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Was Frauen für ein gesundes Baby tun sollten

Von t-online, cch

Aktualisiert am 05.03.2018Lesedauer: 5 Min.
Kinderwunsch: Ab dem ersten Tag der Schwangerschaft sollten Frauen auf Alkohol verzichten.
Kinderwunsch: Ab dem ersten Tag der Schwangerschaft sollten Frauen auf Alkohol verzichten. (Quelle: Zinkevych/getty-images-bilder)
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Schon lange vor der Schwangerschaft werden die Weichen gestellt, damit ein Baby gesund auf die Welt kommt. Worauf Frauen mit Kinderwunsch achten sollten.

Alles für die Gesundheit des Babys tun – das können Frauen am besten, wenn sie alles für ihre eigene Gesundheit tun. "Die Grundlagen für eine unkomplizierte Schwangerschaft werden schon Jahre vor dem entscheidenden Eisprung geschaffen", betont Dr. med. Marianne Röbl-Mathieu, Expertin für Preconception Counselling.

Auf diese Aspekte sollten Frauen mit Kinderwunsch besonders achten

Eine Studie mit fast 6.000 Schwangeren hat gezeigt, dass diese Kombination am besten geeignet ist, um ohne Probleme durch die Schwangerschaft zu kommen:

  • Normalgewicht,
  • kein erhöhter Blutdruck,
  • kein Alkohol bereits ab dem Beginn der Schwangerschaft
  • und Verzicht auf Nikotin schon deutlich vorher,
  • ebenso wie täglich Obst und Gemüse schon im Vorfeld.

Idealerweise sollte eine Frau nicht erst dann versuchen, die oben genannten Faktoren umzusetzen, wenn die konkrete Familienplanung beginnt, sondern sich insgesamt einen gesunden Lebensstil angewöhnen.

"Am einfachsten ist es, mit den Empfehlungen für Obst und Gemüse anzufangen, weil es sich dabei nicht um einen Verzicht handelt", so Frauenärztin Röbl-Mathieu. "Trotzdem gibt es viele Frauen, die sich erst daran gewöhnen müssen, regelmäßig täglich Gemüse und Obst zu essen."

Schwangere mit Normalgewicht haben weniger Komplikationen

Ein längerfristiges und anstrengenderes Projekt ist es dagegen, ein bestehendes Übergewicht zu reduzieren. "Frauen mit Übergewicht haben deutlich erhöhte Risiken für viele Schwangerschaftskomplikationen", sagt Röbl-Mathieu. Die Scope-Studie habe gezeigt, dass Frauen mit einem normalen Gewicht viel weniger Probleme in der Schwangerschaft, seltener Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes haben. Zudem erleiden sie auch seltener eine Frühgeburt und benötigen deutlich seltener einen Kaiserschnitt.

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Ihre Kinder besitzen der Studie zufolge bessere Voraussetzungen, um selbst schlank zu bleiben. Deshalb sollten alle Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter engagiert auf eine gesunde Ernährung achten und viel Bewegung und Sport in ihren Alltag einbauen: "Wenn erst einmal das Übergewicht da ist, dann wird es für die Frau viel schwieriger, davon wieder wegzukommen und von den Gewohnheiten, die sich im Lauf der Zeit eingeschlichen haben. Viel einfacher ist es, wenn die junge Frau schlank und sportlich bleibt und mit diesen gesundheitsfördernden und schützenden Gewohnheiten in ihre Schwangerschaft geht."

Jodid und Folsäure sind schon vor der Schwangerschaft wichtig

"In meiner eigenen Praxis sehe ich immer wieder, wie wichtig meine Beratung und mein Impuls als Frauenärztin sein können", sagt Röbl-Mathieu. Ihrer Meinung nach sollte ein solcher Check-up einschließlich Beratung für alle Frauen zwischen 20 und 30 Jahren und eventuell auch nochmal später in das Angebot jeder Krankenkasse gehören.

Auch bei einigen Nahrungsbestandteilen kann eine Frau, die sich überlegt, Kinder zu bekommen, schon lange vor der Schwangerschaft die richtigen Weichen stellen. So sollte ausreichend Jodid in der Nahrung vorhanden sein, am einfachsten durch jodiertes Speisesalz. Denn der in Deutschland häufige Jodmangel kann bereits die frühe Entwicklung des Embryos ganz erheblich stören und Fehlgeburten herbeiführen.

Für genug Folsäure sollte ebenfalls nicht erst in der Schwangerschaft gesorgt werden. Schon bei Kinderwunsch oder sogar bei nicht ganz konsequenter Verhütung sollte die – mögliche – Schwangerschaft mit der Einnahme eines Folsäure haltigen Präparates vorbereitet werden. Denn ein Mangel an Folsäure kann schon in den frühesten Stadien der Schwangerschaft zu schweren Fehlbildungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks führen, so dass die Kinder später ein Leben lang querschnittsgelähmt bleiben.

