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Corona: Infektionen passieren häufig an Superspreader-Orten – Studie

US-Studie zu Corona  

Infektionen passieren häufig an Superspreader-Orten

11.11.2020, 11:17 Uhr | dpa, dpa-AFX

Corona: Infektionen passieren häufig an Superspreader-Orten – Studie. Corona-Infektionen: Das Modell der Forscher analysiert, wo Menschen den Tag über hingehen, wie lange sie jeweils bleiben und wie viele andere Menschen am selben Ort sind. (Symbolbild) (Quelle: imago images/ZUMA Wire)

Corona-Infektionen: Das Modell der Forscher analysiert, wo Menschen den Tag über hingehen, wie lange sie jeweils bleiben und wie viele andere Menschen am selben Ort sind. (Symbolbild) (Quelle: ZUMA Wire/imago images)

Geschlossene Räume mit mehreren Menschen gelten als Corona-Hotspots – Forscher aus Kalifornien bestätigen das nun. Womöglich sind Superspreader-Orte für häufige Neuinfektionen verantwortlich.

Ein Großteil der Coronavirus-Infektionen passiert einer US-Studie zufolge aller Wahrscheinlichkeit nach an sogenannten Superspreader-Orten wie Restaurants, Fitnessstudios und Cafés. Das zeigen Wissenschaftler von der Universität Stanford in Kalifornien anhand eines Computermodells, unter anderem auf Basis demografischer Daten, epidemiologischer Schätzungen und anonymer Handydaten, im Fachjournal "Nature". 

Das Modell analysiert, wo Menschen den Tag über hingehen, wie lange sie jeweils bleiben und wie viele andere Menschen am selben Ort sind – und fand überall dort die meisten Infektionen, wo sich mehrere Menschen in geschlossenen Räumen über längere Zeit aufhalten.

Mehrere Metropolregionen wurden untersucht

Zwischen März und Mai habe das Modell, das auch den ethnischen und finanziellen Hintergrund der Menschen berücksichtigt, das Verhalten von rund 98 Millionen Menschen in zehn amerikanischen Metropolregionen – darunter New York, Los Angeles, Chicago und Washington – untersucht, heißt es von dem Forscherteam um den Computerwissenschaftler Jure Leskovec.

Die Aufenthalte an rund 553.000 Orten – darunter Restaurants, Fitnessstudios, Tierhandlungen, Baumärkte und religiöse Einrichtungen – wurden untersucht. Zudem wurde das Modell nach und nach auch mit dem nachgewiesenen Infektionsgeschehen der jeweiligen Städte nachgebessert.

Das Computermodell könne künftig Behörden beim Kampf gegen eine weitere Verbreitung des Virus unterstützen, so die Forscher. Das wäre für die derzeitige Situation in den USA eine wichtige Stütze, denn die Corona-Fallzahlen haben in den USA wieder neue Höchststände erreicht.

Aktuelle Corona-Infektionszahlen in den USA

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) ist die Zahl der Neuinfektionen am Dienstag (Ortszeit) auf 136.325 gestiegen. Das ist den Daten zufolge der höchste Wert für Ansteckungen binnen 24 Stunden seit Beginn der Pandemie. Auch die Zahl der Covid-19-Patienten in US-Krankenhäusern erreicht nach Medienberichten einen Höchststand. So wurden am Dienstag landesweit 61.964 Menschen mit dem Virus in Kliniken behandelt, mehr als je zuvor, wie mehrere US-Medien unter Berufung auf Daten des Covid Tracking Project meldeten.

Damit habe sich der Wert für Covid-19-Patienten in Kliniken seit September etwa verdoppelt und übertreffe nun auch den zu Beginn der Pandemie erreichten Höchststand von Mitte April (59.940). Ein zweiter Höhepunkt im Sommer hatte diesen Rekord demnach nur knapp verfehlt. Auf Intensivstationen werden dem Covid Tracking Project zufolge derzeit knapp 12.000 Menschen behandelt. Dieser Wert war im April mit rund 15.000 höher.

Während die Zahl der Patienten weiter steige, fehle es an medizinischem Personal, um mehr Krankenhausbetten bereitstellen zu können, schrieb die "New York Times".

Covid Tracking Project veröffentlicht Daten

In den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern hatte die Zahl der Corona-Infektionen seit Beginn der Pandemie am Montag die Marke von zehn Millionen überstiegen. Seit einer Woche liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen nach der JHU-Statistik bei mehr als 100.000. Mehr als 239.000 Menschen starben in den Vereinigen Staaten nach einer Infektion.

Das Covid Tracking Project wurde im Frühjahr beim Magazin "The Atlantic" gestartet und sammelt und veröffentlicht Daten zur Corona-Pandemie in den USA. Die Internetseite der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX, dpa

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