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Heizöltank überprüfen: Für welche Tanks gilt die Prüfpflicht?

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Wie oft muss man seinen Heizöltank prüfen?

13.01.2020, 10:30 Uhr | dpa-tmn, jb, t-online.de

Heizöltank überprüfen: Für welche Tanks gilt die Prüfpflicht?. Ein Mann befüllt die Heizöltanks einer älteren Dame: In den meisten Häusern wird die Ölheizung aus einem Tank im Keller gespeist.  (Quelle: imago images/Sommer)

Ein Mann befüllt die Heizöltanks einer älteren Dame: In den meisten Häusern wird die Ölheizung aus einem Tank im Keller gespeist. (Quelle: Sommer/imago images)

Knapp fünf Millionen Haushalte in Deutschland werden mit Heizöl beheizt. Ob ein Tank dicht ist, muss je nach Gegend regelmäßig geprüft werden. Wer wann die Dichtheit des Heizöltanks prüfen lassen muss.

In den meisten Häusern wird die Ölheizung aus einem Tank im Keller gespeist. Für die Dichtheit des Tanks ist der Besitzer verantwortlich. Doch wie oft muss er prüfen, ob der Tank noch in Ordnung ist? Und welche Folgen hat das Klimaschutzprogramm 2019?

Wie häufig muss kontrolliert werden?

Wie oft ein Heizöltank geprüft werden muss, ist in jedem Bundesland in der so genannten "Verordnung über Anlagen zum Umgang mit Wasser gefährdenden Stoffen" (AwSV) festgelegt, die sich an einigen Stellen je nach Bundesland unterscheidet. Es kommt vor allem darauf an, ob man in einem Wasserschutzgebiet lebt, der Tank als Erdtank unterirdisch liegt und wie groß er ist. Grob kann man sagen, dass oberirdische Tanks mit mehr als 1.000 Liter Fassungsvermögen, die in einem Wasserschutzgebiet betrieben werden, und alle Tanks mit mehr als 10.000 Liter Fassungsvermögen regelmäßig mindestens alle fünf Jahre geprüft werden müssen.

Erdtanks in Schutz- oder Überschwemmungsgebieten müssen sogar alle zweieinhalb Jahre in Augenschein genommen werden. Solche außerhalb von Trinkwassergebieten sind alle fünf Jahre erneut zu prüfen.

Anlagen, die regelmäßig geprüft werden müssen, erhalten eine Prüfplakette. Fehlt diese, kann der Heizöl-Lieferant die Befüllung verweigern. In der Regel erfolgt eine wiederkehrende Prüfung alle fünf Jahre. Darüber hinaus sollte Ihre Ölheizung alle zwei Jahre laut KÜO vom Schornsteinfeger kontrolliert werden.

Fragen Sie am besten bei der zuständigen Behörde nach den konkreten Fristen und Regeln:

BundeslandAuskunftgebende Behörde
Baden-WürttembergWasserbehörden der Stadt- und Landkreise
BerlinKreisverwaltungsbehörde
BrandenburgUmweltamt des jeweiligen Bezirks
BremenUmweltbehörde bzw. Untere Wasserbehörde
HamburgWasserbehörde der Bezirksämter
HessenUmweltbehörde bzw. Untere Wasserbehörde der Bezirksämter
Mecklenburg-VorpommernUmweltbehörde bzw. Untere Wasserbehörde, StALU Vorpommern
NiedersachsenUmweltbehörde bzw. Untere Wasserbehörde
Nordrhein-WestfalenUmweltbehörde bzw. Untere Wasserbehörde
Rheinland-PfalzUmweltbehörde bzw. Untere Wasserbehörde, Kreis- und Stadtverwaltung
SaarlandLandesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz
SachsenUmweltbehörde bzw. Untere Wasserbehörde
Sachsen-AnhaltUmweltbehörde bzw. Untere Wasserbehörde
Schleswig-HolsteinUmweltbehörde bzw. Untere Wasserbehörde
ThüringenUmweltbehörde bzw. Untere Wasserbehörde