Giftstoffe aus Alkohol- und Nikotinkonsum sollten vom ersten Moment an von dem ungeborenen Baby ferngehalten werden. Am besten sei es, so die Frauenärztin, wenn die Frau nicht erst nach der Feststellung einer Schwangerschaft beginnt, mit den Alltagsdrogen zu kämpfen. "Es kann ein langer Weg sein, von Alkohol oder Nikotin komplett wegzukommen. Wirklich giftfrei startet das Baby nur in sein Leben, wenn die Frau bereits vor der Schwangerschaft auf Zigaretten und Alkohol komplett verzichtet."

Jede einzelne Zigarette und jedes einzelne Glas Alkohol verschlechtere die Startchancen für das Baby. Darüber sollte sich nicht nur die Frau klar sein, sondern auch ihr Partner sowie ihre Familie und Freunde.

Auf Alkohol und Zigaretten verzichten

Frauenärztin Röbl-Mathieu berichtet, dass es einige Frauen nicht schaffen, ihre Alltagsdrogen loszulassen – obwohl sie wissen, dass sie damit ihrem Kind schaden können. "In diesen Fällen liegen häufig Probleme zugrunde, die den Griff zum Glas oder zur Zigarette als das kleinere Übel erscheinen lassen", erläutert Röbl-Mathieu.

So kann beispielsweise eine Depression – unentdeckt und unbehandelt – in eine derartige Abhängigkeit führen. Etwa jede zehnte Frau, so wird geschätzt, leidet zumindest vorübergehend an einer depressiven Erkrankung. Bei weitem nicht alle sind als solche erkannt, und deshalb fehlt vielfach ein angemessenes Therapiekonzept.

Eine Depression sollte vor der Schwangerschaft behandelt sein

"Gerade wenn eine Frau eine Schwangerschaft plant, sollte eine Depression vorher erkannt und behandelt sein. Denn sowohl in der Schwangerschaft als auch in den ersten Monaten mit dem Baby sind die Veränderungen für die Mutter enorm, und das stellt hohe Anforderungen an ihre seelische Stabilität. Auch hier könnte der beschriebene frauenärztliche Check-up auf die richtige Spur bringen."

Besonders wichtig ist es, so Röbl-Mathieu, dass Frauen mit chronischen Krankheiten bei der Planung einer Schwangerschaft sorgfältig beraten werden. "Die Medizin ermöglicht es heute vielen Frauen, ein Kind zu bekommen, bei denen das früher nicht möglich gewesen wäre, zum Beispiel Frauen mit Erkrankungen von Herz, Lungen oder Nieren, mit Diabetes mellitus, Autoimmunkrankheiten oder nach einer Krebserkrankung. Je besser die Behandlung der Frau vor der Schwangerschaft eingestellt ist, umso besser sind die Chancen ihres Kindes, gesund zur Welt zu kommen."

Es sollte auch frühzeitig geklärt sein, welche Arzneimittel während einer Schwangerschaft unbedingt weitergenommen werden sollten, damit es nicht zu einer Verschlimmerung der Grundkrankheit kommt, und welche mit Rücksicht auf die Schwangerschaft umgestellt werden sollten.

Gesundes Baby: Schutz vor gefährlichen Infektionskrankheiten

Um gesund in die Schwangerschaft zu starten, ist auch ein möglichst vollständiger Schutz vor gefährlichen Infektionskrankheiten sinnvoll. In der Schwangerschaft ist eine Reihe von Immunreaktionen abgeschwächt, damit das Immunsystem der Mutter die Gewebsstrukturen des Babys nicht als fremd erkennt und abstößt. Deshalb können Schwangere leicht an Infektionskrankheiten erkranken, wodurch auch die Gesundheit des ungeborenen Kindes gefährdet wird. Außerdem steigt das Risiko für Fehl- und Frühgeburten.

Auch eine Operation am Gebärmutterhals, die wegen Krebsvorstufen durchgeführt werden musste, erhöht das Risiko für eine Frühgeburt: Eine Impfung gegen HP-Viren im Teenageralter kann die Entstehung dieser Krebsvorstufen verhindern.

Einige Infektionskrankheiten wie Röteln oder Windpocken können das Baby direkt schädigen und zu angeborenen Fehlbildungen führen. Die Impfungen gegen Masern, Röteln und Windpocken enthalten allerdings abgeschwächte Lebendviren und dürfen während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden. "Deshalb sollte es für jede Frau selbstverständlich sein, dass ihr Impfpass komplett ausgefüllt ist, dass weder Hepatitis- noch Keuchhusten-Impfung fehlen – nicht erst bei konkretem Kinderwunsch, denn viele Schwangerschaften sind letztendlich doch nicht zu dem Zeitpunkt geplant, an dem sie eintreten", so Marianne Röbl-Mathieu.

"Zum Herbst empfiehlt sich dann auch noch die aktuelle Influenza-Impfung. Wir sehen immer wieder Schwangere mit schwersten Krankheitsverläufen. Die Grippe-Impfung hilft, das zu verhindern.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Melanie Rannow
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