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Corona-Impfung: Bei diesen Nebenwirkungen den Arzt aufsuchen

Corona-Impfung  

Bei diesen Nebenwirkungen sollten Sie zum Arzt

Von Christiane Braunsdorf

14.06.2021, 11:58 Uhr
Corona-Impfung: Bei diesen Nebenwirkungen den Arzt aufsuchen. Der Anti-Corona-Piks: Manche Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. (Quelle: Getty Images/dusanpetkovic)

Der Anti-Corona-Piks: Manche Nebenwirkungen können schwerwiegend sein. (Quelle: dusanpetkovic/Getty Images)

Noch immer gibt es rund um die Corona-Impfung viel Verunsicherung, vor allem hinsichtlich der zu erwartenden Nebenwirkungen. Welche sind normal oder sogar gut? Und wann sollte ich ärztliche Hilfe suchen? Die wichtigsten Fragen rund um den Piks.

Fast 40 Millionen Deutsche (47 Prozent) haben bereits ihre Corona-Erstimpfung erhalten, 20 Millionen (fast 24 Prozent) sogar die zweite (Stand: 10. Juni). Doch noch immer halten sich Unsicherheiten, vor allem in Bezug auf die zu erwartenden Nebenwirkungen. t-online beantwortet die wichtigsten Fragen. 

Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Sowohl bei den mRNA-Impfstoffen (Biontech/Pfizer und Moderna) als auch bei den vektorbasierten Vakzinen (Astrazeneca und Johnson & Johnson) treten laut Robert Koch-Institut (RKI) folgende Impfnebenwirkungen häufig auf: 

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Müdigkeit 
  • Kopfschmerzen 
  • Muskelschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Gelenkschmerzen 
  • Fieber und Schwellung der Einstichstelle 
  • Übelkeit
  • Rötung der Einstichstelle

Diese Nebenwirkungen klingen für gewöhnlich innerhalb weniger Tage nach der Impfung wieder ab. "Zur Linderung möglicher Beschwerden kann ein schmerzlinderndes / fiebersenkendes Medikament in der empfohlenen Dosierung eingenommen werden", so das RKI.

Meist reagieren jüngere Menschen etwas stärker auf die Impfung als ältere und das häufiger nach der zweiten Impfung. Die Nebenwirkungen zeigen, dass das Immunsystem eine Abwehr gegen das Virus aufbaut. 

Kann ich Nebenwirkungen vorbeugen?

Prophylaktisch vor der Impfung eine (auch fiebersenkend wirkende) Schmerztablette einzunehmen, wird nicht empfohlen. Das Robert Koch-Institut teilt zwar mit: "Die Datenlage zu den Covid-19-Impfstoffen ist aktuell nicht ausreichend, um eine sichere Aussage hinsichtlich eines Einflusses der genannten Medikamente auf die Wirksamkeit (Immunogenität) der Impfstoffe treffen zu können."

Im Folgenden heißt es jedoch: "Experten gehen aufgrund der Erkenntnisse aus Studien mit anderen Impfstoffen davon aus, dass eine prophylaktische Gabe von fiebersenkenden oder schmerzlindernden Medikamenten nicht empfehlenswert ist."

Eine Studie aus Kanada kam zu dem Schluss, dass durch die prophylaktische Einnahme der Impfeffekt ‒ also die Bildung von Antikörpern ‒ beeinträchtigt werden kann.

Wie lange halten diese Nebenwirkungen an?

Dazu teilt das Bundesgesundheitsministerium mit: "Man muss unterscheiden zwischen Impfreaktionen und Nebenwirkungen. Impfreaktionen treten direkt im Anschluss an eine Impfung auf und dauern zumeist nur einen Tag. Sie sind Zeichen einer Immunreaktion des Körpers und deshalb unbedenklich.

Wer mit vier bis 16 Tagen Abstand zur Impfung allerdings Nebenwirkungen feststellt, sollte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Nebenwirkungen können auch beim Paul-Ehrlich-Institut unter www.nebenwirkungen.bund.de gemeldet werden. Dort werden sie analysiert und bewertet."