Behörde fordert zur Tankprüfung auf

Außerhalb von Wasserschutzgebieten ist für Tanks mit weniger als 10.000 Litern Gesamtfüllmenge derzeit in der Regel kein regelmäßiger Sicherheitscheck nötig. Neuanlagen werden bei Inbetriebnahme geprüft. Ausnahmen gibt es – abhängig vom Bundesland – für unterirdische Tanks. Wer seinen Tank prüfen muss, wird schriftlich von den Behörden verständigt. Meist ist es die Untere Wasserbehörde, die Betroffene zum Sicherheitscheck auffordert, die Details erläutert und sich die Ergebnisse vorlegen lässt.

Info
Öltanks, die in Räumen, beispielsweise im Keller, aufgestellt sind, zählen zu den oberirdischen.

Die Behörden sagen auch, welcher Sachverständige das machen darf. Die Fachleute dürfen sich nach einer Qualifizierung "Sachverständige für die Prüfung für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen" nennen. Die Kosten liegen je nach Aufwand der Prüfung bei rund 100 Euro – einheitliche Prüfgebühren gibt es allerdings nicht.

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern

Zudem sind die Regelungen je nach Bundesland leicht unterschiedlich. So gibt es in den meisten Bundesländern eine Unterscheidung zwischen Tanks mit bis zu 1.000 Litern Fassungsvermögen und solchen mit bis zu 10.000 Litern. Nordrhein-Westfalen hat noch eine Zwischenstufe für Tanks mit bis zu 5.000 Litern. Auch in der Frage, ab wann man einen Fachbetrieb mit der Prüfung beauftragen muss, sind sich die Bundesländer nicht einig. Während es in Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein eine Fachbetriebspflicht ab 10.000 Litern gibt, bestehen die meisten anderen Länder schon ab 1.000 Litern auf eine fachmännische Prüfung.

Besitzer haftet für Schäden

Doch unabhängig davon, welche Verordnung gilt, ist eine regelmäßige Überprüfung des Tanks sinnvoll. Ohne Überwachung der Anlage besteht die Gefahr, dass ein Tank beispielsweise rostet und leckt. Gerade bei unterirdischen Öl-Reservoirs im Garten kann das schwerwiegende Folgen haben. Schon eine kleine Menge Heizöl kann zu ernsthaften Schäden am umliegenden Erdreich führen und sogar das Grundwasser und damit auch das Trinkwasser gefährden. Verantwortlich für die so entstehenden Schäden ist der Eigentümer des Tanks – und das laut Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sogar, wenn er den Tank regelmäßig überprüft hat.

Gibt es Neuerungen durch das Klimaschutzprogramm für Ölheizungen?

Trotz Klimaschutzprogramm gibt es derzeit noch kein Verbot von Ölheizungen. Aber es ist vorgesehen, dass der Austausch einer Ölheizung in der Zukunft an Bedingungen geknüpft ist. Von 2026 an sollen Hausbesitzer in der Regel nur noch Anlagen mit Ölbetrieb installieren können, wenn sie eine Hybridlösung nutzen, also die Kombination einer Ölheizung mit einer Anlage für erneuerbare Energien. Geregelt werden soll dies im neuen Gebäudeenergiegesetz, über welches 2020 entschieden wird. Experten zufolge gilt es als unstrittig, dass das Gesetz kommt.

Was ist eine Hybridheizung?

Sie nutzt mehrere Energiequellen, in der Regel Öl oder Gas zusammen mit erneuerbaren Energien wie Solar- oder thermische Energie aus der Luft oder dem Boden. Bei Hybridlösungen werden die erneuerbaren Energien für die Heizung und zur Bereitung von Warmwasser zuerst genutzt. Erst in Zeiten mit sehr hohem Wärmebedarf im Winter wird Öl oder Gas zugeschaltet. Deren Verbrauch sinkt damit deutlich.

