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Corona-Impfung: Gibt es Langzeitschäden? Das ist bislang bekannt

Was bislang bekannt ist  

Gibt es wirklich Langzeitschäden der Corona-Impfung?

Von Christiane Braunsdorf

26.10.2021, 14:16 Uhr
Corona-Impfung: Gibt es Langzeitschäden? Das ist bislang bekannt. Ein Mann wird in einem Impfbus in Berlin geimpft: Der Fall des ungeimpften Fußballprofis Joshua Kimmich hat eine Diskussion um vermeintliche Langzeitfolgen der Impfung ausgelöst. (Quelle: dpa/Kira Hofmann)

Ein Mann wird in einem Impfbus in Berlin geimpft: Der Fall des ungeimpften Fußballprofis Joshua Kimmich hat eine Diskussion um vermeintliche Langzeitfolgen der Impfung ausgelöst. (Quelle: Kira Hofmann/dpa)

Sicherheitsbedenken spielen bei vielen eine Rolle, die sich nicht impfen lassen wollen. Auch der Fußballspieler Joshua Kimmich sorgt sich um Spätfolgen. Experten erklären, warum das aber unbegründet ist.

Etwa 66 Prozent der Deutschen sind bislang vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Unter den Ungeimpften, die sich jedoch den Piks holen könnten, halten sich hartnäckig Sicherheitsbedenken.

In der Umfrage "Covid-19 Snapshot Monitoring", an der auch das Robert Koch-Institut (RKI) beteiligt ist, nennt Anfang September ein Viertel der befragten Ungeimpften als Grund für ihre Weigerung, dass die Impfstoffe nicht ausreichend erforscht und zu schnell zugelassen worden seien. Etwa ein weiteres Viertel gibt an, unbekannte Spätfolgen zu befürchten. Hier reiht sich auch der Bayern-Profispieler Joshua Kimmich ein, um den nun eine große Diskussion entbrannt ist (mehr dazu hier).

Doch sind die Ängste berechtigt? Studien haben bereits ergeben, dass etwa die häufig verbreitete Annahme, die Impfung könne zu Unfruchtbarkeit führen, widerlegt ist – sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

Langzeitschäden nicht zu befürchten

Doch wie sieht es mit anderen Spätfolgen aus? In der Tat fehlen hierzu Langzeitdaten, da die Impfstoffe erst vor etwa einem Jahr entwickelt wurden und erst seit einigen Monaten zugelassen sind. Dennoch sind Langzeitfolgen nicht zu befürchten. Das für die Sicherheit von Impfstoffen und Medikamenten in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut schreibt dazu auf seiner Homepage: "Die Erfahrungen mit vielen Impfstoffen über viele Jahre haben gezeigt, dass die meisten Nebenwirkungen kurze Zeit nach der Impfung auftreten." 

Seine Sprecherin Dr. Susanne Stöcker erläuterte in der "Pharmazeutischen Zeitung": "Impfreaktionen treten üblicherweise innerhalb weniger Stunden oder auch Tage auf, selten auch erst nach einigen Wochen oder Monaten." Häufig werde mit "Langzeitfolgen" bezeichnet, was eigentlich sehr seltene Nebenwirkungen seien.

mRNA nach 50 Stunden im Körper abgebaut

Und in der ZDF-Sendung "heute" wurde sie noch genauer: "Langzeitnebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen generell nicht bekannt." Bei den mRNA-Vakzinen seien sie ebenfalls nicht zu befürchten, denn auch ihre Bestandteile würden im Körper schnell nach der Impfung abgebaut. Daten deuteten darauf hin, dass die mRNA nach etwa 50 Stunden im Körper nicht mehr nachweisbar sei, so Stöcker.

Dass schon der Begriff des Langzeitschadens häufig falsch benutzt wird, stellt die Gutachterin in der Zulassung für Impfstoffe beim österreichischen Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, Petra Falb, klar. In ihrem Blog schreibt sie: "Das Wort 'Langzeitschaden' hat sich hier im täglichen Sprachgebrauch etabliert und wird vielfach fälschlich – übertragen auf die aktuelle Situation – interpretiert als 'Schaden, den die Impfung erst nach langer Zeit verursacht'."

Nebenwirkungen innerhalb von Stunden oder Tagen

Sie bezieht sich auf das Beispiel des Auftretens von seltenen Fällen einer impfbedingten Encephalitis (Gehirnentzündung) im Zusammenhang mit der Pockenimpfung. "Diese Impfung konnte somit Langzeitschäden verursachen – einfach, weil jede Encephalitis dauerhafte Schäden hinterlassen kann, egal, wodurch sie entsteht. (...) Das Auftreten dieser Encephalitis geschah jedoch im Schnitt innerhalb einer Woche nach der Impfung. Das heißt, das Auftreten dieser Schädigung geschah zeitnah, nicht erst nach Jahren, auch wenn die Auswirkungen jahrelang bestehen blieben!"

Nebenwirkungen des Vakzins sind Falb zufolge sehr schnell nach dem Piks zu beobachten: "Aufgrund der Eigenschaften und Wirkungsweise eines Impfstoffes sind Nebenwirkungen ziemlich bald – nach Stunden oder Tagen – zu erwarten, selbst in seltenen Fällen von Autoimmunerkrankungen meist nach wenigen Wochen."

Schwere Nebenwirkungen sehr selten

Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen können in Deutschland an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet werden. Stand 31. August 2021 verzeichnete die Behörde 156.360 solcher Verdachtsfälle, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung stehen. Knapp 10 Prozent davon wurden als schwerwiegend eingestuft.

Dazu zählen zum Beispiel Hirnvenenthrombosen, Herzmuskelentzündungen (Myokarditis), allergische Schocks (Anaphylaxie) oder die seltene Nervenerkrankung Guillain-Barré-Syndrom. Die meisten dieser Nebenwirkungen traten in den ersten Tagen bis zwei Wochen nach der Impfung auf. Und sie sind sehr selten, das machen auch die Zahlen deutlich.

Bei über 100 Millionen verimpften Dosen der Anti-Corona-Vakzine wurden dem PEI bis zum 31. August zum Beispiel 174 Fälle einer Hirnvenenthrombose und 792 einer Myokarditis bzw. Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels) gemeldet, die in einem zeitlichen Zusammenhang zur Impfung auftraten. 

Meldeformular für jeden zugänglich

​Jeder Arzt, Apotheker oder Geimpfte kann dem PEI melden, wenn Nebenwirkungen beobachtet wurden, die bislang nicht bekannt sind. Das Meldeformular finden Sie hier. Sie können eine Nebenwirkung auch im Namen einer anderen Person melden, die Sie betreuen, wie etwa im Namen eines Kindes oder eines Angehörigen. Die häufigsten Impfnebenwirkungen bleiben: 

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Örtliche Reaktion an der Impfstelle
  • Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Schwindelgefühl
  • Gliederbeschwerden
  • Unwohlsein

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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