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Maßnahmen in der Corona-Krise: Was das Mundschutz-Tragen mit uns macht

MEINUNGEin kleines bisschen Kontrolle?  

Was das Mundschutz-Tragen mit uns macht

Von Ulrike Scheuermann

05.04.2020, 12:13 Uhr
Maßnahmen in der Corona-Krise: Was das Mundschutz-Tragen mit uns macht. Mundschutz während der Corona-Krise: Sich Gedanken darüber zu machen, wie und ob eine Maske sinnvoll ist oder nicht, bringt Sie nicht weiter. (Quelle: Getty Images/ArtMarie)

Mundschutz während der Corona-Krise: Sich Gedanken darüber zu machen, wie und ob eine Maske sinnvoll ist oder nicht, bringt Sie nicht weiter. (Quelle: ArtMarie/Getty Images)

Zunehmend begegnet man Menschen mit Mundschutz – das kann schnell Verunsicherung auslösen. Doch das Tragen der Masken kann auch eine ganz andere Bedeutung bekommen.

Immer öfter sieht man jetzt auf den Straßen, im Supermarkt, in den Parks Menschen mit Mundschutz, Österreich hat bereits die Pflicht zum Mund- und Nasenschutz eingeführt, auch das Robert-Koch-Institut empfiehlt die einfachen Schutzmasken inzwischen offiziell.

"Das bringt doch nichts" sagen die einen. "Ich fühle mich damit sicherer" sagen andere. Manche gruseln sich aber auch vor diesen vermummten Menschen.

Annehmen, was ist

Ich plädiere gerade in der aktuellen Krisenzeit für sehr viel gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz. Es gibt jetzt Dinge, die wir so nehmen müssen, wie sie sind – ganz einfach, weil wir sie nicht ändern können.

Wenn wir jedoch weiterhin damit hadern, uns darüber aufregen oder lange über die nachgewiesene Wirksamkeit recherchieren, investieren wir umsonst viel Zeit und Energie. Bezogen auf den Mund-Nasen-Schutz bedeutet das: Sich Gedanken darüber zu machen, wie und ob eine Maske sinnvoll ist oder nicht, bringt Sie nicht weiter. Es ist, wie es ist.

Zusätzlichen Stress vermeiden

In Österreich gibt es bereits eine Maskenpflicht. Wir werden sehen, wie es in ein paar Tagen oder Wochen bei uns aussieht. Also verzichten Sie darauf, sich negative Gedanken dazu zu machen und sich so zusätzlichen Stress zu bereiten.

Wir können lieber darüber nachdenken, welche Argumente auch auf der psychologischen Ebene für das Tragen von Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit sprechen.

Mit dem Mund-Nasen-Schutz schützen sie andere

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) und anderen weltweit renommierten Experten steht fest, dass das Coronavirus genau wie Grippeviren über winzig kleine Sekret-Tröpfchen, unter anderem durch die Luft übertragen wird. Beim Niesen können diese Tröpfchen eine Geschwindigkeit von 45 Metern pro Sekunde erreichen und meterweit fliegen. In der Regel stecken wir uns also dadurch an, dass wir uns in der Nähe eines Menschen befinden, der niest, hustet oder eine "feuchte Aussprache" hat.

Die Textilmasken sind zwar meist grobmaschig und die Virentröpfchen kleiner als die Poren dieser Masken. Dennoch kann man davon ausgehen, dass sie einen Teil dieser Partikel abhalten. Das Robert Koch-Institut empfiehlt sie inzwischen ausdrücklich, um das Ansteckungsrisiko zu verringern. Auch selbstgenähte "Behelfsmasken" haben eine Schutzwirkung. Somit können Sie mit einer Maske dazu beitragen, die Verbreitung von Viren zu verhindern.

Es geht hierbei also erst einmal weniger um den Selbstschutz. Am allerbesten schützen Sie sich nach wie vor mit den inzwischen weithin bekannten Maßnahmen: Abstand halten, nicht ins Gesicht fassen, oft die Hände mit Seife waschen.

Der psychologische Effekt der Schutzmasken

Die Masken haben auch einen psychologischen Effekt: Viele Menschen, die selbst die Abstandsregeln sehr genau einhalten, merken in ihrem Alltag, dass ihnen jemand zu nahe kommt oder plötzlich direkt hinter ihnen steht. Sie fühlen sich damit unwohl. Es gibt auch schon Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit darüber.

Hier stärken die Masken das Bewusstsein für das Abstandhalten. Wir können damit also anderen in Zeiten von Verunsicherung und Sorge ein sicheres Gefühl geben. Wir zeigen damit: Ich sorge mich um das Wohlergehen anderer. Die Botschaft hinter der Maske lautet: "Ich will dich schützen". Das alleine ist schon Grund genug, eine Maske zu tragen.

Wir sorgen füreinander

Es ist verständlich, dass dieses neue Straßenbild, ebenso wie vieles andere zurzeit, erst einmal verstört. Aber halten Sie sich einmal vor Augen, dass die Menschen, die sich die Mühe machen, eine Maske zu nähen oder zu besorgen und sie zu tragen, dies aus Fürsorge für andere und somit auch für Sie tun. Das verändert Ihre Perspektive. Dann können wir uns über die Maskenträger freuen und dankbar sein. Wir bemerken dadurch nämlich, dass wir alle füreinander sorgen. Und das ist Gemeinsinn im allerbesten Sinne.

Ulrike Scheuermann ist Diplom-Psychologin und Bestsellerautorin. Seit 25 Jahren hilft sie Menschen dabei, ihr Leben mit modernsten Methoden der Psychologie innerlich frei und ohne Blockaden besser und gesünder zu gestalten. Ihre Self-Care- und Coaching-Programme finden in ihrer Akademie in Berlin und online statt.

Verwendete Quellen:
  • Ulrike Scheuermann

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