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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Defekte Gasleitung: So wenig reicht fĂŒr eine Explosion

t-online, rw

Aktualisiert am 24.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Feuerwehrmann im Feuer
Feuer: Wenn es plötzlich nach Gas riecht, ist richtiges Handeln gefragt. Andernfalls kann es zu einer Explosion kommen. (Symbolbild) (Quelle: gorodenkoff/getty-images-bilder)
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Meldungen ĂŒber verheerende GasunfĂ€lle mit hohem Sach- und Personenschaden sind immer wieder in den Medien zu finden. Die Gasversorger sind fĂŒr die Sicherheit nur bis zum privaten Hausanschluss verantwortlich. Wer ist fĂŒr einen sicheren Betrieb der Gasleitungen und die angeschlossenen Anlagen verantwortlich?

Das Wichtigste im Überblick


  • Gas ist schon in geringer Konzentration explosionsfĂ€hig
  • Bei Gasgeruch im Haus richtig reagieren
  • Feuerwehr und Gasversorger leisten kompetent Hilfe
  • Drei "goldene Regeln" gegen Gasaustritt
  • Gas ist ein sicherer Heizstoff

Auch wenn vor allem die regenerativen EnergietrĂ€ger immer stĂ€rker auf den Markt drĂ€ngen, ist Erdgas noch immer ein beliebter Heizstoff in Deutschland. In zahlreichen Ein- und MehrfamilienhĂ€usern sind Gasheizungen eingebaut. Sie sind unter anderem beliebt, weil sie sauber und effizient arbeiten, gut regulierbar sind und mit relativ geringen Schadstoffemissionen auskommen. Außerdem sind sie verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig wartungsarm. Nur einmal jĂ€hrlich kommt der Schornsteinfeger zur ÜberprĂŒfung des Heizkessels.

Gas ist schon in geringer Konzentration explosionsfÀhig

Allerdings ist Gas ein hochexplosiver Brennstoff. Schon eine Gaskonzentration von 4,5 Volumenprozent wird von den deutschen Feuerwehren als "explosionsfĂ€hig" eingeschĂ€tzt. Vor allem im Winter, wenn die InnenrĂ€ume nicht durchgehend belĂŒftet werden, kann durch Leitungslecks oder fehlerhafte GerĂ€te austretendes Gas die Raumluft schnell bis zu dieser kritischen Marke anreichern. Dann befinden sich alle Personen, die gerade im Haus sind, in akuter Lebensgefahr.

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  • Diese Checkliste fĂŒr die jĂ€hrliche "Hausschau" hilft Ihnen.

Trotzdem ist es wichtig, ĂŒberlegt und besonnen zu reagieren, wenn es in den eigenen vier WĂ€nden plötzlich nach Gas riecht. "Weil bereits kleinste Gasmengen durch den Duftstoff, der dem Gas beigemischt ist, wahrgenommen werden, besteht bei anfĂ€nglichem Gasgeruch noch kein Grund zur Panik", erklĂ€rt der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW).

Bei Gasgeruch im Haus richtig reagieren

Nehmen Sie einen Gasgeruch wahr, öffnen Sie sofort alle Fenster und TĂŒren, damit sich das Gas mit der Außenluft vermischt und die Gaskonzentration sinkt. Sollte in der Wohnung irgendwo offenes Feuer brennen – beispielsweise eine Kerze, eine glimmende Zigarette oder auch der Gasherd – so muss dieses unverzĂŒglich gelöscht werden. Danach schließen Sie den Absperrhahn des GaszĂ€hlers. So verhindern Sie, dass weiteres Gas ins Hausinnere entweicht.

Ganz gebannt ist die Gefahr dann aber noch nicht, denn Sie können nicht sicher sein, wie hoch die Gaskonzentration in den InnenrĂ€umen noch ist. Unter UmstĂ€nden war es nur GlĂŒck, dass es bislang nicht zur Explosion gekommen ist. "Warnen Sie deshalb die ĂŒbrigen Hausbewohner, damit alle Personen das Haus zĂŒgig verlassen können", fordern Experten.

