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WHO-Studie: 41 Mio. Kleinkinder leiden an Übergewicht

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"Es ist nicht die Schuld der Kinder"  

Über 40 Millionen Kinder sind zu dick

12.02.2016, 08:44 Uhr | dpa

WHO-Studie: 41 Mio. Kleinkinder leiden an Übergewicht. Übergewichtiges Kind (Quelle: dpa)

Auch in Deutschland seien Fettleibigkeit und Übergewicht auf hohem Niveau, meinen Experten. (Quelle: dpa)

Weltweit leiden etwa 41 Millionen Kinder unter fünf Jahren an Übergewicht. Das geht aus einer Studie im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hervor. Auch für Deutschland fordern Experten Beschränkungen für die Lebensmittelindustrie und verbindliche Standards für Schulessen.

Die Zahl übergewichtiger oder fettleibiger Kleinkinder hat laut WHO-Bericht erheblich zugenommen. 41 Millionen entsprechen 6,1 Prozent der Kinder in dieser Altersgruppe. 1990 waren es 31 Millionen (4,8 Prozent). Am stärksten stieg die Zahl in Ländern mit unterem und mittlerem Einkommen. 2014 waren dort 15,5 Millionen Kinder übergewichtig - mehr als doppelt so viele wie 1990 (7,5 Millionen). Fast die Hälfte der zu dicken Kinder lebt demnach in Asien (48 Prozent), ein Viertel in Afrika.

"Es ist nicht die Schuld der Kinder"

Der Co-Vorsitzende der zuständigen WHO-Kommission, Peter Gluckman, sagte: "Es ist nicht die Schuld der Kinder. Man kann ein zweijähriges Kind nicht verantwortlich dafür machen, fett und faul zu sein und zu viel zu essen." Biologische Einflüsse und Verhalten trügen zu dem Anstieg bei, besonders in Entwicklungsländern.

Die Schuld für diesen Anstieg sieht die WHO aber vor allem in der Werbung für ungesundes Essen. Die Staaten müssten daher mit Gesetzen und Programmen eingreifen. In Deutschland fordern Experten Ähnliches.

Die Kommission rief dazu auf, zuckerhaltige Getränke wirksamer zu besteuern. Sie fordert auch Richtlinien für Schulen, um gute Ernährung und körperliche Betätigung zu unterstützen.

Eltern reagieren oft zu spät

Wenn Kinder übergewichtig werden, bemerken Eltern das nicht immer rechtzeitig. Sind sie sich unsicher, sprechen sie am besten den Kinderarzt auf das Thema an. "Der verfolgt Wachstum sowie Entwicklung des Kindes und sieht deshalb als Erster, wenn das Gewicht aus der Bahn läuft", sagt Stefanie Gerlach, Sprecherin der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG).

Wenn das Übergewicht schon die Dimension von Fettleibigkeit erreicht hat, gibt es spezialisierte Einrichtungen für eine Adipositas-Therapie, in der Betroffene etwa über eine Veränderung des Lebensstils beraten werden. "Ist die Notwendigkeit der Therapie vom Arzt bescheinigt, übernehmen die Krankenkassen die Kosten."

Eltern sollten ihren Kindern außerdem mit gutem Beispiel vorangehen, sagt Gerlach. Sie sollten sie zum Sport motivieren und Fernsehzeiten zu begrenzen. Eltern sollten ihre Kinder auch nicht überall mit dem Auto hinfahren und sie stattdessen ermutigen, öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad zu nehmen. Außerdem wichtig: Mit frischen Zutaten selbst kochen, statt Fertiggerichte und Fast Food zu kaufen.

Fettleibigkeit in Deutschland auf hohem Niveau

Hierzulande gibt es der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) zufolge keine aktuellen Daten über die Zahl dicker Kleinkinder. Eine repräsentative Erhebung unter Drei- bis Sechsjährigen habe es zuletzt zwischen 2003 und 2006 gegeben. Die DAG geht davon aus, dass die Zahlen im Kindes- und Jugendalter auf einem hohen Niveau geblieben sind.

Auch die DAG sieht den Staat in der Pflicht. "Alle Erfahrungen haben gezeigt, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Lebensmittelindustrie nicht wirksam sind", sagt Gerlach. Deshalb fordere ihr Verband eine Zucker-Fett-Steuer. Werbung für ungesunde Lebensmittel und Getränke, die sich an Kinder und Jugendliche wende, sollte beschränkt werden. Alle Bundesländer sollten zudem Qualitätsstandards für Schulessen verbindlich festlegen.

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