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Coronavirus: Eine Covid-19-Infektion kann Diabetes auslösen

Zuckerkrank durch Covid-19  

Eine Corona-Infektion kann Diabetes auslösen

20.06.2020, 12:30 Uhr
Coronavirus: Eine Covid-19-Infektion kann Diabetes auslösen. Löst Covid-19 Diabetes aus? Einige Studien berichten von Covid-19-Patienten, die eine Stoffwechselstörung entwickeln. (Quelle: Getty Images/Phynart Studio)

Löst Covid-19 Diabetes aus? Einige Studien berichten von Covid-19-Patienten, die eine Stoffwechselstörung entwickeln. (Quelle: Phynart Studio/Getty Images)

Dass Diabetes ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Lungererkrankung Covid-19 ist, ist bereits länger bekannt. Doch nun zeigen Studien einen weiteren Zusammenhang zwischen der Stoffwechselstörung und dem Coronavirus.

Eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 kann offenbar auch Auslöser der Zuckerkrankheit sein.

So berichteten Mediziner vom Khoo Teck Puat Hospital in Singapur vor einiger Zeit von einem jüngeren Patienten ohne chronische Vorerkrankungen, bei dem sich während einer COVID-19-Erkrankung eine Diabetes entwickelte. Hinweise auf eine Insulinresistenz vor der Infektion mit dem neuen Coronavirus hatte es bei dem Patienten nicht gegeben.

Schwere Stoffwechselstörung kann tödlich enden

Die Folgen von Covid-19 können zudem noch dramatischer ausfallen. Wie nun ein Team von Endokrinologen im Fachblatt "New England Journal of Medicine" (NEJM) warnt, könnten bei Patienten mit Covid-19 neben einem Diabetes mellitus auch eine schwere Stoffwechselentgleisung bis hin zur tödlichen Ketoazidose auftreten.

Eine Stoffwechselentgleisung liegt vor, wenn der Organismus nicht mehr in der Lage ist, eine Stoffwechselstörung auszugleichen. In der Folge reichern sich bestimmte schädliche Stoffwechselprodukte im Körper an. Eine besonders schwerwiegende Stoffwechselentgleisung (Ketoazidose) bei schwerem Insulinmangel kann lebensgefährlich sein und muss intensivmedizinisch behandelt werden.

Ungewöhnlich sind solche Stoffwechselentgleisungen bei schweren Virusinfektionen nicht. Denn der durch die Virenerkrankung ausgelöste Stress führt dazu, dass der Körper höhere Mengen des Stresshormons Cortisol ausschüttet. Dadurch wiederum steigt der Blutzuckerspiegel. Auch bei der SARS-Epidemie der Jahre 2002/2003 hatten Mediziner bei einigen Erkrankten eine Verschlechterung des Blutzuckerspiegels beobachtet.

Coronavirus schädigt möglicherweise bestimmte Zellen

In der aktuellen Corona-Pandemie scheint es aber eine auffällige Häufung solcher Fälle zu geben. Das berichten unter anderem Forscher von der Universität in Wuhan in einer im Fachjournal "Cardiovascular Diabetology" veröffentlichten Studie. Darin schreiben die Autoren, dass bestimmte Werte, die ein Hinweis auf eine Insulinresistenz sind, bei zahlreichen Covid-19-Patienten auffällig erhöht sind, wobei dieser Anstieg das Sterberisiko erhöhe.

Chinesische Experten stellten bereits nach der SARS-Pandemie eine Vermutung auf, warum es im Zuge einer Covid-19-Erkrankung bei einigen Patienten zu Veränderungen des Zuckerstoffwechsels kommt: Bei einer Infektion mit dem Coronavirus werden bestimmte Zellen in der Bauchspeicheldrüse geschädigt, die das blutzuckersenkende Hormon Insulin produzieren und ins Blut ausschütten.

Klingt Diabetes nach Genesung von Covid-19 ab?

Das könnte auch die Ursache für die jetzigen Beobachtungen von Veränderungen des Blutzuckers durch SARS-CoV-2 sein. Ob die Veränderungen des Glukosestoffwechsels im Zuge der Genesung von Covid-19 wieder verschwinden oder aber bestehen bleiben, ist allerdings bislang unklar.

Um mehr Klarheit über das Phänomen zu erlangen, will ein internationales Forscherteam um den Stoffwechselexperten Prof. Francesco Rubino vom Londoner King's College nun ein Patientenregister (CoviDIAB) aufbauen. So wollen die Forscher auch herausfinden, ob es sich bei den Stoffwechselveränderungen durch SARS-CoV-2 um einen Typ-1- oder Typ-2-Diabetes oder aber um einen völlig neuen Typus von Zuckererkrankung handelt und ob die Patienten sich nach überstandener Erkrankung vom Diabetes erholen.

Verwendete Quellen:

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