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PCR-Tests: Jeder Vierte Test ist positiv – wird die Priorisierung verschärft?


Anteil der positiven PCR-Tests steigt massiv


Aktualisiert am 18.01.2022Lesedauer: 3 Min.
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Corona-Test: Wegen zu vieler Neuinfektionen könnten die PCR-Tests künftig eingeschränkt werden.Vergrößern des Bildes
Corona-Test: Wegen zu vieler Neuinfektionen könnten die PCR-Tests künftig eingeschränkt werden. (Quelle: Edwin Tan/getty-images-bilder)

Fast zwei Millionen PCR-Tests in der zweiten Januarwoche bringen die Labore in Deutschland an ihre Grenzen. Schuld ist Omikron – die Lösung könnte eine strengere Priorisierung sein.

Mit den Corona-Infektionszahlen steigen aktuell auch die Zahlen der PCR-Tests auf ein Allzeithoch. Die Labore, die die Tests auswerten müssen, stoßen dadurch langsam an ihre Kapazitätsgrenzen.

Und auch wenn der Anstieg der Zahlen durch die Omikron-Ausbreitung zu erwarten war, mit diesen Werten hatten selbst sie nicht gerechnet, betont der Vorsitzende des Verbands der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, in einer Pressekonferenz am Dienstag. Deshalb werden Priorisierungen jetzt immer wichtiger. Doch was bedeutet das?

1,9 Millionen PCR-Tests in der zweiten Januarwoche

Angesichts der Omikron-Variante hat der Laborverband ALM einen Höchstwert an PCR-Testungen pro Woche verzeichnet. In der vergangenen Woche bis zum Sonntag seien in den fachärztlichen Laboren in Deutschland etwa 1,95 Millionen PCR-Tests durchgeführt worden – mehr als je zuvor in der Pandemie, so Müller in der Pressekonferenz.

Doch nicht nur die hohe Zahl der Tests, auch die Positivrate überraschte die Labormediziner negativ: Rund jeder vierte Test sei positiv, insgesamt habe es in der vergangenen Woche fast 490.000 positive PCR-Tests gegeben, ebenfalls ein neuer Rekord.

Labore sind zu fast 90 Prozent ausgelastet

Die Auslastung der Labore lag in der zweiten Januarwoche den ALM-Angaben zufolge im bundesweiten Durchschnitt bei 86 Prozent und stieg damit im Vergleich zur Vorwoche deutlich. Zuletzt waren die Labore noch zu 64 Prozent ausgelastet. "Die Lage ist tatsächlich ernst, die Labore sind an den Kapazitätsgrenzen und darüber hinaus", beklagte Müller.

Die Labore konnten ihre Kapazitäten zwar weiter deutlich erhöhen, in dieser Woche beträgt die gemeldete Kapazität für PCR-Tests in deutschen Laboren etwa 2,52 Millionen. Dennoch könne man sich nicht aus der Pandemie heraustesten, mahnte Müller.

Wer könnte künftig Vorrang bei PCR-Tests haben?

Um eine Überlastung der Labore und der Fachkräfte zu vermeiden, plädierte Müller erneut dafür, schnell und konsequent die Nationale Teststrategie anzuwenden, die auch Priorisierungen für PCR-Tests bei begrenzter Kapazität vorsieht.

Vorrang haben demnach etwa Menschen mit Covid-19-Symptomen und Kontaktpersonen von nachgewiesen Infizierten. Doch auch der Schutz von Menschen mit besonders hohen Corona-Risiken, beispielsweise im Gesundheitswesen, steht im Vordergrund. Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte dazu gesagt, für die Freitestungen aus der Quarantäne habe er veranlasst, dass es für Gesundheitspersonal einen Vorrang bei der Laborauswertung gebe. Um PCR-Tests zu "sparen", sind sie auch nur für Beschäftigte in Kliniken, Pflegeheimen und Einrichtungen für Behinderte beim Freitesten verpflichtend. Ansonsten sollen auch Schnelltests verwendet werden können.

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PCR-Tests müssten da, wo es sinnvoll und möglich sei, zum Beispiel durch Antigentests ersetzt werden, so Müller. Er verwies auf hochwertige, laborbasierte Antigentests, die ein "qualitätsgesichertes und laborärztlich befundetes" Ergebnis liefern könnten und den Bedarf an PCR-Tests sinnvoll reduzierten.

"Wir sollten nicht vergessen, dass neben der Corona-Diagnostik auch die gesamte andere Diagnostik ein wichtiger Baustein für die Versorgung der Bevölkerung ist", betonte Müller. Dazu zählten beispielsweise die Bereiche Diabetes, Leukämie oder auch Dialysepatienten. "Die Balance muss im Blick behalten werden."

Wo sind die Labore bereits am Limit?

"In Norddeutschland sind die Testlabore schon am Limit. Wir haben hier inzwischen Positivraten von 30 bis 40 Prozent, ich habe so etwas noch nie erlebt", sagt der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski. Mittlerweile seien mehr als 90 Prozent der detektierten Corona-Infektionen auf die Omikron-Variante zurückzuführen, sagte der Lübecker Mediziner. "Wir sehen, dass es jetzt auch in mittel- und süddeutschen Laboren ordentlich anzieht."

Vielerorts seien die Kapazitätsgrenzen der Labore bereits überschritten, was bedeute, dass die angestrebte Dauer von 24 Stunden vom Abstrich bis zum Testergebnis oft nicht mehr eingehalten werden könne. Bobrowski ist sicher: "Da werden wir überall an unsere Grenzen stoßen." Bei der Wartezeit sehe er "ganz klar die 36 bis 48 Stunden auf uns zukommen" – die Infektions- und damit Testzahlen dürften schließlich vorerst weiter steigen.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Pressekonferenz ALM am 18. Januar 2022
  • Nationale Teststrategie des Robert Koch-Instituts
  • Nachrichtenagentur dpa
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