Auch hierbei sollten Sie besonnen bleiben: Wer in bester Absicht beim Nachbarn "sturmklingelt", damit dieser auch ja schnell reagiert, kann mit dieser Vorgehensweise die Explosion selbst auslösen. Jeder elektrische Schalter und damit auch eine elektrische TĂŒrklingel produziert bei BetĂ€tigung kleinste Funken, die fĂŒr eine Gasexplosion schon ausreichen können. Machen Sie Ihre Nachbarn deshalb durch lautes TĂŒrklopfen auf sich und die Gefahren aufmerksam. Finger weg von allen elektrischen GerĂ€ten, Steckern, Handys und TĂŒrklingeln.

Feuerwehr und Gasversorger leisten kompetent Hilfe

Erst wenn sichergestellt ist, dass sich niemand mehr im gefĂ€hrdeten GebĂ€ude aufhĂ€lt, haben Sie Zeit fĂŒr den Notruf. Über die Rufnummer 112 sollten Sie die Feuerwehr ĂŒber den Gasaustritt in Kenntnis setzen. FĂŒhren Sie das Telefonat aber unbedingt in ausreichend großer Entfernung zum gefĂ€hrdeten GebĂ€ude.

Die Feuerwehr wird die Gaskonzentration im GebĂ€ude messen und kann Entwarnung geben, sobald das Gas-Luft-Gemisch im Hausinneren eine unbedenkliche Konzentration erreicht. Die Feuerwehr informiert auch den Bereitschaftsdienst Ihres Versorgers ĂŒber den Gasaustritt, der dann die Gefahrenquelle – das Leck in der Leitung oder das kaputte GerĂ€t – lokalisieren und reparieren kann. Ein abgesperrter Haupthahn darf nur vom Fachpersonal des Versorgers wieder geöffnet werden. Einen Notruf sollten Sie ĂŒbrigens auch dann absetzen, wenn Sie auf offener Straße Gasgeruch wahrnehmen, der aus einem der anliegenden HĂ€user zu kommen scheint.

Wie riecht Gas?

Erdgas riecht nicht. Ihm werden aber aus SicherheitsgrĂŒnden Duftstoffe beigemischt, damit ausströmendes Gas wahrnehmbar ist. Die GerĂŒche sind regional verschieden. HĂ€ufig riecht es chemisch, beißend – wie ein Lösungsmittel oder Amoniak – oder leicht schwefelig.

Drei "goldene Regeln" gegen Gasaustritt

Besser ist es natĂŒrlich, einen Gasaustritt von vornherein auszuschließen. Und das ist problemlos möglich. Denn eigentlich ist Gas ein sehr sicherer Heizstoff. Zu einem Gasaustritt und im schlimmsten Fall einer Explosion kann es nur aufgrund menschlichen Fehlverhaltens kommen. Wer die folgenden drei "goldenen Regeln" im Umgang mit Gas beherzigt, hat nichts zu befĂŒrchten:

  • Alle GasgerĂ€te mĂŒssen einmal im Jahr vom Fachmann kontrolliert und gegebenenfalls gewartet werden. Das gewĂ€hrleistet nicht nur den sicheren Betrieb, sondern senkt auch den Verbrauch.
  • Gasleitungen mĂŒssen wenigstens alle 12 Jahre vom Fachmann ĂŒberprĂŒft werden.
  • Einmal im Jahr sollte man als Mieter oder HauseigentĂŒmer selbst auf "Hausschau" gehen und die wichtigsten sicherheitsrelevanten Punkte kontrollieren.

Oft bieten Schornsteinfeger an, gegen zum Teil recht hohe GebĂŒhren, die jĂ€hrliche Hausschau fĂŒr ihre Kunden zu ĂŒbernehmen. Wichtig zu wissen ist hier: Bei der Hausschau handelt es sich um eine reine Sichtprobe, die jeder selbst durchfĂŒhren kann. MessgerĂ€te oder anderes Zubehör werden dafĂŒr nicht benötigt. Was beim Jahrescheck alles zu kontrollieren ist, zeigt diese Checkliste. Mehr kontrolliert auch der Schornsteinfeger nicht. Unser Tipp: Das Geld können Sie sich sparen.

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