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Corona – Virologe Schmidt-Chanasit: Lockdown verschiebt nur das Problem

Virologe Schmidt-Chanasit  

Lockdown verschiebt nur das Problem

04.12.2020, 09:23 Uhr | dpa

Corona – Virologe Schmidt-Chanasit: Lockdown verschiebt nur das Problem. Jonas Schmidt-Chanasit: Der Leiter der Arbovirologie am Bernhard-Nocht-Institut (BNI) fordert im Umgang mit dem Coronavirus eine Strategie, die langfristig wirkt. (Quelle: dpa/Christian Charisius)

Jonas Schmidt-Chanasit: Der Leiter der Arbovirologie am Bernhard-Nocht-Institut (BNI) fordert im Umgang mit dem Coronavirus eine Strategie, die langfristig wirkt. (Quelle: Christian Charisius/dpa)

Für den Hamburger Virologen Jonas Schmidt-Chanasit sind die harten Lockdowns ungeeignet, um die Zahl der Neuinfektionen nachhaltig zu reduzieren. Er rät zu einem anderen Vorgehen.

Mit dem derzeit geltenden Teil-Lockdown ist eine deutschlandweite deutliche Reduktion der Corona-Neuinfektionen aus Sicht des Virologen Jonas Schmidt-Chanasit bis Weihnachten nicht zu schaffen. "Ich halte das für nicht realistisch", sagt er. Allerdings könnte es durchaus sein, dass weitere Regionen eine 7-Tage-Inzidenz von unter 50 erreichen. Dieser Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche an und ist nach wie vor das Ziel der politischen Maßnahmen.

"Damit verschiebt sich das Problem nur um einige Wochen"

Am Mittwochabend hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen, dass der Teil-Lockdown bis 10. Januar verlängert wird. Die 7-Tage-Inzidenz war im Oktober rasant angestiegen und ist seit mehreren Wochen vergleichsweise stabil auf hohem Niveau. Am Donnerstag gab das Robert Koch-Institut den Wert mit 134 an. Sieben Tage zuvor lag er bei 138.

Der Hamburger Virologe Schmidt-Chanasit sieht in harten Lockdowns keine langfristige Strategie, um die Zahl der Neuinfektionen nachhaltig zu drücken. "Damit verschiebt sich das Problem nur um einige Wochen." Die Situation im Sommer habe gezeigt, dass damit die Zahlen nicht dauerhaft niedrig bleiben – trotz intensiver Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter. Das Ziel dürfe nicht eine Abfolge von Lockdowns sein, sondern dauerhaft niedrige Infektionszahlen.

Wie langfristige Strategien aussehen könnten

Dafür bräuchte es langfristige Strategien für das gesamte nächste Jahr. Ein Baustein neben den Impfungen und Tests könnte sein, die Bevölkerung auf breiter Front besser einzubeziehen. Der Virologe könnte sich vorstellen, dass Vertrauenspersonen in großer Zahl von Tür zu Tür gehen und unter anderem über Regeln aufklären, Hilfe anbieten, Tests oder Masken organisieren.

"Mitwirkung gelingt nicht nur durch Appelle, sondern auch durch Angebote", sagte Schmidt-Chanasit. Damit können Wege gefunden werden, um bestimmte Bevölkerungsgruppen wie etwa Jugendliche besser zu erreichen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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