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Gewichtszunahme in Coronavirus-Zeiten: Ab diesem Wert wird es kritisch

In Corona-Zeiten  

Gewichtszunahme: Ab diesem Wert wird es kritisch

04.11.2020, 12:29 Uhr | dpa

Gewichtszunahme in Coronavirus-Zeiten: Ab diesem Wert wird es kritisch. Gewichtszunahme: Der Verkauf von Süßwaren ist in der Corona-Krise gestiegen. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)

Gewichtszunahme: Der Verkauf von Süßwaren ist in der Corona-Krise gestiegen. (Quelle: Patrick Pleul/dpa)

Wesentlich mehr Freizeit an Bildschirmen, mehr Kilos auf den Rippen und Bewegungsarmut: Mit den Maßnahmen gegen die Corona-Ausbreitung gehen riskante Verhaltensänderungen einher. Schon jetzt ist das Ausmaß an mancher Stelle erschreckend.

Drinbleiben, Kontakte beschränken, Homeoffice – die Maßnahmen gegen eine allzu schnelle Corona-Ausbreitung hinterlassen in der Bevölkerung bereits deutliche Spuren.

38 Prozent der Erwachsenen in Deutschland bewegen sich deswegen weniger, 19 Prozent haben infolge ihrer veränderten Gewohnheiten schon an Gewicht zugelegt. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Nur zwölf Prozent der Befragten sind demnach mehr in Bewegung als zuvor, acht Prozent haben wegen der Corona-Maßnahmen abgenommen.

Gewichtszunahme: Ab diesem Wert wird es kritisch

Experten warnen eindringlich vor den möglichen Folgen von Gewichtszunahme und Bewegungsmangel im Zuge der Mobilitätseinschränkungen. "Bewegungsmangel begünstigt nicht nur die Entstehung von Übergewicht, sondern verringert auch körperliche Fitness, Koordination und Beweglichkeit", sagte Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). "Zudem leidet auch die Psyche unter einem Mangel an Bewegung."

Wenn die Grenze zu einem Body-Mass-Index über 25 überschritten sei, steige mit zunehmendem Körperfettanteil das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf- oder Gelenkerkrankungen. "Je älter eine Person ist, desto schwieriger wird mittelfristig die Gewichtsabnahme."

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Low-Carb-Hype geht zurück

Es gibt aber auch positive Folgen: Seit Corona gibt es in vielen Familien mehr Zeit für gesunde Mahlzeiten. Und so mancher entdeckt angesichts geschlossener Restaurants die eigene Küche neu. Brot wird selbst gebacken, Rezepte aus dem Internet haben Hochkonjunktur. In der Umfrage gaben auch nur 13 Prozent der Erwachsenen an, sich ungesünder zu ernähren. Im Gegenzug sagten zwölf Prozent, im Zuge der Corona-Krise gesünder zu essen.

"Vielleicht entdeckt nun mancher den Hobbykoch in sich und probiert etwas aus", sagte der Ernährungswissenschaftler Uwe Knop. Ein weiterer Aspekt sei, dass Phänomene wie der Low-Carb-Hype zurückgingen. "Diese ganzen Gesundheitsgurus und der Diätenquatsch – das ist ein reines Wohlstandsphänomen." In der Krise kauften die Bundesbürger Nudeln und Mehl.

Verkauf von Süßwaren gestiegen

Dass mehr als sonst gegessen und genascht wird, etwa weil der Weg zum Kühlschrank im Homeoffice nicht weit ist, spielt zumindest nach Angaben der von YouGov Befragten kaum eine Rolle. Nur 15 Prozent gaben an, ihre Essensmenge sei gestiegen, elf Prozent gingen sogar davon aus, im Zuge des Corona-Lockdowns insgesamt weniger zu essen. Allerdings ist da womöglich ein bisschen Fehleinschätzung im Spiel: Nach Angaben des internationalen Süßwarenhandelsverbands ist der Verkauf von Süßwaren in der Corona-Krise gestiegen, im März sei ein zweistelliges Plus verzeichnet worden.

Stark abgenommen hat bei vielen Menschen die Dauer von Gesprächen mit Freunden oder Verwandten, die vor Beginn der Maßnahmen oft bei Besuchen und anderen Treffen erfolgten. Fast ein Drittel der Befragten (31 Prozent) gab an, nun weniger Zeit – etwa am Telefon oder mit Videogesprächen – mit solchen Gesprächen zu verbringen.

Fast ein Viertel (23 Prozent) meint allerdings, nun insgesamt länger mit Freunden und Verwandten zu sprechen. Extrem verändert hat sich die Nutzung elektronischer Geräte. 39 Prozent der Befragten gaben an, mehr Freizeit mit Fernseher, PC, Laptop, Spielkonsole, Smartphone und ähnlichem zu verbringen. Lediglich vier Prozent sitzen im Zuge von Corona weniger vor dem Bildschirm.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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