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Studie: Warum das Corona-Risiko für Männer erhöht sein könnte


Für welche Männer das Covid-19-Risiko erhöht ist

  • Melanie Rannow
Von Melanie Rannow

Aktualisiert am 28.09.2021Lesedauer: 3 Min.
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Patient im Krankenhaus (Symbolfoto): Männer haben bei der Covid-19-Erkrankung eine schlechtere Prognose als Frauen.
Patient im Krankenhaus (Symbolfoto): Männer haben bei der Covid-19-Erkrankung eine schlechtere Prognose als Frauen. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)
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Männer, die sich mit dem Coronavirus infizieren, entwickeln häufiger einen schweren Covid-19-Verlauf als Frauen. US-Forscher haben Hinweise gefunden, woran das liegen könnte.

Seit Beginn der Pandemie haben Mediziner beobachtet, dass mit Corona infizierte Männer im Durchschnitt schwerer erkranken als Frauen. Auch das Sterberisiko fällt bei ihnen höher aus. Die Ursachen dafür sind nur zum Teil erforscht.


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Eine Theorie besagt, dass hormonelle Unterschiede zwischen Männern und Frauen eine Rolle spielen könnten. Da Männer viel mehr Testosteron produzieren als Frauen, haben einige Wissenschaftler spekuliert, dass ein hoher Testosteronspiegel schuld an der Schwere der Erkrankung sein könnte.

Corona-Studie: Wie beeinflussen Hormone Covid-19?

Doch eine Studie der Washington University School of Medicine in St. Louis legt nahe, dass bei Männern das Gegenteil der Fall sein könnte: dass niedrige Testosteronwerte im Blut mit schwereren Covid-19-Verläufen verbunden sind.

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon, das hauptsächlich im Hoden hergestellt wird. Mit zunehmendem Alter sinkt bei Männern der Testosteronspiegel. Das ist jedoch ein normaler Prozess und keine Krankheit. In geringen Mengen kommt Testosteron auch bei der Frau vor.

Das US-amerikanische Forschungsteam analysierte die Blutwerte von 90 Männern und 62 Frauen, die von März bis Mai 2020 mit Covid-19 ins Krankenhaus kamen. Dabei bestimmten sie folgende drei Hormonspiegel:

  • Testosteron
  • Sexualhormon Östradiol
  • insulinähnliches Wachstumshormons IGF-1

Die Hormonwerte wurden am Tag der Aufnahme und dann regelmäßig bis Tag 28 gemessen.

Je niedriger der Hormonspiegel, desto schwerer der Verlauf

Das Ergebnis der im englischsprachigen Fachblatt "JAMA Network Open" veröffentlichten Studie: Die Männer, die schon bei der Klinikaufnahme sehr niedrige Testosteronwerte von im Schnitt 53 Nanogramm pro Deziliter aufwiesen, erlitten häufiger schwere Verläufe und mussten intensivmedizinisch behandelt und teilweise auch beatmet werden. Die Gruppe der am schwersten erkrankten Männer hatte nur einen durchschnittlichen Testosteronspiegel von 19 Nanogramm pro Deziliter.

Als normaler Wert gelten Testosteronspiegel ab 250 Nanogramm pro Deziliter.

Je niedriger der Spiegel des männlichen Geschlechtshormons also war, desto höher war auch das Risiko, an Covid-19 zu sterben. Die gemessenen Östradiol- und IGF-1-Spiegel der Männer hatten indes keine Auswirkung auf den Schweregrad ihrer Corona-Infektionen.

Bei den untersuchten Frauen zeigte sich ein noch mal anderes Bild: Keines der drei Hormone schien einen Einfluss auf den Covid-Krankheitsverlauf zu haben – zumindest nicht im Rahmen dieser Studie.

Ursache oder Symptom? Weitere Forschung nötig

Bislang ist allerdings nicht klar, ob die niedrigen Testosteronspiegel die Ursache oder nur ein Symptom eines schweren Covid-19-Verlaufs sind. Denn bei den untersuchten Patienten war nicht bekannt, ob diese schon vor ihrer Infektion zu niedrige Testosteronwerte hatten oder ob diese erst durch die Infektion abgesunken waren.

Wäre Ersteres der Fall, könnte das männliche Geschlechtshormon ursächlich mit einer erhöhten Anfälligkeit für Covid-19 verknüpft sein – beispielsweise indem sein Mangel die Immunreaktion negativ beeinflusst. Sinkt der Spiegel aber erst mit der Infektion ab, wäre der niedrige Testosteronspiegel eher ein Biomarker, der das Risiko für einen schweren Verlauf anzeigt. Die Forscher wollen daher genauer untersuchen, wie Testosteron und Covid-19 zusammenhängen.

Zudem sollen weitere Studien ermitteln, ob Männer, die sich von Covid-19 erholen, von einer Testosterontherapie profitieren können.

Weiterer Erklärungsansatz: das weibliche Geschlechtshormon

Einige Experten sehen als Faktoren für die unterschiedlichen Verläufe bei Covid-19 das weibliche Hormon Östrogen mit seinem schützenden Wirkmechanismus oder das stärkere Immunsystem von Frauen – ohne dass es hier eindeutige Belege gibt.

Dass das Immunsystem von Frauen auf Virusinfektionen grundsätzlich schneller und stärker reagiert als das von Männern, zeigt sich laut Virologen auch bei anderen Viruserkrankungen, etwa bei der Grippe, bei SARS und bei MERS.

Dafür erleiden Frauen häufiger Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem überschießt und eigene Zellen angreift – eine mögliche Komplikation auch bei Covid-19.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • JAMA Network Open: "Association of Circulating Sex Hormones With Inflammation and Disease Severity in Patients With COVID-19"
  • Pressemitteilung der Washington University School of Medicine vom 25. Mai 2021
  • Wissensmagazin scinexx
  • Eigene Recherche
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