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Der soziale Status hat starken Einfluss auf die Gesundheit von Kindern

Von dpa
Aktualisiert am 04.03.2015Lesedauer: 2 Min.
Soziale Benachteiligung beeinträchtigt auch die Gesundheit von Kindern.
Soziale Benachteiligung beeinträchtigt auch die Gesundheit von Kindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Das soziale Milieu wirkt sich gravierend auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen aus. Das geht aus einer neuen Broschüre des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach haben rund elf Prozent der Kinder und Jugendlichen mit einem niedrigen Sozialstatus einen nur mittelmäßigen oder schlechten allgemeinen Gesundheitszustand. Bei Gleichaltrigen aus der Mittelschicht sind es sechs Prozent. Bei wohlhabenden und gut gebildeten Familien liegt die Quote bei drei Prozent.

Bei Kindern aus sozial schwachen Familien sei Bewegungsmangel, Übergewicht und Rauchen stärker verbreitet als beim Nachwuchs in der Mittel- und Oberschicht, berichtete Thomas Lampert vom RKI auf dem Kongresses "Armut und Gesundheit".

ADHS, Depression, Übergewicht - die ganze Palette

Auch das Risiko für psychische Auffälligkeiten wie Angststörungen, Depressionen oder Hyperaktivität liege höher, wenn Kinder in Familien mit einem niedrigen Sozialstatus aufwüchsen. Im Vergleich zu früheren Untersuchungen hätten die gesundheitlichen Folgen sozialer Ungleichheit damit nicht abgenommen, ergänzte Lampert.

Chronische Krankheiten wie Diabetes oder Herzinfarkte kämen in sozial schwachen Familien um den Faktor zwei bis drei häufiger vor als in der Mittel- und Oberschicht. Die gesamte Lebenserwartung sinke bei niedrigem Sozialstatus durchschnittlich um acht bis elf Jahre.

Dennoch gilt: Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wächst gesund auf.

Die Zahlen für die neue Auswertung stammen aus der RKI-Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (Kiggs), an der zwischen 2009 und 2012 mehr als 12.000 Mädchen und Jungen bis 17 Jahre teilnahmen.

Ein Fünftel der Kinder in Deutschland von Armut bedroht

In Deutschland leben nach der jüngsten Analyse des Paritätischen Gesamtverbands rund 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche mit einem Armutsrisiko: Sie wachsen in Familien auf, die von weniger als 60 Prozent des mittleren gesellschaftlichen Einkommens leben. Damit ist nach Angaben des Verbandes bundesweit fast ein Fünftel aller Heranwachsenden bis 18 Jahre von Armut bedroht.

Prävention ist ein Millionen-Projekt

Mit einem geplanten Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention sollen mehr Menschen in allen Gesellschaftsschichten erreicht werden. In Kitas, Schulen und Betrieben könnten damit zum Beispiel mehr Programme für Sport, gesunde Ernährung oder Stressbewältigung aufgelegt werden. Bisher stehen dafür nach Angaben des Paritätischen Gesamtverbands rund 200 Millionen Euro pro Jahr aus den Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung bereit. Künftig seien es fast 500 Millionen Euro pro Jahr.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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