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Acht Mythen und Irrtümer der Kfz-Versicherung

Haftpflicht und Kasko  

Acht Mythen und Irrtümer der Kfz-Versicherung

23.12.2019, 16:58 Uhr | sm, ron, t-online.de

Acht Mythen und Irrtümer der Kfz-Versicherung. Nach dem Unfall: Zwei Fahrer begutachten die Schäden nach einem Autounfall. (Quelle: Getty Images/monkeybusinessimages)

Nach dem Unfall: Zwei Fahrer begutachten die Schäden nach einem Autounfall. (Quelle: monkeybusinessimages/Getty Images)

Wer sein Auto mit einer Kfz-Versicherung gegen Schäden absichert, glaubt oft, dass die Schadensregulierung damit gesichert ist. Doch das ist nicht immer der Fall. Es existieren viele Irrtümer und Mythen um Teilkasko, Vollkasko und Co.

1. Beulen und Kratzer am Auto

Es kann vorkommen, dass Äste Kratzer am Fahrzeug verursachen. Viele Versicherte gehen davon aus, dass ihre Kaskoversicherung den Schaden übernimmt. Irrtum: Nur bei einer Vollkaskoversicherung werden derartige Schäden reguliert. Zu beachten ist zudem, dass Betroffene in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft werden. Die Teilkaskoversicherung greift nur, wenn ein Sturm mit mindestens Windstärke 8 die Schäden verursacht hat.

2. Wildunfälle

Bei einem Wildunfall übernimmt die Teilkasko- oder Vollkaskoversicherung üblicherweise den Schaden – allerdings nur dann, wenn der Unfall während der Fahrt passiert ist. Verursacht ein Wildtier einen Schaden an einem parkenden Auto, muss der Versicherte nachweisen, dass es sich um einen Fall für die Kfz-Versicherung handelt. Daher sollte immer sofort die Polizei oder ein Förster gerufen werden. Als Zeugen können diese Personen den Unfall dann gegenüber dem Versicherer bestätigen. Wenn freilaufende Hunde, Katzen, Pferde oder Kühe für einen Schaden am Auto verantwortlich sind, haftet der Tierhalter mit seiner Tierhalterhaftpflichtversicherung. Diese Schäden werden in der Regel nicht von der Kfz-Haftpflichtversicherung übernommen.

3. Vandalismus

Schäden durch Vandalismus sind bei der Teilkaskoversicherung ausgeschlossen. Wenn zum Beispiel das Cabriodach aufgeschlitzt oder der Außenspiegel abgetreten wurde, hilft nur eine Vollkaskoversicherung. Anders verhält es sich, wenn die Schäden verursacht wurden, um einen Diebstahl zu begehen. Laut Angaben des Bundes der Versicherten (BdV) greift die Teilkaskoversicherung beispielsweise, wenn Kriminelle durch das aufgeschnittenene Cabriodach in den Wagen eindringen und etwas stehlen beziehungsweise wenn sie den Außenspiegel  abmontieren, um ihn weiterzuverkaufen.

4. Diebstahl aus dem Auto

Viele Kfz-Halter nutzen ein mobiles Navigationsgerät. Wird es aus dem Auto gestohlen, nützt eine Teilkaskoversicherung nichts. Nur festmontierte Geräte, die geklaut wurden, ersetzt diese Versicherung. Bei allen anderen Gegenständen, wie etwa Mobiltelefonen, Handtaschen oder anderen Wertsachen, muss man für die Schadensregulierung eine Vollkaskoversicherung haben. Wenn das nicht der Fall ist, übernimmt eventuell die Hausratversicherung den Schaden.

5. Wohnwagen nicht automatisch mitversichert

Dies ist einer der Mythen im Zusammenhang mit der Kfz-Versicherung, der weit verbreitet ist: Wenn ein Wohnwagen an ein vollkaskoversichertes Auto angehängt wird, soll er angeblich automatisch mitversichert sein. Aber Achtung: Das ist nicht der Fall. Genau wie ein Pkw ist ein Wohnwagen zulassungspflichtig. Deswegen wird dafür auch eine eigene Haftpflichtversicherung benötigt.

6. Alkohol am Steuer – Prüfen der Teilschuld

Wer einen Unfall unter Einfluss auch von kleinen Mengen von Alkohol unter der 0,5-Promillegrenze verursacht, muss immer mit einer Teilschuld rechnen. Der Versicherer wird prüfen, ob der Unfall ohne Alkohol hätte verhindert werden können.

7. Nicht verkehrstüchtiges Auto nicht versichert

Sollte nach einem Unfall festgestellt werden, dass ein nicht verkehrstüchtiges Auto im Spiel war, wird die Versicherung den Schaden nicht übernehmen. Dies stufen Gesellschaften als grob fahrlässiges Handeln ein. Die Kfz-Versicherung kann jedoch kulant sein, wenn die TÜV-Plakette schon abgelaufen ist, der Wagen aber noch voll verkehrssicher ist.



8. Viele Unfälle haben Konsequenzen in der Versicherung

Die Annahme, dass man als Versicherter beliebig viele Unfälle und Schäden bei der Versicherung einreichen kann, ist falsch. Auch bei Kunden, die regelmäßig ihre Prämien zahlen, können häufige Schäden Konsequenzen haben. Zunächst werden sie natürlich in der Schadenfreiheitsklasse hochgestuft und müssen unter Umständen höhere Beiträge zahlen.

Der Versicherer hat aber auch das Recht, von sich aus den Vertrag zu kündigen. Das geht theoretisch nach jedem Schaden. Je öfter Sie also bei Ihrer Versicherung Kosten verursachen, desto mehr steigt das Risiko, dass Sie hinausgeworfen werden. Das einzig Gute daran: Bereits gezahlte Prämien für kommende Monate erhalten Sie zurück.

Verwendete Quellen:
  • Bund der Versicherten
  • Nachrichtenagenturen dpa, dpa-tmn
  • Eigene Recherchen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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