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Coronavirus: Schlaganfälle und Lungenembolien im Zusammenhang mit Covid-19

Experten warnen  

Corona könnte noch eine andere Erkrankung auslösen

09.05.2020, 12:33 Uhr | dpa

Coronavirus: Diese Zellen sind anfällig

Jeden Tag lernen Wissenschaftler mehr über das neue Coronavirus. Jetzt wurden von einem internationalen Forschungsteam Ergebnisse veröffentlicht, die zeigen, welche Zellen das Coronavirus leicht angreifen kann. (Quelle: t-online.de)

SARS-CoV-2: Welche Zellen das Virus bevorzugt – und wo im menschlichen Körper. (Quelle: t-online.de)


Die Lungenkrankheit könnte auch Auswirkungen auf andere Teile des Körpers haben. Experten sind überrascht, welche weitreichenden Folgen eine Erkrankung mit Covid-19 hat. 

Eine Ansteckung mit dem Coronavirus könnte nach Einschätzung von Experten auch einen Schlaganfall nach sich ziehen. Das gelte insbesondere bei schweren Verläufen, teilte die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) mit und verwies auf Studien. Generell sei die Datenlage zu Covid-19 und den neurologischen Folgen allerdings "noch recht dünn", weitere Untersuchungen seien unbedingt nötig, hieß es. Die Deutsche Schlaganfall-Hilfe schreibt auf ihrer Webseite, sie gehe von Einzelfällen aus.

"Ein Schlaganfall ist die Folge einer Minderdurchblutung oder einer Blutung im Gehirn", erklärte der Neurologie-Facharzt und DSG-Sprecher Wolf-Rüdiger Schäbitz. Da bei einer schweren Infektion oft auch das Blutgerinnungssystem beeinflusst werde, könne der Erreger Sars-CoV-2 die Entstehung von Schlaganfällen begünstigen. Durch das Virus könnten zudem Entzündungen in den Arterien hervorgerufen werden, mögliche Auslöser für Hirninfarkte.

Schlaganfälle und Lungenembolien im Zusammenhang mit Covid-19

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte kürzlich in einem Interview, man wisse seit wenigen Wochen, dass das Virus bei vielen Menschen Embolien und Thrombose auslöse. Es gebe wahrscheinlich Todesfälle von Infizierten, die als Schlaganfälle oder Lungenembolie erkannt würden, die aber nicht mit Sars-CoV-2 in Zusammenhang gebracht würden. Deshalb seien Obduktionen wichtig. Zunehmend zeigt sich, dass das Virus nicht nur Atemwege und Lunge betrifft. Wieler sagte, es sei "erstaunlich und auch ein bisschen erschreckend", wie viele Organe das Virus in schweren Fällen zu befallen scheine.


Die Schlaganfall-Gesellschaft wies auch auf einen Zusammenhang von Vorerkrankungen und Schlaganfallrisiko hin: Unter den schweren Covid-19-Verläufen seien häufig vorerkrankte Menschen, etwa mit Diabetes und hohem Blutdruck. Dadurch sei ihr Schlaganfall-Risiko von vornherein stark erhöht, erklärte Schäbitz. Die Fachgesellschaft appellierte, sich bei Anzeichen eines Schlaganfalls wie Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen sofort in Behandlung zu begeben. Wer zögere, riskiere im schlimmsten Fall sein Leben.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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