs: Im Gegensatz zu thesaurierenden Dividenden-ETFs reichen ausschüttende ETFs die Dividendengewinne direkt an Sie als Anleger weiter. Der Vorteil: Sie bekommen so regelmäßige eine bestimmte Summe. Allerdings – und das ist der Nachteil – profitieren Sie weniger stark vom so genannten Zinseszins-Effekt.

Um den Unterschied zwischen den beiden ETF-Arten zu verdeutlichen, nehmen wir an, dass Sie einmalig 5.000 Euro über einen Zeitraum von 15 Jahren anlegen. Der angenommene jährliche Ertrag, genannt Rendite, beläuft sich in diesem Beispiel auf sechs Prozent.

Wir gehen von einer jährlichen Dividende von 300 Euro, über 15 Jahre also 4.500 Euro, aus. Zur Vereinfachung nehmen wir an, dass Sie beim thesaurierenden ETF die Zahlung jährlich einzahlen und anlegen. Beim ausschüttenden ETF erhalten Sie die Dividendenzahlung – ohne sie anzulegen. Das Beispiel zeigt: Der Endbetrag ist Falle eines wiederanlegenden Dividenden-ETFs deutlich höher als bei einem, der Ihnen die Dividende auszahlt.

Angaben in EuroThesaurierendAusschüttend
Einzahlung5.0005.000
Dividende (gesamt)4.5004.500
Ertrag9.884,556.982,79
Endbetrag19.384,5516.482,79

Wie finde ich die besten Dividenden-ETFs?

Um die besten Dividenden-ETFs zu finden, sollten Sie verschiedene ETFs auf Internetportalen miteinander vergleichen. Da die Auswahl sehr groß ist, helfen folgende Kriterien bei der Auswahl:

  • Kosten: Hier gibt die Gesamtkostenquote (engl. "Total Expense Ratio", kurz "TER") am besten Auskunft. Sie enthält die jährlichen prozentualen Kosten, die eine Fondsgesellschaft von der Anlagesumme für das Anbieten des Fonds anstreicht. ETFs – auch Dividenden-ETFs – kosten im Gegensatz zu aktiven Fonds viel weniger, da kein Manager bezahlt werden muss, der den Aktienhandel steuert. Außerdem müssen Sie auf die Ausführungskosten oder Ordergebühren achten. Das ist die Zahlung, die jedes Mal anfällt, wenn Sie in ein Dividenden-ETF investieren.
  • Ausschüttungsart: Hier ist entscheidend, ob Sie lieber in einen ETF investieren möchten, bei dem Sie regelmäßig die Dividende als Auszahlung auf Ihr Konto erhalten (ausschüttend), oder bei dem Sie langfristig noch mehr profitieren können (thesaurierend). Sie müssen sich also bewusst machen, auf welche Form der Ausschüttung Sie setzen wollen (siehe oben).
  • Höhe der Dividende: Es ist es sehr wichtig, wie hoch Ihre Dividende bei einem Investment in diesen speziellen ETF ausfällt. Das ist sowohl entscheidend, wenn die Dividende ausgeschüttet wird, als auch wenn sie direkt reinvestiert wird.

Welche Risiken bergen Dividenden-ETFs?

Grundsätzlich gilt bei Dividenden-ETFs dasselbe wie bei herkömmlichen ETFs: Die Streuung ist in der Regel sehr breit, das Portfolio an Aktien, die der ETF enthält groß. Schließlich investieren Sie auch bei Dividenden-ETFs in ganze Aktienindizes – und eben nicht nur in einzelne Aktien.

Allerdings – und das ist wichtig – ist die Streuung bei Dividenden-ETFs häufig nicht ganz so hoch wie bei anderen ETFs. Das liegt daran, dass ETFs einen Aktienindex nachbilden, der nur Unternehmensanteile enthält, bei denen eine hohe Dividende winkt (siehe oben). Sie investieren letztlich in weniger Unternehmen als bei einem herkömmlichen ETF. 

Viele Indizes, die Dividenden-ETFs nachbilden, sind noch vergleichsweise neu. Das heißt für Sie als Anleger: Sie haben häufig nicht den langen Blick in die Vergangenheit. So können Sie nicht so einfach die Ertragsmöglichkeit abschätzen.

Tipp: Suchen Sie sich ETFs, die einen Dividenden-Index nachbilden, der mindestens zehn Jahre alt ist.

Wird die Dividende monatlich ausgezahlt?

Nein. Bei europäischen Aktiengesellschaften wird die Dividende in der Regel einmal im Jahr ausgeschüttet. Davor muss über die genaue Höhe bei der Hauptversammlung abgestimmt werden. Amerikanische Firmen an der Börse schütten meist einmal pro Quartal eine Dividende an ihre Anleger aus.

Für Anleger, die alle paar Monate eine Dividendenauszahlung erhalten möchten, bietet es sich also an, in ETFs zu investieren, deren Unternehmen an möglichst verschiedenen Zeitpunkten im Jahr Dividenden auszahlen. Mit ein wenig Recherche und Geduld lässt sich so ein Depot zusammenstellen, bei dem Sie regelmäßig eine Zahlung bekommen sollten. 

Für Anleger, die ohnehin nicht auf eine regelmäßige Auszahlungen aus sind, ist es von Vorteil, wenn die Dividende möglichst früh im Jahr ausgezahlt wird. Dies ist bei deutschen Unternehmen ohnehin häufig der Fall. Dann profitieren Sie noch mehr als ohnehin vom so genannten Zinseszins-Effekt (siehe oben).

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • finanztip.de
  • bergfuerst.com
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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