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Badespaß trotz Corona: Diese Regeln gelten jetzt im Freibad oder am Strand

Faktencheck  

Coronavirus: Diese Regeln gelten jetzt beim Baden

02.08.2020, 16:29 Uhr | dpa, sms, t-online.de

Badespaß trotz Corona: Diese Regeln gelten jetzt im Freibad oder am Strand. Baden im See: Während der Corona-Pandemie gelten neben den üblichen Baderegeln zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen beim Schwimmen.  (Quelle: imago images/Sven Simon )

Baden im See: Während der Corona-Pandemie gelten neben den üblichen Baderegeln zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen beim Schwimmen. (Quelle: Sven Simon /imago images)

Die Temperaturen steigen, die Verunsicherung bleibt: Wenn mit dem Sommer die Hitze kommt, wächst die Sehnsucht nach Abkühlung. Was müssen Sie im Freibad, am Badesee oder Strand beachten?

Nach einer Auszeit von der Corona-Krise sehnen sich vermutlich viele Menschen. Die Hoffnung, dass die Sommerzeit für Aktivitäten genutzt werden kann, ist groß. Doch wie dürfen wir baden?

Behauptung: Angesichts einer drohenden Infektion mit dem Coronavirus ist Schwimmen in Freibädern, Seen und Meeren zu gefährlich.

Bewertung: Schwimmen an sich ist unproblematisch. Doch die Besucher von Strand- oder Freibädern müssen genaue Abstandsregeln beachten.

Fakten: Wer ins Schwimmbad, an den Badesee oder ans Meer geht, sollte auch außerhalb des Wassers Vorsicht walten lassen. Der Alptraum von Virologen sind dicht nebeneinander liegende Handtücher mit sich sonnenden Menschen darauf.

Werden die Viren durch Wasser übertragen?

Vom kühlen Nass selbst geht eine geringere Infektionsgefahr als vom direkten Kontakt von Mensch zu Mensch. Darüber sind sich Wissenschaftler einig. Wenig Grund zur Sorge gibt es, wenn es sich dabei um aufbereitetes und mit Chlor desinfiziertes Badewasser in Hallen- und Freibädern handelt. Das Virus werde dadurch "zuverlässig inaktiviert", sagt Christian Ochsenbauer, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen.

Das bestätigt auch das Umweltbundesamt (UBA): "Das Wasser in konventionellen Schwimmbädern (Frei- oder Hallenbäder) unterliegt einer ständigen Aufbereitung. (...) Filtration und Desinfektion sind wirksame Verfahren zur Inaktivierung von eingetragenen Mikroorganismen (z.B. Bakterien und Viren)."

Wer Bäder mit biologischer Aufbereitung wie Schwimm- und Badeteiche besucht, sollte aber genauer hinschauen. Sie enthalten laut Umweltbundesamt "kein Desinfektionsmittel, daher geht von derartigen Bädern ein gewisses Infektionsrisiko aus, auf welches der Badegast generell vor Ort hingewiesen werden sollte". Ebenso nachweisbar sei das Coronavirus im noch nicht aufbereiteten Abwasser, erklärt Janne Vehreschild, der beim Deutschen Zentrum für Infektionsforschung eine Arbeitsgruppe zu den Risikofaktoren bei Covid-19 leitet. Der Experte: "Ob diese Mengen für eine Ansteckung ausreichen, steht aber noch nicht fest."

Kann man in Naturgewässern baden?

Unbedenklich sei dagegen das Baden und Schwimmen in größeren Naturgewässern wie Badeseen oder in Meeren wie Nord- und Ostsee, heißt es beim UBA. Die Gefahr einer Ansteckung sei wegen der Verdünnung im Wasser äußerst gering: "Steigende Wassertemperaturen und erhöhte Sonneneinstrahlung im Sommer werden zu einer noch stärkeren Inaktivierung möglicherweise in das Wasser eingetragener Viren führen". Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe keine Hinweise dafür gefunden, dass das Coronavirus über den Wasserweg übertragen werde.

Grundsätzlich jedoch sollten Menschen mit Atemwegsinfekten oder Durchfall nicht baden, um andere nicht zu gefährden, mahnt das UBA. "Dies gilt völlig unabhängig davon, um welche potenziellen Krankheitserreger es sich im Einzelnen handelt."

Worauf sollten Sie beim Baden achten?

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) rät allerdings trotzdem zu höchster Vorsicht: Aufgrund der Corona-Pandemie sollte in diesem Sommer nur eingeschränkt gebadet werden. "Bei der Rettung von ertrinkenden Menschen ist ein enger Körperkontakt unausweichlich. Die Retterinnen und Retter sind daher einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt, vor allem bei Maßnahmen der Wiederbelebung“, sagt Andreas Paatz, Bundesleiter Wasserwacht beim Deutschen Roten Kreuz.

Deswegen sollten Sie nur dann baden gehen, wenn Sie ein guter Schwimmer sind und sich gesund und fit fühlen. Nichtschwimmer sollten "ausnahmslos an Land bleiben". Sie sollten außerdem darauf achten, nur an bewachten und sicheren Badestellen ins Wasser zu gehen und sich dort an die allgemeinen Baderegeln zu halten:

  • Niemals allein ins Wasser gehen, sondern mindestens zu zweit.
  • Vorher abkühlen, nie mit vollem Magen oder unter Alkoholeinfluss baden.
  • Andere nicht schubsen oder untertauchen, nie in unbekanntes oder trübes Gewässer springen. Absperrungen und Bojen beachten, Booten nicht zu nah kommen.

"Aus Selbstschutz und auch aus Solidarität mit den Rettungskräften sollten Badende bei der Abkühlung im Wasser vernünftig sein und sich nicht überschätzen. Das gilt dieses Jahr ganz besonders", sagt Paatz.

Welche Risiken bestehen beim Baden?

Neben den üblichen Risiken wie Wassertemperatur, Strömung und Wellengang besteht laut DRK für Badegäste auch die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Sie sollten daher auch im Wasser Abstand zu anderen Personen wahren und die Husten-Nies-Etikette einhalten. "Die Pandemie ist leider noch nicht vorbei und das Virus ist auch im Freien übertragbar. Daher sollte jeder nach wie vor vorsichtig sein und sich vor einer Ansteckung schützen – das gilt an Land wie auch im Wasser", sagt Paatz weiter.

Was ist im Notfall zu tun?

Wenn Sie jemanden im Wasser sehen, der in Not geraten ist, sollten Sie zunächst um Hilfe rufen, die Badeaufsicht informieren und einen Notruf absetzen. 

"Ist ein Rettungsring vorhanden, vom sicheren Standort ins Wasser werfen. Muss man zur Rettung selbst ins Wasser springen, sollte man wenn möglich nur mit Hilfsmittel (zum Beispiel Rettungsring, Holzbrett) zur Hilfe eilen", sagt Paatz. 

Verwendete Quellen:
  • Deutsches Rotes Kreuz 
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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