Wer also länger als drei Tage mit Nebenwirkungen zu kämpfen hat, sollte seinen Arzt kontaktieren. 

Nach Impfungen mit Astrazeneca und Johnson & Johnson traten sehr selten Fälle von Hirnvenenthrombosen auf. Symptome einer Hirnvenenthrombose sind: 

  • starke, anhaltende Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Krampfanfälle
  • Bewusstseinsstörungen
  • Sprach- und Sehstörungen
  • Lähmungen

Die Fälle einer Hirnvenenthrombose sind sehr selten. Anfang Juni teilte das Paul Ehrlich-Institut mit, dass bei fast zehn Millionen verimpften Vektorimpfstoffen in Deutschland 102 Fälle gemeldet wurden. 21 Personen starben. Dennoch: Wer diese Symptome feststellt, sollte seinen Arzt kontaktieren. 

Wann sollte ich mich nicht impfen lassen?

Wenn Sie zum Beispiel wegen einer Erkältung Fieber über 38,5 Grad haben, sollten Sie Ihren Impftermin verschieben. Menschen mit mehreren Allergien sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten, ebenso Patienten, die Immunsuppressiva einnehmen. Herzpatienten, die auf Marcumar eingestellt sind, sollten vor der Impfung ihren INR-Wert kontrollieren lassen. 

Wie gut schützt die erste Impfstoffdosis?

Nach Angaben des RKI liegt die Wirksamkeit zur Verhinderung einer (auch asymptomatischen) Infektion mit dem Coronavirus bei allen Impfstoffen nach der ersten Dosis zwischen 60 und 70 Prozent.  Zum Vergleich: Nach der zweiten Impfstoffdosis liegt die Wirksamkeit zwischen 80 und 90 Prozent.

Sowohl mRNA-Impfstoffe als auch der vektorbasierte Impfstoff Astrazeneca böten bereits nach einer Impfstoffdosis einen Schutz von etwa 80 Prozent vor einer schweren Covid-19-Erkrankung (Hospitalisierung), so das RKI.  

Das heißt aber auch: Nach der ersten Impfung ist eine Corona-Infektion noch wahrscheinlicher als nach der zweiten.

Kann ich die zweite Impfung ausfallen lassen?

Der Leiter der Virologie der Berliner Charité, Christian Drosten, warnte jüngst vor Rückschlägen in der Pandemiebekämpfung: "Man müsse aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei", sagte er im NDR-Podcast "Coronavirus-Update". "Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein."

Die Warnung ist deutlich: Sich darauf zu verlassen, nach der ersten Impfung ausreichend geschützt zu sein, ist falsch. Erst nach der zweiten Dosis ist die Gefahr schwerer Krankheitsverläufe eingedämmt.

Was ist, wenn ich nach der ersten Impfung erkranke?

In der Regel verläuft eine Infektion auch schon nach der ersten Impfdosis mild oder sogar asymptomatisch. Da der Körper jedoch eine Immunität gegen das Virus aufbaut, sollten Genesene erst sechs Monate nach ihrer Infektion geimpft werden, so der Beschluss der Ständigen Impfkommission (Stiko). Hintergrund ist die Impfstoffknappheit. Ihr Arzt wird sie also erst etwa ein halbes Jahr nach Infektion zum zweiten Mal impfen.

Kann ich mich trotz Impfung infizieren?

Das RKI teilt mit: "Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person trotz vollständiger Impfung PCR-positiv wird, ist bereits niedrig, aber nicht Null." In der Summe sei daher das Risiko einer Virusübertragung stark vermindert. "Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass einige Menschen nach Kontakt mit SARS-CoV-2 trotz Impfung (asymptomatisch) PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden."

Das heißt: Auch Geimpfte können das Virus weitertragen und müssen sich daher auch weiter an die Abstands- und Hygieneregeln halten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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