Gibt es Ausnahmen von den Regelungen?

Ja, in Härtefällen. Im Gesetz steht hierzu "bei unbilliger Härte gilt das alles nicht" – also in Fällen, wo man eine extreme Unwirtschaftlichkeit nachweisen kann. Wie genau das in der Praxis geregelt sein wird, ist Experten zufolge aber noch nicht ganz klar. In den meisten Fällen müssen Sie Ihre Anlage dann umrüsten lassen. Für die meisten Hausbesitzer hingegen – zwei Drittel bis drei Viertel der Fälle – werde es laut Experten aber keine großen Probleme geben.

Gibt es für den Wechsel zu Hybridheizungen Förderungen?

Wer nicht auf Fernwärme oder Gas setzen möchte, sollte bis 2026 zu einer Hybridheizung wechseln. Der Staat bietet all jenen, die schon vor dem Jahr 2026 handeln wollen, finanzielle Unterstützung an – zum einen für den Austausch, zum anderen für den Wechsel zu einer alternativen Heizform.

Eine weitere Möglichkeit ist eine steuerliche Förderung. Haus- oder Wohnungsbesitzer können 20 Prozent der Investition – jedoch maximal 40.000 Euro – auf drei Jahre verteilt von der Steuer abziehen.

Bei dieser Maßnahme ist es laut BDH aber nicht möglich, einen alten Ölkessel gegen einen neuen einzutauschen. Und ein Umstieg auf einen Gas-Brennwertkessel soll nur möglich sein, wenn man auf eine Anlage setzt, die in der Fachsprache "renewable ready" ist: Sie kann ohne größere Umbauten künftig auch mit anderen umweltfreundlichen Energieträgern betrieben werden – also wieder eine Hybridlösung. Die direkte Beimischung erneuerbarer Energien ist ebenfalls förderfähig.

Zudem solle es eine Abwrackprämie geben. Hier kann es unter Umständen noch Zuschüsse für eine Heizweise geben, die Öl als Energieträger weiterhin vorsieht. So soll es laut BDH beim Tausch eines Ölkessels gegen neue Öl-Brennwerttechnik mit EU-Energieeffizienzklasse A und Einbindung einer Solarthermieanlage einen 30-Prozent-Zuschuss für die Kosten der Solaranlage geben. Die konkreten Zahlen hierfür sind noch nicht festgelegt.

So erkennt man Lecks im Tank

Hinweise auf ein Leck sind Setzrisse in der Abmauerung oder wenn die wasser- beziehungsweise öldichte Anstrichschicht Blasen wirft. Zu einer regelmäßigen Sicht- und Funktionskontrolle gehört die Überprüfung der Dichtheit der Anlage und der Funktionstüchtigkeit der Sicherheitseinrichtungen, wie etwa dem Leckanzeigegerät. Sind Ölflecken auf dem Boden oder Rostflecken auf der Anlage zu sehen? Ist der Heizöltank beschädigt, weist Risse auf oder ist verformt? Ist der Auffangraum verunreinigt oder beschädigt? Ein Warnzeichen ist auch, wenn es auffällig nach Heizöl riecht.

Wer eine Unregelmäßigkeit am Heizöltank feststellt, muss diese unverzüglich selbst beheben oder einen Fachbetrieb hinzuziehen – denn bereits ein Liter ausgetretenes Heizöl kann eine Million Liter Wasser verschmutzen.

Sollte dennoch Öl austreten, muss man den Schaden melden. Anlaufstellen sind die zuständige Untere Wasserbehörde des jeweiligen Landkreises oder die nächste Polizeidienststelle. Für das Beseitigen des Schadens ist aber der Besitzer zuständig. Die Kosten für Aushub und Entsorgung des verseuchten Erdreichs sowie die notwendigen Aufwendungen für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes können leicht bei mehreren Tausend Euro liegen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Institut für Wärme und Öltechnik

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